© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 14-08 vom 05. April 2008

Mit Wasserschläuchen gegen Piraten

Den Unterschied zwischen Piraterie und Freibeuterei hat die internationale Seerechtskonvention von 1982 festgelegt: Pirat ist, wer auf rechtswidrige Weise gegen ein Schiff oder Flugzeug außerhalb nationaler Hoheitszonen „Gewalt- oder Behinderungsakte sowie Beraubungsakte“ zu „privaten Zwecken“ ausführt.

Wer solche Aktionen – etwa als Teil von Kriegshandlungen – im Auftrag einer Regierung gegen einen Feindstaat durchführt, gilt hingegen als Freibeuter. Allerdings versuchen Piratenbanden, diese Unterscheidung zu mißbrauchen, indem sie sich als politisch oder religiös motivierte „Freiheitskämpfer“, also Freibeuter ohne „private Interessen“, ausgeben.

Seepiraten haben es vor allem auf die Tresore von Handelsschiffen abgesehen. Hier lagern oft größere Geldsummen für Heuer und Hafengebühren.

Experten empfehlen Opfern, von Gegenwehr abzusehen. Die Seeräuber seien schwer bewaffnet, Kampfhandlungen würden so nur Besatzung und Passagiere zusätzlich gefährden. Statt dessen sollen sich die Besatzungen von Handelsschiffen in eigens dafür vorgesehene Schutzräume zurückziehen, die von außen nicht zu öffnen sind, um so ihr Leben zu retten. Wird jedoch das ganze Schiff geraubt, nützt das wenig.

So greifen Schiffsbesatzungen auch auf ein Arsenal von Verteidigungsmaßnahmen zurück, passive wie aktive.

Zur passiven Abwehr zählt das sofortige Schließen aller Türen und Luken, die teilweise sogar schnell verschweißt werden. Auch gibt es Elektrozaunsysteme für die Reling. Da Piraten in tropischen Gefilden öfters barfuß das Schiff entern, geben Kapitäne auch schon mal die Weisung, leere Glasflaschen auf den Decks an der Reling zu zerschmettern.

Zur aktiven Abwehr sind vor allem Schläuche im Einsatz, aus denen mit hohem Druck Wasser gegen die Piratenboote gespritzt wird. Neuerdings greifen angegriffene Schiffe auf eine sogenannte „Akustische Kanone“ zurück, welche die Boote mit gebündelten, hochfrequenten Tönen bombardiert.                H. H.


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