© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 18-08 vom 03. Mai 2008

Leserforum

Rentenerhöhung: benötigtes Wahlgeschenk
Betr.: „Ein ,Ungenügend‘ für Merkel“ (Nr. 16)

Am 1. Juli wird die Rente mit 1,1 Prozent für 20 Millionen Ruheständler erhöht. Im Jahre 2009 soll es eine weitere Rentenerhöhung mit etwa zwei Prozent geben, zusammen sind das zwölf Milliarden Euro. Einige sprechen von Wahlgeschenken, was nicht von der Hand zu weisen ist. Der sogenannte Eckrentner mit 1182 Euro Rente im Monat wird 13 Euro pro Monat mehr bekommen. Die Mehrheit wird mit Sicherheit weitaus weniger als 13 Euro pro Monat bekommen, diese sind im Gegensatz zur Diätenerhöhung Almosen. Eine Grafik sollten die Medien zeigen, wieviel Rente jeder einzelne der 20 Millionen Ruheständler pro Monat zur Zeit tatsächlich erhält? Diese Rentenerhöhungen kosten in den kommenden Jahren zusammen etwa zwölf Milliarden Euro. Die Inflation in Deutschland stieg im März bereits auf 3,1 Prozent an und dann kommt auf die Verbraucher noch ein dramatischer Anstieg der Lebensmittelpreise zu. Immer weitere Abzüge werden den Rentnern zugemutet, wie für Arztbesuche, Medikamente, Pflege etc. Aufgrund dieser Tatsachen verzichte ich auf die Rentenerhöhung zu Gunsten meiner Kinder und Enkelkinder, Sozialhilfeempfänger und zur Eindämmung der Jugendgewalt. Wo soll das bloß hinführen?

Arno Zilian, Lübeck

 

 

Letzte Ehre für U-Boot-Kommandant Hess
Betr.: „Einer der letzten ist gegangen“ (Nr. 15)

Als einer seiner letzten noch lebenden U-Boot-Kameraden das „Kommandant von Bord“ am offenen Grab pfiff, verabschiedeten sich am 4. April in Wunstorf-Idensen viele hundert Weggefährten von dem aufrecht gebliebenen Kommandanten von „U-995“, Hans Georg Hess. Auch seine Ordenskameraden Günter Halm (1942 von Rommel als Panzergrenadier im afrikanischen Wüstensand geehrt, heute Bundesvorsitzender der Interessensvertretung der Ritterkreuzträger (OdR)) und Heinz Rökker (Eichenlaubträger der Nachtjagd) erwiesen mit ihren Komturorden dem großen Toten, der immer bescheiden geblieben war, die letzte Ehre. Am 15. März hatte der couragierte Ritterkreuzträger und Rechtsanwalt – gemeinsam mit Oberstleutnant Walter Held und Standartenoberjunker Gert Rittner – in der Gedächtnisstätte für die 11,5 Millionen zivilen Kriegstoten unseres Volkes im sächsischen Borna zu dem Thema gesprochen, das ihn neben der Verteidigung des deutschen Soldaten besonders bewegte „Umwidmung und Zerstörung von Soldaten-Ehrenmalen in Deutschland“. Auf einer DVD ist sein letztes Zeugnis dokumentiert, die in wenigen Tagen zu erhalten sein wird: Gedächtnisstätte, Röthaer Straße 22-24, 04552 Borna.

Peter Hild, Borna

 

 

Gewissensfrage
Betr.: „Blut und Spiele“ (Nr. 15)

Das olympische Feuer wird auf Schleichwegen und in Bussen befördert, der völkerverbindende Fackellauf hat seinen Sinn verloren. Nicht anders ist es um die olympischen Spiele selbst bestellt, deren friedlicher Inhalt durch die Gewalttaten der Chinesen in Tibet geschändet ist. Wenn auch in vielen Teilen unserer Erde Gewalt schreckliche Ernten hält, rührt uns Olympia besonders an, weil wir ja selbst beteiligt sind. Jeder, der nach Peking fährt, steht vor der ganz persönlichen Gewissensfrage, ob er durch sein Dabeisein und Mitmachen das Ansehen einer Diktatur, die Menschen unterdrückt, fördern will. Die Olympischen Spiele von 1936 waren für Hitler ein gewaltiger Prestigegewinn. Wir sollten daraus gelernt haben.

Roswitha Hennes, Berlin

 

 

Bizarre Forschung
Betr.: „Alarmierendes Ergebnis“ (Nr. 15)

Ergebnisse irgendwelcher Untersuchungen werden meist gegen gutes Geld am laufenden Bande produziert. Heute gerade las ich, daß Kaffeetrinken Demenz verhindern hilft und für Pellkartoffeln neue Kartoffeln (auch wenn sie aus Afrika kommen) verwendet werden sollten, da in den Schalen der alten Böses schlummert.

Daß Fernsehen – in großer Menge betrieben – nicht gerade gesundheitsfördernd ist, kann wissen, wen es interessiert. Über die Schädlichkeit des Fernsehens für Kinder ist oft genug berichtet worden; aber geändert hat sich wohl wenig, denn es ist nun mal zu bequem, Kinder vor den Fernseher zu packen statt sie zu beaufsichtigen.

Ludwig Bothmer, Essen

 

 

Wir leben in einer Epoche der Lügen
Betr.: „Ein ,Ungenügend‘ für Merkel“ (Nr. 16)

Der Betrug liegt viel tiefer … Wenn man es wagt, über eine „Rentenanpassung“ zu faseln, dann muß sofort richtiggestellt werden, daß es sich nicht um eine Rentenanpassung handelt, denn dann müßten wir das Doppelte oder unsere D-Mark wiederbekommen. Außerdem liegt der Betrug viel tiefer, denn wir hatten eine Rentenversicherung und zwar kapitalgedeckt. Man hat sie uns  mit der fadenscheinigen Ausrede gestohlen, sie würde als „Generationenvertrag“ besser!

All diese Lügen mußte unser Volk ertragen und nun wagen sich noch die zur Zeit verantwortlichen Politiker wie Frau Merkel hier zu Begründungen wie das sei „ordnungspolitisch problematisch“. Was folgt dann noch anschließend? Möglicherweise auch noch: Sie leben ja auch alle viel zu lang?

Die an der Macht Befindlichen wissen sehr wohl mit unserem Geld umzugehen, wenn es zu ihrem Wohle geschieht. Auch sollte ein Mann wie der Herr Herzog als ehemaliger Bundespräsident sich wohl überlegen, was er so von sich gibt.

Wir erleben zur Zeit eine Epoche der Lügen, wie wir im Finanzbereich serviert bekommen.

Da lügt man uns vor, die US-Hypothekenkrise sei nicht vorhersehbar gewesen und wir müßten unseren Verpflichtungen nachkommen, den Finanzmarkt zu stabilisieren.

Jeder sachkundige Banker weiß, daß Amerika total überschuldet ist, der Dollar sozusagen in Richtung wertloses Zahlungsmittel steuert und die überwiegende Zahl der amerikanischen Bürger total überschuldet ist und daher eine Aussicht, ihre Verbindlichkeiten zu tilgen, gegen null tendiert. Ganze Kleinstädte wurden in Amerika verlassen, die Bürger sind untergetaucht. So gibt es auch viele Staaten der Welt, die den Dollar nicht mehr möchten und lieber andere Währungen nehmen.

Wichtig sind hier die politischen „Spielchen“, mit denen die Völker verdummt, die Kriege finanziert werden und Tote keine Rolle spielen, also halten wir Rentner den Mund? So stellt man sich heute anscheinend eine „Demokratie“ vor. Da ist der Titel „Ungenügend“ eine Untertreibung.

Horst Schmidt, Höhbeck

 

 

Warum immer nur die Polen?
Betr.: „Kein Geld für die Deutschen“ (Nr. 16)

Immer wieder lese ich in der PAZ von Entschädigungsforderungen an Polen, weil diese sich völkerrechtswidrigerweise die nach der Vertreibung der ostdeutschen Landsleute deren verwaiste Immobilien entschädigungslos angeeignet haben. Warum ergehen derartige Ansinnen nur an Polen? Sind nicht auch aus dem nördlichen Ostpreußen und aus Gebieten, die heute zu Litauen gehören, die Deutschen vertrieben worden? Ich bin gewiß alles andere als ein Freund der Polen, aber deren hartnäckige Weigerung kann ich verstehen: Haben ihnen nicht unsere Spitzenpolitiker – die Staatshehler Kohl, Waigel, Schäuble – vorgemacht, wie man mit fremdem Eigentum verfahren kann, das den vormaligen Grundbesitzern im damaligen „Arbeiter- und Bauernparadies DDR“ auch entschädigungslos weggenommen worden war?

Und solches konnte geschehen (nach der Wiedervereinigung!) in einem Staatswesen, das nicht müde wird, sich als „Rechtsstaat“ zu bezeichnen. Es ist mir nur nicht klar, warum sich kein polnischer Verweigerer auf diese Praxis berufen hat.

Horst Lehner, Kirchheim

 

 

Nur als Verrat zu bezeichnen
Betr.: „Der Kompromiß“ (Nr. 13)

Auch 63 Jahre nach der größten und unmenschlichsten Vertreibung wird eine Gedenk- und Anklagestätte verhindert. Dafür soll ein „Panoptikum“ am Rande der Stadt eingerichtet werden! Die Polen haben beim Bau ihrer Gedenk- und Anklagestätten nicht die Täter aus Deutschland und der Sowjetunion nach ihrer Meinung gefragt. In der BRD ist das anders. Die CDU-Frau Steinbach plus Gesinnungsgenossen, die nie Vertriebene wurden und unsere Ziele bislang sabotierten, haben mit den polnischen Vertreiber- und Okkupantenvertretern ein Panoptikum ausgehandelt, das man als Verrat bezeichnen kann.

Werner v. Nieswandt, Berlin

 

 

Flugs abgezogen
Betr.: „Ein ,Ungenügend‘ für Merkel“ (Nr. 16)

Von den zugesagten 1,1 Prozent Rentenerhöhung werden flugs wieder 0,25 Prozent abgezogen wegen Pflegeversicherung. Bleiben noch 0,85 Prozent.

Alfred Pfefferkorn, Unterthingau / Oberthingau

 

 

Opfer zu Statisten herabgewürdigt
Betr.: „,Gustloff‘“ (Nr. 10)

War die Versenkung dieses Schiffes ein Kriegsverbrechen oder ein normales, militärisches Ereignis? Eins war es auf jeden Fall: Ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Diesbezüglich hatten die Russen sowieso keine Skrupel, denn von ihnen war keine internationale Konvention bezüglich Kriegsführung unterschrieben worden. Maßgebliche Schuld an dem Geschehen trifft leider die Marineleitung, ein Schiff dieser Größe ohne genügend sichernde Boote auf See zu schicken und dann auch noch die Bordlichter einzuschalten.

Wenn man aber einen solchen Film noch mit einer windigen Liebesgeschichte glaubt anreichern zu müssen, dann wird er zu einem simplen Unterhaltungsfilm degradiert, das Interesse konzentriert sich mehr auf das Schicksal der beiden Personen, die wahnwitzigen Vorgänge drum herum sind dann nur noch Rahmenhandlung und die späteren Opfer zu Statisten herabgewürdigt. Das haben sie nicht verdient. Dann lieber Dokumentation.

Von welcher Warte aus ich schreibe? Ungefähr drei Wochen nach meinem 17. Geburtstag (Anfang Januar 1945) griff mich in Königsberg Feldgendarmerie auf, notierte sich meine Personalien und drohte mir mit Erschießung, sollten sie mich nochmals in Zivil erwischen.

Das war mein Marschbefehl in der Festung an die Front. (Eigentlich war ich als Offiziersanwärter für die Kriegsmarine gemustert.) Erschießungen fanden übrigens zur Abschreckung mehrmals am Nordbahnhof statt. Als ich nach einer Woche Fronteinsatz meine Mutter und die drei Geschwister (zwei Schwestern und ein Bruder) besuchen wollte, war mein Bruder (zehn Jahre) nicht da. Ich erfuhr, daß er durch eine Handgranate ins Krankenhaus kam, aber auch dort nicht mehr lag. Man sagte uns nur, daß er abtransportiert worden sei. Im Februar kämpften wir die Haffstraße zwischen Königsberg und Pillau frei mit dem Ziel, möglichst viele Frauen und Kinder aus der Festung zu bringen. Das geschah auch mit meiner Mutter und den beiden Schwestern. Sie kamen schließlich auf einem kleinen Schiff von Pillau bis nach Swinemünde, hatten gerade angelegt, als US-Bomber den Hafen angriffen. Das Schiff bekam einen Treffer, meine Mutter konnte gerade noch die Schwestern an Land bringen, dann war das Schiff versunken, mit unserer letzten Habe. War diese Bombardierung ein Kriegsverbrechen oder lediglich ein kriegsbedingtes Ereignis? Diese Bombardierung liegt auf der gleichen Ebene wie die von Dresden und Würzburg. Mein Bruder war auch durchgekommen und in Regensburg gelandet, wo man ihn amputieren wollte. Meine jüngste Schwester (3/4 Jahr alt) ist an den Folgen der Flucht gestorben.

Das erfuhr ich aber alles erst Jahre später.

Theo Nicolai, Deisenhofen

 

 

Ab zu Bush
Betr.: „Streit um Christen-Rettung“ (Nr. 17)

Es ist unverständlich, warum das dicht besiedelte Deutschland Tausende von christlichen Asylanten aus dem Irak aufnehmen soll. In Deutschland leben auf einen Quadratkilometer 230 Einwohner, in den USA 31. Die USA haben den Krieg angezettelt, da wäre es nur recht und billig, daß der religiös ambitionierte Präsident die Glaubensgenossen in seinem Land aufnähme.

Brigitte Bean-Keiffenheim, Frankfurt / Main


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