© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 14-08 vom 05. April 2008

MELDUNGEN / ZUR PERSON

Junge Gewalttäter geschont

Berlin – Nur ein verschwindend geringer Anteil jugendlicher Gewalttäter muß eine Haftstrafe verbüßen. Etwa 28 Prozent der Tatverdächtigen erfahren überhaupt eine staatliche Reaktion, gerade 1,4 Prozent der Verurteilten müssen fünf Jahre oder länger sitzen. So ein vertraulicher Bericht, der im April der Innenministerkonferenz in Brandenburg vorgestellt werden soll.

 

Ausgeschieden wegen Kreuz

Frankfurt / Main – Obwohl er bei einer Internet-Umfrage unter Fans den ersten Platz belegte, darf ein Entwurf für das neue Trikot des Fußballvereins Eintracht Frankfurt nicht umgesetzt werden. Das Siegertrikot sei nicht zu realisieren, da es ein Kreuz auf seiner Vorderseite trage, hieß es aus dem Verein. Man befürchtet Proteste von Nicht-Christen.

 

Das Gesicht   der Revolution

Er gab 70000 Leipzigern ein Gesicht, er gab den Millionen Deutschen in der DDR eine Stimme. Die von ihm initiierten Montagsdemonstrationen  veränderten die Welt. Pfarrer Christian Führer ist nach 28 Jahren an der Leipziger Nikolaikirche und 40 Jahren als Gottesmann in den Ruhestand gegangen.

Im Jahr 1980 kam der Pfarrerssohn aus dem sächsischen Muldental an die 800 Jahre alte Leipziger Stadtkirche Sankt Nikolai. Seine erste Amtshandlung: Führer hängte ein großes Schild an die Kirchentür: „Offen für alle“. Sein Leitsatz „Kirche ist nur Kirche, wenn sie für andere da ist“, stammt von Dietrich Bonhoeffer.

Seit 1982 bot Führer der SED-Diktatur die Stirn, mit dem Friedensgebet jeden Montag um 17 Uhr zog er Gläubige und Oppositionelle in die Nikolaikirche. 1987 gründet er den Gesprächskreis „Hoffnung für Ausreisewillige“. Die Stasi war allgegenwärtig, doch man wagte sich nicht an den Kirchenmann heran. Bis zu 28 Spitzel hatte die Mielke-Truppe auf Führer angesetzt.

Bei den schweren Entscheidungen leitete ihn der Gedanke an Jesus Christus, sagt Christian Führer. „Was würde Jesus jetzt tun?“ Der Gedanke ist für ihn nach wie vor die Meßlatte seines Handelns. Aus den montäglichen Friedensgebeten wurden im Wendejahr 1989 die Montagsdemonstrationen geboren. Den 9. Oktober 1989, als Polizei, Armee und Stasi die Leipziger Innenstadt mit Panzern abriegelten und die Welt ein Blutbad befürchtete, bezeichnet Führer gern als den „Tag, an dem die Idee von Jesus die Volksmassen ergriff“. 70000 Menschen zogen mit Kerzen vor das Stasi-Hauptquartier und demonstrierten für ein Leben in Freiheit.

Nun hat sich der 65jährige von seiner Gemeinde verabschiedet, am vergangenen Montag um 17 Uhr, mit einem Friedensgebet in der Leipziger Nikolaikirche.  M.A.


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