© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 13-08 vom 29. März 2008

Leserforum

Alles Erpresser
Betr.: „Auf Kommando“ (Nr. 11)

Heute bewegt uns ja vor allem, was uns Ver.di und GdL mit ihren Westentaschen-Diktatoren Schell und Bsirske an Unverschämtheiten bieten: Beide wären als Brechmittel zu verwenden.

Selbstverständlich muß auch der öffentliche Dienst, der ja nicht umsonst „Dienst“ heißt, angemessene Lohnerhöhungen erhalten, was ich als Fürsorgepflicht der öffentlichen Arbeitgeber ansehe. Aber unverschämte Forderungen, die mit Streiks gegen uns alle durchgesetzt werden sollen, stellen unseren Rechtsstaat sozusagen auf den Kopf. Bsirske und Schell, mit ungezügelter Macht versehen, können wie Schwerstkriminelle unseren Staat erpressen und allen Bürgern, Staat und Wirtschaft materielle und andere Schäden zufügen.

In einem Gastkommentar der „Welt“ hieß es, daß ein Verbrecher hinter Gitter käme, der einem Bürger die Pistole an den Kopf hielte und ihn um seine Wertsachen erleichtere. Nichts anderes täten Ver.di und GdL, deren Mitarbeiter von unseren Steuern bezahlt werden und dazu noch oft Gemeinden sind, die nur Schulden haben.

Josef Schütz, Stuttgart

 

 

Heimatliche Runde
Betr.: Heimatarbeit

Ich habe Ostpreußen von allen Seiten kennengelernt, im Krieg wie auch im Frieden. Und bei allem Erlebten: Man muß das Land einfach lieben. Kam zuletzt über Pillau gut heraus, welch ein Glück. Unvergeßlich denke ich auch heute noch daran zurück. Nach vielen folgenden Jahren soll die Verbindung zu Ostpreußen erhalten bleiben: heute wie zu allen Zeiten.

Die Bayreuther Gruppe gibt uns dazu die Möglichkeit, mit Gedankenaustausch vieles fortzulachen und die Heimatverbundenheit neu zu gestalten. Auch viele der Heimatlieder wie „Land der dunklen Wälder“ oder „Ännchen von Tharau“ werden gesunken.

Für manchen heute fremd, doch ein alter Ostpreuße kennt sie noch heute.

Dort erleben wir immer wieder schöne gemütliche Stunden in den vielseitigen heimatlichen Runden. Doch die ostpreußische Zeitung steht oft im Vordergrund. Über Politiker und vieles mehr gibt sie manches kund. Wenn auch der Kreis immer kleiner wird: „Ostpreußen, Du darfst nicht untergehen! Mag kommen was will, wir werden immer zu Dir stehen.“

Theo Meißner, Bayreuth

 

 

Kampf der Gewerkschaften – Wer mit wem kann, und wer sich haßt
Betr.: „Auf Kommando“ (Nr. 11)

Leider ist der Kommentator der Vernebelungstaktik der Gegner des GdL-Chefs Schell aufgesessen. Zur Erklärung: Früher standen sich bei der Bahn zwei Lager gegenüber: zum einen die „Gewerkschaft der Eisenbahner Deutschlands“ (GdED, heute Transnet), die zum „roten“ Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) gehört und zirka 70 Prozent der Bahnmitarbeiter repräsentierte, zum anderen die Tarifgemeinschaft des Deutschen Beamtenbundes (DBB) mit den Gewerkschaften GdL und GDBA (Gewerkschaft Deutscher Bundesbahn-Beamten, -Arbeiter und -Angestellten) mit zirka 25 Prozent (Rest: Christliche oder keine Gewerkschaft). Für den DGB war der DBB stets der Feind Nr. 1, noch vor den „Kapitalisten“! Mit der Wahl des „Berufs-Ossis“ Klaus-Dieter Hommel an die Spitze der GDBA biederte sich diese an die Transnet an und kündigte die Tarifgemeinschaft mit der GdL. Da die GDBA zu klein ist, um eigenständig zu handeln, gilt sie mittlerweile als bloßes Anhängsel der roten Transnet und verliert rapide Mitglieder und Posten in den Betriebsräten. Die noch kleinere, aber hochspezialisierte GdL muß jetzt, um überhaupt überleben zu können, Erfolg haben.

Das Nettogehalt eines „ausgelernten“ 21jährigen Lokführers beträgt 1090 Euro, das eines 36jährigen Kollegen nach Erreichen der Endstufe 1610Euro. Die GdL hat nun verlangt, der Berufsanfänger müsse 250 Euro mehr in der Tasche haben, worauf die Bahn errechnete, das seien zirka 30 Prozent mehr Bruttolohn. So kamen die unsinnigen Zahlen in Umlauf, mit denen die GdL-Forderungen als unverhältnismäßig gebrandmarkt wurden! Bahnchef Mehdorn gehört zum SPD-Lager, ist also indirekt den DGB-Gewerkschaften verbunden; zudem war Transnet-Chef Hansen sein Schulkamerad. Nachdem eine Einigung auf Druck des Bundesverkehrsministers herbeigeführt worden war, beschlossen Mehdorn und Hansen, den mit der GdL ausgehandelten Tarifvertrag zu unterlaufen, denn Mehdorn wollte keine weiteren Abschlüsse in dieser Höhe, um den Börsengang (besser: die Verschleuderung von Volksvermögen an die „Heuschrecken“) nicht zu gefährden. Sein Schulfreund Hansen, der eigentlich die Interessen seiner Gewerkschaftsmitglieder hätte vertreten müssen, unterstützte ihn dabei, denn ein schlechterer Abschluß als der mit der GdL würde zu Massenaustritten aus der Transnet führen. Beide verfolgten das Ziel, die nicht dem Zeitgeist folgende DBB-Organisation völlig zu entmachten und das Tarifmonopol alleine den DGB-Gewerkschaften zu übertragen. (Fühlt sich dabei jemand an den FDGB der „DDR“ erinnert? Dessen Eisenbahn-Abteilung wurde nach der Wende übrigens vollständig in die GdED / Transnet integriert!) So weigerten sich Mehdorn und Suckale, den fertigen Tarifvertrag zu unterschreiben, mit einer völlig an den Haaren herbeigezogenen formaljuristischen Begründung – „weil nicht sein kann, was nicht sein darf!“

Fazit: Der Streik der Lokführer war und ist berechtigt, er dient den Interessen unseres Staates (zuviel Macht in der Hand des DGB wäre erst recht „britisch“!), und ohne Kenntnis der Zusammenhänge muß man mit seinem Urteil sehr vorsichtig sein! Ich bin übrigens kein Lokführer, wohl aber ein Kenner der Materie.

Rainer Claaßen, Wülfershausen

 

 

Steuererklärung mit Tücken: Evangelisch-Reformierter klagt an
Betr.: Kirche

Als Kind begleitete ich gewöhnlich meine Eltern am Sonntag in die Burgkirche. 1941 wurde ich dann, obwohl es einige Widerstände zu überwinden galt, in der Schloßkirche, der Krönungskirche der preußischen Könige, eingesegnet. Ich gehörte also der evangelisch-reformierten Gemeinde in Königsberg an. Meine religiösen Kenntnisse hielten sich sicher in Grenzen. Natürlich besaß ich einen Heidelberger Katechismus, und ich fand auch unsere Kirche, die keine Bilder enthielt und einfach durch ihre schlichte Barockarchitektur wirkte, sehr würdig. Auf dem Altar lag eine dicke Bibel, nur das Wort sollte hier Geltung haben und die Andacht nicht durch Heiligenbilder oder Darstellungen der göttlichen Familie gestört werden. Vor allem war die Lehre vom Abendmahl als einem Erinnerungsmahl für mich verständlicher als die katholische Auffassung mit der Wandlung und der für meine Vorstellung sehr komplizierten evangelischen Lehre. Und so war mir denn die Zugehörigkeit zur evangelisch-reformierten Kirche so auch ein Stück Heimat, das ich in die Fremde mitnehmen konnte.

Deshalb war ich sehr überrascht, als ich auf meiner Steuerkarte für das Jahr 2008 feststellen mußte, daß in der Rubrik Kirchenzugehörigkeit ein Strich stand. Ich gehörte also keiner Kirche mehr an. Ich verbesserte einfach den falschen Eintrag und glaubte, damit sei die Sache erledigt. Das war ein Irrtum.

Postwendend bekam ich meine Lohnsteuerkarte zurück mit folgendem Beischreiben: „Eine nachträgliche Eintragung auf der Karte ist nicht zulässig. Sollte die Kirchensteuer fälschlicherweise nicht berücksichtigt worden sein, können Sie diese bei dem zuständigen Finanzamt ändern lassen.“

Also habe ich bei meinem Finanzamt angerufen. Hier teilte mir eine freundliche junge Dame mit, daß ich eine Ersatzkarte bei meiner Stadt anfordern müßte. Als ich diese schließlich erhielt, war in der Rubrik Kirchenzugehörigkeit wieder nur ein Strich.

Aber diesmal erhielt ich mit zwei dürren Zeilen wenigstens eine Erklärung: „Die Kirchenzugehörigkeit ev.-ref. wird lt. Erlaß des Finanzministeriums in Schleswig-Holstein nicht eingetragen.“

Damit ergab sich die Frage: Wo bleibe ich? Muß ich nun keine Kirchensteuer mehr zahlen? Und wenn ich doch nun meiner Kirche mein Geld zukommen lassen will, wie kann ich es dann machen? Soll ich die Summe aus dem Jahr 2007 ansetzen und meine Kirche in dieser Höhe mit einer Spende bedenken?

Mit Spannung habe ich dann auf meine Lohnsteuerabrechnung 2007 gewartet. Und siehe da, da stand ev.

Also gehörte ich nun der evangelischen Kirche an. Und auf welchem Wege erhält nun meine Kirche meine Steuer?

Ich gehöre der ev.-ref. Kirche aus Heimatgefühl und Überzeugung an.

Wer hilft mir nun aber aus dem Bürokratendschungel?

Dr. Friedrich-Wilhelm Hoffmann, Reinbek

 

 

Dem Sozialismus untreu
Betr.: „Kirche im Sozialismus“ (Nr. 8)

Zu dem obigen Artikel habe ich persönliche Erlebnisse, die die Religions- und Meinungsfreiheit in der ehemaligen DDR betreffen.

In einem Elternhaus in Ostpreußen bin ich christlich erzogen worden und habe meinen Lebensweg auch danach ausgerichtet.

Als ich meinen Mann kennenlernte und 1948 heiraten wollte, konnten wir nicht kirchlich getraut werden, weil mein Mann wohl getauft, aber nicht konfirmiert war. Er gehörte in der Nazizeit der Deutschen Glaubensbewegung und nicht der Kirche an.

Um seine Konfirmation nachzuholen, sollte er nach Meinung eines alten Pfarrers an den Stunden der Vorkonfirmanden teilnehmen, was einem erwachsenen Menschen nicht zuzumuten war.

Als dann ein neuer Pfarrer in unserer Stadt seinen Dienst antrat, gab es eine Unterhaltung mit ihm. Er war bereit, in persönlichen Gesprächen meinen Mann auf die Konfirmation vorzubereiten. Bei einem Abschiedsgottesdienst des Pfarrers hat sich dann mein Mann in aller Öffentlichkeit in einer vollen Kirche konfirmieren lassen.

Unsere kirchliche Trauung konnte dann danach auch vollzogen werden. Von vielen Bekannten und auch Freunden wurde mein Mann dann gemieden, weil er den Prinzipien des Sozialismus untreu geworden war.

Als dann mein Mann nach einigen Jahren verstarb, suchte ich Trost und Halt in der Kirche. Jeden Sonntag besuchte ich den Gottesdienst.

Eines Tages wurde ich dann zum Bürgermeister bestellt. Von ihm wurde mir unmißverständlich klar gemacht, daß sich meine Beschäftigung im Rathaus nicht mit meinen sonntäglichen Kirchgängen vereinbaren ließe und ich die Wahl der Entscheidung hätte.

Da ich meine Tätigkeit zur Bestreitung meines Lebensunterhaltes brauchte, mußte ich auf den Gottesdienst verzichten.

Es gab dann ein Gespräch mit dem Pfarrer, der meinen Entschluß billigte.

Um den Kontakt zur Kirchgemeinde zu erhalten, besuchte er mich heimlich in den Abendstunden.

In der DDR konnte mir wohl mein Gottesdienstbesuch untersagt werden, aber meine innere Einstellung konnte mir niemand nehmen.

Erna Richter, Wedemark

 

 

Jeder kämpfte bis zum letzten Tag, auch die Russen
Betr.: „,Gustloff‘“ (Nr. 10)

Sie fragen, ob es gerecht war, die „Gustloff“ zu versenken. Ich meine, keiner konnte wissen, wie lange der Krieg noch dauern würde. Ich nehme an, die Russen hatten den Befehl erhalten, sämtliche deutschen Schiffe zu versenken. Das nahende Ende des Krieges zählt nicht. Jeder kämpfte bis zum letzten Tag, egal ob in der Mitte des Krieges oder am Ende. Ich bin wirklich kein Russenfreund, aber Ihrer Version vom „Kriegsverbrechen“ kann ich nicht folgen.

Ich finde auch, daß der Kapitän der „Gustloff“ einen entscheidenden Fehler gemacht hat. Zuerst fuhr er ohne Beleuchtung aus. Das war richtig, denn bei dem Nebel, der über der Ostsee lag, war das Schiff von weitem kaum zu erkennen. Aber dann, nach ein paar Stunden, gingen plötzlich alle Lichter der „Gustloff“ an, und sie wurde für alle sichtbar.

Zu dieser einen Stunde war die „Gustloff“ von allen Seiten zu sehen.

Das war sie für Rußland-U-Boote natürlich auch. Sie fuhren unter Wasser bis dicht an die „Gustloff“ und versenkten sie.

Der Kapitän des Schiffes „Gustloff“ wurde gerettet. Er wurde aber nie zur Rechenschaft gezogen. Warum eigentlich nicht?

Ursula Wenner, Dissen

 

 

So sexy war die Flucht?
Betr.: „,Gustloff‘“ (Nr. 10)

Der vom ZDF finanzierte Filmbeitrag ist, um in der Sprache des bayrischen Regisseurs bezeichnet zu werden, ein „Schmarrn“ und hat mit den tatsächlichen historischen Ereignissen von 1945 überhaupt nichts zu tun.

In einer hiesigen Zeitung fand ich die kritische Besprechung über den Zweiteiler „Gustloff“ und die Ausführung einer Leserbriefschreiberin: „Ich habe nicht gewußt, daß die Flucht und weitere Ereignisse zu Beginn 1945 so sexy waren.“

Ein weiterer Kommentar über den Film erübrigt sich somit.

Franz Fleischer, Ahrensburg

 

 

Der Irrsinn stand Pate
Betr.: „Diakonie wehrt sich“ (Nr. 9)

Irrsinn breitet sich aus und macht vor Gerichten nicht halt, die sich auf Gesetze berufen, bei denen der Irrsinn Pate gestanden hat. Was hat eine Muslima als Angestellte in einer Diakonie zu suchen? Nichts! Dort ist sie fehl am Platz, was selbst deutsche Politiker und Richter begreifen können sollten.

Maria Natzmer, Frankfurt / Oder

 

 

Auch Stolz hat viele Gesichter
Betr.: „Jugendliche sind stolz, Deutsche zu sein“ (Nr. 8)

Das klingt ja sehr gut, und wenn es wirklich so wäre, würde es mich glücklich machen. Aber ich traue dieser so positiven Aussage nicht so recht, weil ich nicht weiß, wie die Meinungsforscher gefragt haben.

Jede Meinungsumfrage ist durch die Art der Fragestellung zu beeinflussen, manipulierbar. Wir müßten also weit mehr über diese Untersuchung wissen, um sie zutreffend beurteilen zu können. Mir erscheint ihr Ergebnis viel zu schön, um wahr zu sein. Auch Stolz hat viele Gesichter.

Sigrun Holzer, Ludwigshafen

 

 

Die Wahrheit hat keine Chance
Betr.: „Preis des Wohlwollens“ (Nr. 7)

Wir können sicher sein, daß Deutschlands Politiker den Sinn eines Zentrums gegen Vertreibungen längst auf den Müll geworfen haben, so daß wir getrost auf es verzichten können. Wenn Polen heute die Deutschen dieses Zentrum erstellen lassen will, dann dürfte es sich sicher sein, daß das wahre Geschehen bei den völkerrechtswidrigen Vertreibungen der Deutschen unter dem Teppich bleibt. Die schlichte Wahrheit hat bei Deutschlands Politikern und der großen Mehrheit der Journalisten keine Chance.       

Moritz Viebahn, Halle / Saale

 

 

Menschenjagd
Betr.: „,Gustloff‘“ (Nr. 10)

Ohne Fragezeichen! – die Versenkung der „Gustloff“ am 30. Januar 1945 war ein Verbrechen an der Menschheit. Ich stimme mit Ihnen überein, daß die Alliierten spätestens ab Januar 1945 bei der Menschenjagd in Deutschland (Schiffbrüchige, Bombenopfer, Flüchtlinge etc.) schuldig geworden sind. Der Krieg war für Deutschland aus verschiedenen Gründen bereits verloren. Diese Situation war den Alliierten bekannt, hinderte sie aber nicht daran, mit der Rache des „Siegers“ zu agieren.

Mir ist die Flucht aus Ostpreußen in der Gemeinschaft meiner Mitschülerinnen (LBA) über den Landweg, das heißt über das Eis des Frischen Haffs, gelungen. Chaotische Verhältnisse waren überall, aber auch Hilfsbereitschaft durch das Militär (Pioniere) und DRK in Pommern (Verpflegung). Nach einer Zwischenstation in Güstrow erreichten wir nach 14 Tagen (Mitte Februar) Grammersdorf bei Lübeck. Unsere Schulleitung hat uns begleitet, der Unterricht wurde mit eingeschränkten Lehr- und Lernmitteln wieder aufgenommen.

Inge Elsholz, Soest

 

 

Erlaubte Trauer
Betr.: „Noch immer kein Zeichen aus Berlin“ (Nr. 6)

Es ist schon seltsam, daß wir nicht für unsere Toten ein Denkmal setzen dürfen, ohne Polen zu fragen, ob sie etwas dagegen haben.

Die Angst bei den Polen muß doch sehr groß sein, es könnten ja Verbrechen aufkommen, die man bis jetzt unter dem Tisch halten konnte.

Alle, die 1945 die Flucht nicht mehr geschafft hatten, kamen ins KZ nach Potolitz, auch mein Vater ist dort ums Leben gekommen.

Daß der ehemalige polnische Außenminister Bartoszewski dagegen ist, kann ich aus den oben genannten Gründen verstehen. Überhaupt nicht verstehen kann ich, daß unser Volksvertreter und Kirchenmann Thierse dagegen ist, daß unsere BdV-Vertreterin an den Verhandlungen teilnehmen soll.

Nach meinem Verständnis gibt es nichts zu verhandeln, wir trauern um unsere Toten und das sollte einem souveränen und demokratischen Staat erlaubt sein.       

Gerhard Seemann, Nördlingen

 

 

Dankbar und nicht immer nur kritisieren
Betr.: „,Gustloff‘“ (Nr. 10)

Nun habe ich den Film von Joseph Vilsmaier gesehen. Ich war angenehm überrascht, denn was ich im Vorfeld gelesen und gehört hatte, kam darin kaum zum Tragen, so zum Beispiel, daß der Film „Unterhaltung sein müsse“. Er hat mich zu keiner Zeit unterhalten, sondern versucht, zu zeigen, was da am 30. Januar 1945 abgelaufen ist. Und ich denke, in Heinz Schön hatte man einen guten Berater. Was nach „Dresden“ und „Die Flucht“ auffiel, daß das Reißerische, das „Nestbeschmutzen“ (Schlechtmachen der deutschen Soldaten) unterblieb. Diejenigen, die fies dargestellt wurden, waren ja wohl auch Realität; denn mir hat auch solch gestiefeltes Braunhemd den „deutschen Gruß“ beigebracht, so daß mir der rechte Arm lange weh tat.

Dank der handverlesenen Schauspieler hat Joseph Vilsmaier eine gute Arbeit abgeliefert. Sie nahmen sich alle zurück, sie spielten angesichts der 9000 Toten pietätvoll ... und es gab keinen Liebhaber aus Britannien oder aus Frankreich; der deutsche Kapitän alias Kai Wiesinger verkörperte die „preußischen Tugenden“. Zu Herzen gehend wurde dargestellt, wer die Leidenden waren: die Kinder und Heranwachsenden ... also wir, die zur sogenannten Nocherlebnis-Generation gehören. Ob da nun Sabotage vorlag oder einfach Endsiegchaos herrschte, spielt meines Erachtens keine Rolle.

Damit möchte ich es belassen. Wir Flüchtlinge sollten dankbar sein, daß es Filmemacher gibt, die sich unserer Leiden annehmen ... Wir sollten nicht nur kritisieren.

Betty Römer-Götzelmann, Warstein

 

 

Dönitz war anders
Betr.: „,Gustloff‘“ (Nr. 10)

Es ist vollbracht! Besonders im ersten Teil des „Klassikers“ zelebrierte man gelebte Bordellatmo-sphäre, untermalt vom Gegröle halbnackter gestylter Marinehelferinnen, dazwischen ein volleibiger geschniegelter Ortsgruppenleiter mit großem Freß- und Sauf-Gelage im mit Hakenkreuzfähnchen geschmückten Offiziersmesse-Raum. Und das alles im Angesicht von Zehntausend Menschen an Bord, die in tiefster Not Todesangst auszustehen hatten. Es wurden kurze Bilder von Einzelschicksalen aufgezeigt, Hauptaugenmerk aber blieb die absolute Untauglichkeit Besessener.

Das war es doch nicht, was Großadmiral Dönitz in seiner ehrenhaften Haltung seiner Marine vorgelebt hatte und in den Wochen der Flucht und Vertreibung, der Rettung dieser Zivilbevölkerung von seinen Soldaten unabänderlich verlangte?

Mit den Worten Arthur Schopenhauers möchte ich enden: „Die Ehre ist das äußere Gewissen, und das Gewissen ist die innere Ehre.“

Ingeborg Grams, Todenbüttel

 

 

Synonym für Dreck
Betr.: „Späte Entrüstung“ (Nr. 11)

Für mich ist „Antifa“ ein Synonym für Schmutz und Dreck. So hat mein Vater sie in der russischen Gefangenschaft kennengelernt, und so ist sie auch geblieben.

Johannes Kügler, Stolberg

 

 

Verhältnis stören
Betr.: „Mehdorn übel attackiert“ (Nr. 11)

Es ist wirklich ärgerlich, wenn jüdische Funktionäre sich zu Richtern aufschwingen und das allgemein gute Verhältnis stören, das sich zwischen jüdischen und nichtjüdischen Deutschen herausgebildet hat. Man sollte Herrn Szentel-Heise auf die Finger klopfen. Wir wollen keine Ressentiments gegenüber unseren jüdischen Mitbürgern.

Karl Fabian, Düsseldorf

 

 

Ein guter Film zur rechten Zeit
Betr.: „,Gustloff‘“ (Nr. 10)

Der Film über die „Wilhelm Gustloff“ macht Geschichte für nachfolgende Generationen lebendig. Die Fernsehfassung erfüllt die Erwartungen. Nach dem ARD-Zweiteiler „Die Flucht“ Anfang vergangenen Jahres hat sich nun das ZDF mit einem Zweiteiler über den Untergang der „Wilhelm Gustloff“ in Spielfilmformat mit einer sehenswerten Produktion an die Aufarbeitung eines der großen Themen der deutschen Geschichte gewagt.

Der Untergang der „Wilhelm Gustloff“ am 30. Januar 1945 steht wie ein Symbol für das schwere Schicksal der deutschen Flüchtlinge und Vertriebenen am Ende des Zweiten Weltkrieges und zugleich für die größte Schiffskatastrophe der Geschichte. Die ZDF-Produktion zeichnet sich durch eine große Liebe zum Detail und eine enge Orientierung an den historischen Fakten aus. Die dramatische Darstellung um die Brüder Kehding arbeitet glaubhaft die historischen Fakten auf.

Die Kritik, wonach es sich angeblich um „Nazi-Romantik“ handeln soll, ist völlig verfehlt. Wer im Spielfilmformat auf der Basis historischer Fakten Geschichte aufarbeiten will, braucht natürlich eine Story. Nur so gelingt es, Zuschauer, die sonst keinen Zugang zu der Materie haben, zu fesseln und zum Ansehen des gesamten Filmes zu bewegen. Ganz nebenbei wird dabei Geschichte vermittelt.

Der ZDF-Zweiteiler ist ein guter Film zur rechten Zeit. Er belegt das große Bedürfnis in Deutschland, sich der eigenen Geschichte zu vergewissern. Viel zu lange wurde die Geschichte von Flucht und Vertreibung aus der Wahrnehmung der Deutschen verbannt und einer wirklichen Aufarbeitung vor breitem Publikum entzogen. Wer Flucht und Vertreibung in Deutschland thematisierte, galt über viele Jahre als Revanchist und Ewiggestriger. Das ist heute Gott sei Dank vorbei. Der Flucht der Deutschen am Ende des Zweiten Weltkrieges folgte nach Einstellung der Kampfhandlungen über mehrere Jahre die millionenfache Vertreibung aus der Heimat. Vor allem die Vertreibungsgeschichte bietet ein bisher unerschöpfliches und großes Potential für die Aufarbeitung der Geschichte, und die Filmemacher sollten den Mut haben, sich auch diesem Themenbereich zu nähern.

Jochen-Konrad Fromme, MdB, Berlin

 

 

Restbestände
Betr.: Heimatbuch Königsberg.

Sie waren so freundlich, eine Rezension meines Heimatbuches Königsberg zu bringen. Nun nähern sich meine Bestände dem Ende. Ich bin Ihnen sehr dankbar, wenn Sie Ihre Leser informieren, daß ich noch Exemplare habe, die ich zum Preis von 18 Euro (statt 23 Euro) plus Versand abgeben werde (Telefon 0 45 41 / 85 79 85). Neben der alphabetischen Sortierung wie im Telefonbuch im zweiten Teil eine Sortierung nach den Straßen, so daß man Nachbarn auffinden kann.

J. Jacobsen, Ratzeburg

 

 

Zentrum der deutschen Schande
Betr.: „Noch immer kein Zeichen aus Berlin“ (Nr. 6)

Wie Sie in Ihrem Beitrag selbst feststellen, ist es schon höchst ungewöhnlich, daß die Regierung Polens zum Konzept des Zentrums gegen Vertreibungen konsultiert wird, bevor es der deutschen Öffentlichkeit vorgestellt worden ist. Es ist auch richtig, daß kaum ein anderes Land in Europa sich auf eine solche Vorgehensweise eingelassen hätte.

Nach all den jahrelangen würdelosen Eiertänzen um ein angemessenes Gedenken und Erinnern an die deutschen Vertreibungsopfer  wurde bekannt, daß das Konzept vom Kultusminister Neumann in Abstimmung mit den SPD-Politikern Wolfgang Thierse und Monika Griefahn erarbeitet worden ist.

Daher ist es angezeigt, sich mit dem ursprünglich geplanten Zentrum gegen Vertreibungen von der Hauptstadt Deutschlands, die sich inzwischen zu einem sichtbaren Zentrum des Gedenkens an deutsche Schande entwickelt hat, zu verabschieden und sich privater Initiative zuzuwenden, wie sie beispielsweise in Borna nahe Leipzig vorgesehen ist.

Otto Schmidt, Hamburg


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