© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 14-08 vom 05. April 2008

Leserforum

Die Leistungen der deutschen Kriegsmarine in den Schmutz gezogen
Betr.: „,Gustloff‘“ (Nr. 10)

Zunächst eine kleine Vorgeschichte. Unsere Befreier, wie man die Sieger des Zweiten Weltkrieges heute nennt, habe ich als zwölfjähriger Schüler mit eigenen Augen erlebt, als am 27. März 1945 die ersten unseren kleinen Ort Stein-Neukirch erreicht haben. Stein-Neukirch ist der höchste bewohnte Ort im Westerwald. Persönlich ist mir nichts Böses passiert, aber wie die Amerikaner sich ihren Gefangenen gegenüber verhalten haben, darüber möchte ich mich nicht äußern. Es sollte aber noch mal in Erinnerung gebracht werden, daß die Amerikaner nach Deutschland kamen, um uns zu erziehen. Ebenso die Hungerlager in den Rheinwiesen.

Meine Frau ist Heimatvertriebene aus Budepönen, Kreis Schloßberg in Ostpreußen. Sie kam im Herbst 1944 mit dem letzten Zug, der von Gumbinnen abfuhr, nach Niedersachsen nach Meppen. Ihre Familie zog 1950 in unseren Ort um, und wir haben 1958 geheiratet.

Aber nun zum Untergang der „Gustloff“. Den Film habe ich nur die ersten zehn Minuten gesehen, da wußte ich schon, daß das, was hier gezeigt wurde, mit den wirklich schrecklichen Verhältnissen auf dem völlig überladenen Schiff nicht übereinstimmen konnte. Da stritten sich drei Offiziere in einem völlig leeren Raum, wobei doch jeder wußte, daß es höchste Zeit war, wegzukommen.

Das Buch „Der Untergang der Gustloff“ habe ich gelesen. Daher weiß ich, daß es so nicht gewesen sein konnte.

Es ging dem Filmemacher in erster Linie darum, die wirklich erstaunlichen Leistungen der deutschen Kriegsmarine in den Schmutz zu ziehen.       

Oswald Grünschlag, Stein-Neukirch

 

 

Eigener Film
Betr.: „,Gustloff‘“ (Nr. 10)

Beim Lesen der vielen Leserbeiträge zu diesem Film kommt bei mir immer wieder die Frage: Wer oder was hindert uns, das Erlebte selbst in einem Film darzustellen?

Technisch, künstlerisch und finanziell sollte das kein Problem sein, wir kennen die Wahrheit, wir sind nicht mehr auf die Medien Fernsehen oder Kino angewiesen, es gibt heute andere Vertriebswege.

Das Ergebnis muß ein künstlerisch anspruchsvolles, nur der Wahrheit verpflichtetes Kunstwerk sein, in das sich die letzten Zeitzeugen einbringen können. Es gibt für mich keinen Grund mehr, passiv auf das nächste politisch korrekte Ereignis zu warten.              

E. Küchenmeister, Dresden

 

 

Machwerk
Betr.: „,Gustloff‘“ (Nr. 10)

Alle Bekannten, von denen ich wußte, daß sie sich dieses Machwerk ansehen wollten, habe ich vorgewarnt.

Sie haben, so wie ich, verzichtet.

Der Name Guido Knopp, Professor 68er Prägung, Garant für politisch korrekte Fälschungen, war für mich Anlaß, mir diesen Schmarrn nicht anzutun.

Die Opfer dieses grausamen, ungesühnten, militärisch exakt durchgeführten Massenmordes werden durch derartige Schmähungen „nachhaltig“ verunglimpft.

Der Leserbrief „Man möchte davonlaufen“ (Nr. 9) spricht mir, wie fast allen anderen auch, voll aus dem Herzen!

Die Preußische Allgemeine Zeitung ist Woche für Woche eine wohltuende „Seelenmassage“ in unserer verkommenen Medienlandschaft.

Den Redakteuren der PAZ gilt mein Respekt und ganz herzlicher Dank.              

Wolfgang Winkelmann, Salzwedel

 

 

Meine Frau beobachtete die Einschiffung auf der »Gustloff« – Gedränge statt Parteibonzen
Betr.: „,Gustloff‘“ (Nr. 10)

Den Film über die Katastrophe der „Gustloff“ haben wir mit einer gewissen Spannung erwartet, da meine Frau am 30. Januar 1945 unter Tausenden von Flüchtlingen, denen die Furcht vor den Greueln der ,,Befreier“ ins Gesicht geschrieben war, am Kai von Gotenhafen stand. Mit ihrer Mutter und Großmutter war sie von Zoppot teils mit der Bahn, teils zu Fuß bei eisiger Kälte und in dichtem Schneegestöber geflohen und hoffte nun, wie alle dort Wartenden, auf Rettung durch die „Gustloff“. Trotz aller Bemühungen war es nicht möglich, einen Platz auf dem völlig überfüllten Schiff zu bekommen, und man verwies sie auf die „Potsdam“, die als nächstes Schiff abfahren würde. Dadurch hatten sie Gelegenheit, die Einschiffung der Massen von Flüchtlingen auf die „Gustloff“ zu beobachten. Es war ein riesiges Gedränge und Geschiebe, dem die Schiffsbesatzung nicht gewachsen war. Parteibonzen in ihren gelben Uniformen und Wehrmachts- oder Marinesoldaten, die in Formation das Schiff bestiegen‚ hat sie nicht gesehen.

Unangenehm war meiner Frau nur aufgefallen, daß alle Männer, die noch für den Volkssturm brauchbar schienen, am Betreten des Schiffes gehindert wurden. An Erschießungen von Agenten oder an anderweitige Gewaltanwendung durch die Wehrmacht kann sie sich nicht erinnern. Diese Vorgänge aber, die den häßlichen Deutschen, wie gewünscht, darstellen und die Mörder exkulpieren sollen, dazu die Zankereien und Eifersüchteleien zwischen dem Kapitän und den Offizieren werden im ersten Teil breit ausgewalzt. Von den Erlebnissen und dem Leid der vielen Flüchtlinge, besonders der Kinder, die meist krank und völlig erschöpft den Hafen von Gotenhafen erreichten, viele waren ja schon unterwegs verstorben, erfährt man fast nichts.

Die sowjetische Heeresleitung wußte, sowohl durch die Luftaufklärung als auch durch ihre Agenten, daß die ostpreußische Bevölkerung in Massen floh und daß die aus Gotenhafen abfahrenden Schiffe nur oder überwiegend Flüchtlinge an Bord hatten. Warum wurden denn die über Land und über das Haff fliehenden Menschen durch Bomben und Bordkanonen beschossen oder mit Panzern niedergewalzt, warum wurden Lazarettschiffe, die vorschriftsmäßig gekennzeichnet waren (Rotes Kreuz auf weißem Grund) beschossen und versenkt? Es ging doch nur darum, möglichst viele „Faschisten“ zu vernichten. Hier gibt es nichts zu entschuldigen oder zu begründen.

Waren die Tausende von Zivilisten, meist Frauen und Kinder, die da kaltblütig hingemetzelt wurden, wirklich alles schuldige Verbrecher? Oder waren es vielleicht ihre Mörder?

Prof. Dr. H. Hoffbauer, Berlin

 

 

Bürger zweiter Wahl
Betr.: „Auf Angebote zur Kommunikation freundlicher reagieren“ (Nr. 10)

Leider ist nicht zu bezweifeln, daß Personen nicht-deutscher Herkunft weit überproportional Gewalttaten ausüben, was aber die Einheitspresse weitgehend verschweigt, und sie es dem Leser überläßt, über die Täterherkunft zu spekulieren. Ich vermute, daß dieses bewußte Verschweigen der Täterherkunft das Gegenteil dessen erreicht, was beabsichtigt ist. Wahrscheinlich werden mehr ausländische Täter vermutet, als es tatsächlich sind.

Schlimmer noch als diese Informationsverweigerung ist die Behandlung von Gewalttaten gegenüber Ausländern und Deutschen. Man könnte meinen, die Deutschen seien in ihrem eigenen Land Bürger zweiter Wahl. Angebliche Ausländerfeindlichkeit wird uns um die Ohren geschlagen. „Deutschenfeindlichkeit gibt es nicht, ihr Scheißdeutschen!“

Manfred Ertel, Lippstadt

 

 

Der Islam hat zwei Gesichter
Betr.: „Todesstrafe für Konvertiten“ (Nr. 10)

Sie berichten, daß die iranische Regierung plane, die Todesstrafe für Personen, die sich vom Islam abwenden, gesetzlich zu verankern. Ich frage mich, wann endlich deutsche und andere europäische Politiker den Mut haben, sich mit der schrecklichen Fratze des Islam, für die es entsetzliche Beispiele gibt, auseinanderzusetzen. Sind wir schon so weit (die Niederlande sind ein Beispiel), daß wir nicht mehr wagen, Kritik zu üben, wenn Frauen gesteinigt und vor der Steinigung noch mehrfach vergewaltigt werden, damit sie nicht als Jungfrauen in den Himmel kommen (die „Welt“ berichtete).

Wenn wir mit den eingewanderten Muslimen auf Dauer friedlich zusammenleben wollen, müssen wir uns dieser Problematik stellen. Der Islam hat zwei Gesichter, nur mit dem einen können wir zusammenleben.   

Horst Rosenbach, Frankfurt am Main

 

 

Österreich wollte zu Deutschland
Betr.: „Rummel um Otto von Habsburg“ (Nr. 11)

Otto von Habsburg ist ein sehr alter Mann, dem man Rummel ersparen sollte, auch wenn er mit seiner Erinnerung Probleme hat.

Im vorigen Jahr bekam ich die „Grazer Tagespost“ vom 10. bis

19. März 1938, die belegt, mit welcher Begeisterung sich der „Anschluß“ Österreichs an Deutschland vollzog und mit welchem Jubel die deutschen Soldaten begrüßt worden sind.

Jeder engagierte und interessierte Briefmarkensammler dürfte wissen, daß es nach dem Ersten Weltkrieg bereits Briefmarken mit der Beschriftung „Deutsch-Österreich“ gab.

Schon damals wollte Österreich zu Deutschland, Deutsche zu Deutschen.

Die Sieger waren dagegen und beeilten sich, nach Deutschlands Kapitulation den von ihnen gewünschten Zustand wieder her-zustellen.

Dieter Pfeiffer, Berlin

 

 

Deutschland ist ganz unten angekommen
Betr.: „Weiter auf Linkskurs“ (Nr. 11)

1. Allein wegen der niedrigen Beteiligung bei Wahlen haben SPD und CDU nicht mehr das Recht, sich „Volksparteien“ zu nennen.

2. Beide Parteien werden nicht geführt, die SPD offenkundig nicht, die CDU nicht bei näherem Hinsehen: Frau Merkel läuft hinterher, spricht grammatisch bestimmt, inhaltlich jedoch sorgsam vage, um sich auf jeden Fall zu halten.

3. Beide Parteien beißen durch Selbstdenken mißliebig Gewordene weg.

4. In den letzten 35 Jahren wurde in den wichtigsten Fragen gegen den erkennbaren Willen des Volkes regiert: Erlaubnis (wenn nicht Herbeiführen) der Überfremdung, die Integration unmöglich macht, Einführung des Euro, Brüssel, Auslandseinsätze.

5. Um Unruhen zu verhindern, wurden immer mehr Tabus eingeführt.

6. Geschichtsbildfälschungen nehmen überhand.

7. Die unsäglichen Verstöße gegen das Völkerrecht gegenüber dem deutschen Volk, gegen die Menschenwürde nach Kriegsende werden von den eigenen Politikern vertuscht, Gedenken erschwert oder gar verhindert.

8. Analytisches Denken, das Problembereiche miteinander verbindet, ist allen Politikern unmöglich. Besonders deutlich wird das bei der Frage, worauf die beängstigend rückläufige Geburtenzahl zurück-zuführen ist. Wer sich nämlich nicht mehr wohlfühlt in diesem Land, bekommt auch keine Kinder!

9. Immer mehr wird unter fadenscheinigen Gründen verboten und geboten.

10. Die sprachliche Unaufrichtigkeit der Politiker und die sie stützenden Leitmedien verbiegen das Denken inzwischen selbst dort, wo die Fähigkeit dazu noch unterstellt werden kann.

11. Der Bürger hat zunehmend den Eindruck, daß Abhör- und Kontrollhandlungen vorgenommen werden, wo immer das technisch möglich ist. An die erforderliche Genehmigung durch Gerichte glaubt er nicht. Die Meinung „hier ist alles möglich“ hat sich durchgesetzt.

Fazit: Deutschland ist auf der niedrigsten Stufe seiner politischen und moralischen Verhältnisse seit 1945 angekommen. Preußen tut not!

Gudrun Schlüter, Münster

 

 

Uns unser Land erhalten
Betr.: „Gericht erzwingt Gebetsraum“ (Nr. 12)

Mit Hilfe deutscher Gerichte wird unser Land umgekrempelt, verliert seinen deutschen Charakter, wird zum Vielvölkerstaat auf dem Weg in den Islam.

Der Eindruck dürfte nicht falsch sein, daß Richter mehr Macht als Politiker haben und mehr als sie bewirken können. Sie berufen sich dabei auf Gesetze, die ja Menschenwerk sind und darum auch von Menschen geändert werden können. Aufgabe deutscher Politik sollte es sein, unser Land den Deutschen zu erhalten.

Wer mit uns leben will, möge sich integrieren oder uns fern bleiben.

Peter Handler, Berlin

 

 

Reiner Irrsinn
Betr.: „Unsittliche Entblößung“, „Verhängnisvolle Würstchen“,  „Sprachlich emanzipiert“ (Nr. 10)

Diese drei Meldungen lassen sich unter dem Begriff „Irrsinn“ zusammenfassen: Muslimische Ärztinnen lehnen aus religiösen Gründen Hygiene-Vorschriften ab. Warum lassen unsere britischen Freunde das zu?

Eine deutsche Schulleiterin bestraft einen deutschen Dritt-

klässler, weil er seinen muslimischen Mitschülern Würstchen angeboten hat, die Schweinefleisch enthielten. Wer bestraft diese Schulleiterin?

Eine Beauftragte für Chancengleichheit am SWR will unsere Sprache geschlechterneutral verhunzen.

Neidhart Maack, Berlin

 

 

Richter als Problem
Betr.: „Null Toleranz gegenüber dem Verbrechen“ (Nr. 11)

Warum hat man nur so oft den Eindruck, daß eine ausgedünnte Polizei sich bemüht, ihrer Aufgabe gemäß die Bürger vor Kriminalität zu schützen, während Richter ihr Mühen zunichte machen, indem sie kriminelle Täter gleich wieder auf freien Fuß setzen oder ihnen mit Freigang das Leben erleichtern. Neben Kriminellen scheint es auch Richter zu geben, die zum Problem für unsere Gesellschaft geworden sind.

Sebastian Hallert, Koblenz

 

 

Rußland verweist bezüglich des Kosovo auf das Völkerrecht und hält sich selber nicht daran
Betr.: „Mit brutaler Gewalt ins Kosovo“ (Nr. 10)

Nach Flucht, Vertreibung, Um- und Aussiedlung als Folge gebeugten Völkerrechtes in Vergangenheit und Gegenwart ist auf Seiten vieler deutscher Vertriebener – inzwischen überwiegend in der Bundesrepublik Deutschland zuhause – hinsichtlich der vor kurzem erfolgten Unabhängigkeitserklärung des Kosovo und der internationalen Reaktionen darauf eine lebhafte Diskussion entstanden, die, je nach Standpunkt, von Ablehnung, Ambivalenz oder Akzeptanz gekennzeichnet ist.

Für die Haltung gegenüber Serbien, das die Unabhängigkeit des Kosovo nicht anerkennt, gilt Gleiches. Sie reicht von voller Zustimmung über Verständnis bis zu Ablehnung. Am jüngsten Geschehen auf dem Balkan und in den verschiedenen Stellungnahmen auf internationaler Ebene zeigt sich, welche Bedeutung der Achtung des Völkerrechtes beigemessen wird.

Nicht an Serbien, das sich unter anderem für eine Rückkehr von geflüchteten und vertriebenen Serben in den Kosovo einsetzt, sondern an Rußland, das zu Recht die Einhaltung des Völkerrechtes anmahnt und in der Anerkennung des Kosovo einen Verstoß dagegen beklagt, ist die Frage zu stellen, ob es selbst gegenüber den Vertriebenen das Völkerrecht einhält oder Verletztes heilt, damit auf dessen Grundlage eine Rückkehr von Ostpreußen in ihre Heimat, das Königsberger Gebiet, dessen Hauptstadt immer noch einen anderen Namen trägt, möglich ist.

Die Garantie des Völkerrechtes und dessen vollständige Einhaltung ist Aufgabe und Pflicht eines jeden Staates.

Angesichts der aktuellen völkerrechtlichen Kontroverse zwischen Belgrad, Berlin, Brüssel, und Moskau besteht für die aus ihrer Heimat vertriebenen Deutschen Klärungsbedarf.               

Hartmut Klingbeutel, Hamburg

 

 

Freiheit der Wahl
Betr.: „Und wer fragt nach dem Wohl der Kinder?“ (Nr. 10)

Die Frage kann nur die Antwort finden, daß sehr viele politisch Mächtige gar keine Ahnung vom Wohl der Kinder haben oder Krippen, Horte und Schulen zu ihren eigenen Zwecken nutzen wollen.

Für mich sind Kinder am besten in ihren Familien, oft auch unvollständigen, aufgehoben, nirgendwo erhalten sie mehr Zuwendung, Liebe und Vorbild. Natürlich wissen wir von Mitbürgern, die ihren Erziehungsaufgaben nicht gewachsen sind und Hilfe brauchen. Für sie sind Krippen, Horte, Ganztagsschulen da. Aber was die einen benötigen, darf doch nicht zum Zwang für die anderen werden, für die Krippen, Horte und Gesamtschulen nicht selten eine Beeinträchtigung mit sich bringen.

Demokratie heißt auch Freiheit, Freiheit der Wahl, die auch für Schulen und vorschulische Einrichtungen gilt. Wir brauchen keine im Gleichschritt marschierenden Kinder, sondern wir wollen Persönlichkeiten heranbilden und dazu jedes Kind nach seinen Möglichkeiten fördern, was ein differenziertes Schulsystem voraussetzt.

Walter Dietzenbach, Halle

 

 

Führung fehlt!
Betr.: „Führung“ (Nr. 12)

Zwar möchte man meinen, daß der Bürger in der Demokratie nicht geführt werden muß und sich sozusagen selber führt, doch wissen wir wohl alle, daß dies nicht für das große Ganze zutrifft. Viele Interessen müssen gebündelt und zum gemeinsamen Wohl gelenkt werden, wozu gehört, daß der Inhalt des Gemeinwohls aus dem Volkskörper kommt und nicht von Politikern den Bürgern übergestülpt werden darf. Deutschland hat an falscher Führung sehr gelitten, was aber Führung nicht verzichtbar macht. Fragen wir nach ihr, sehen wir Nebel und kaum Inhalt. Darum befinden sich auch unsere großen Parteien im Abschwung, und nur die Unzufriedenen finden bei Lafontaine und Gysi Tröstung.

Es ist erstaunlich, daß die Union die Schwäche der SPD nicht nutzen kann. Die Erklärung ist einfach. Frau Merkel macht punktuell Furore, aber führt nicht. Wenn alle Medien jubelten, daß sie die Sicherheit Israels als nicht verhandelbar erklärte, wurde vergessen, daß das eine Selbstverständlichkeit ist und wir auch gar nichts zu verhandeln haben. Beifall ja – Führung nein!

Franz Bovelet, Seevetal

 

 

Olympia: Es geht um unsere Glaubwürdigkeit
Betr.: „Blutige Spiele“ (Nr. 12)

Hat es 1936 Hitler und die Nazis gemäßigt, daß die Olympiade in Berlin stattfand?

Wäre es nicht ein Zeichen gewesen, in einem Land, in dem die Nürnberger Rassegesetze gelten, die Spiele zu boykottieren?

1980 war es auch richtig, nicht in Moskau an der Olympiade teilzunehmen. Jetzt den chinesischen Kommunisten zu sagen, die Spiele finden auf jeden Fall statt, heißt doch, die dortigen Zustände zu akzeptieren.

Die Reaktion müßte doch sein, sofort einen Notfallplan für Olympia auszuarbeiten. So könnte an jedem früheren Olympiaort eine Sportart ihren Wettbewerb austragen.

Die Sportler erhalten ihre Medaillen und über das Fernsehen kann die ganze Welt teilnehmen. Aber vielleicht führt gerade die Vorbereitung so eines Alternativszenarios dazu, daß sich in China die Verhältnisse so bessern, daß die Olympiade doch dort stattfinden kann.

So, wie es zur Zeit dort zugeht, wäre eine Menschenrechts-Ehrenmedaille für jeden Sportler sinnvoll, der von sich aus auf die Teilnahme verzichtet. Für China wäre ein Aussetzen von Olympia keine Katastrophe, die können alle Dinge, die für Olympia geschaffen wurden, auch so gut gebrauchen.

Aber die Glaubwürdigkeit der Teilnehmerstaaten in Sachen Menschenrechte, die würde bei aktuellen Umständen durch eine Teilnahme leiden.

Felix Staratschek, Radevormwald

 

 

Tibet paßt nicht zu Olympia
Betr.: „Blutige Spiele“ (Nr. 12)

Vor zwei Tagen mußten die beiden letzten in Tibet verbliebenen Journalisten, zwei Deutsche, mit polizeilicher Begleitung das Land verlassen. China hat den Kessel geschlossen und kann nun unbeobachtet von der freien Welt in Tibet treiben, was es will. Das sollte endgültig reichen, um die Spiele in China abzusagen und, was noch möglich wäre, die Spiele auf verschiedene Staaten aufzuteilen, die olympiawürdige Sportstätten besitzen. Spiele des Friedens und der Völkergemeinschaft vertragen sich nicht mit den Ereignissen in Tibet und der von China betriebenen Unterdrückung. Es darf nicht sein, daß finanzielle und politische Interessen sich über das moralisch Gebotene hinwegsetzen.

Rüdiger Baltruschat, Aalen

 

 

Noch gibt es keine Großtürkei
Betr.: „Integration auf Türkisch“ (Nr. 8)

Warum konnte keiner der vielen Doppelpaß-Türken Herrn Erdogan vorsichtig beibringen, daß es noch keine Großtürkei gibt und er sich zum Staatsbesuch in Deutschland aufhält und gewisse Höflichkeitsregeln zu beachten hat? Seine unqualifizierten Ausfälle werden mit Sicherheit nicht dazu beitragen, daß er seinen gesteckten Zielen näherkommt. Es war ihm natürlich ein leichtes, unsere politische Klasse so vorzuführen, wie es nur in einem Land möglich ist, dessen Staatsraison aus Kapitulation und Unterwerfung besteht.

Gerd M. Gabler, Lübbecke

 

 

An Vertreibung offenbar selber schuld
Betr.: „Polen hat eigene Ausstellung für Vertriebene“ (Nr. 9)

Ist das nicht großartig? Dann brauchen wir doch gar kein „Zentrum gegen Vertreibungen“ mehr, das erledigen unsere netten polnischen Nachbarn gleich für uns mit. Daß wir an der Vertreibung aus unseren ostdeutschen Landesteilen selber schuld sind, dürften viele unserer Politiker längst verinnerlicht haben.

Und wer glaubt denn noch, wenn es wirklich zu einem „Zentrum gegen Vertreibungen“ in Berlin käme, daß die Deutschen dann erführen, was für Verbrechen auch an ihren Landsleuten von Polen und Tschechen begangen worden sind, auch Titos Horden nicht zu vergessen.

Herbert Stumpff, Nürnberg

 

 

Die Politik spaltet
Betr.: „Wer kann sich denn noch einen Mercedes leisten?“ (Nr. 11)

Schaue ich mich in den Straßen um, sehe ich Mercedes oft vertreten, nicht nur alte. Auch die Vielzahl von teuren Hotels findet noch viele Gäste, und der Ferntourismus boomt. Es gibt also noch eine Menge Mitbürger, die sich noch viel leisten können.

Aber, und das ist richtig, es gibt auch zu viele Bürger, die vom wirtschaftlichen Aufschwung gar nichts abbekommen, das auch so empfinden und Bisky, Gysi und Lafontaine auf den Leim gehen.

Während Gewerkschaften hohe Forderungen stellen und unser Land mit Streiks überziehen, sind die Rentenerhöhungen nur mit dem Mikroskop zu sehen.

Politiker, die diese Spaltung unserer Gesellschaft hinnehmen, sollte man zum Teufel jagen.

Ingo Jungmann, Magdeburg

 

 

Sachsen nicht Brandenburg
Betr.: „Pavillon auf einer Nilinsel“ (Nr. 7)

Der Beitrag mit dem irreführenden Untertitel („im brandenburgischen Lauchhammer“) bedarf der Korrektur und Ergänzung.

Als der sächsische Kabinettsminister Detlev Graf von Einsiedel 1776 das bereits 1725 gegründete Eisenwerk übernahm, gehörte Lauchhammer zum Kurfürstentum Sachsen. Der Guß lebensgroßer Statuen zur dekorativen Aufstellung ist also zunächst ein Kapitel der sächsischen Kultur- und Wirtschaftsgeschichte. Mit dem „fer de Berlin“ hat der Lauchhammerguß nicht unmittelbar zu tun. Mit den Gebieten der Niederlausitz fiel Lauchhammer 1815 an Preußen, gehörte allerdings nicht zur Provinz Brandenburg, sondern zur Provinz Sachsen (Regierungsbezirk Merseburg, Kreis Liebenwerda). Das Werk verblieb in Gräflich Einsiedelschem Besitz und wurde 1872 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Nach der Auflösung Preußens gehörte Lauchhammer 1947 bis 1952 zum Land Sachsen-Anhalt, 1952 bis 1990 zum Bezirk Cottbus. An Brandenburg fiel das Gebiet erst 1990 durch die Neugliederung der Bundesländer.

Die Traditionspflege im Kunstgußmuseum Lauchhammer ist natürlich erfreulich, man sollte sich den Ort für einen Besuch vormerken. Es gehörte zum Wesen preußischer Tradition, daß die „Vor“geschichte neuerworbener Territorien akzeptiert und integriert wurde. Heraldisch dokumentierte sich das in der Aufnahme der sächsischen Rautenkrone in das Wappen der Provinz Sachsen. Bitte Vorsicht mit dem „brandenburgischen Lauchhammer“!

Dr. Gerald Heres, Radebeul


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