© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 46-08 vom 15. November 2008

Ein beispiellos ereignisreiches Jahr
Deutschlandtreffen, Aktivitäten in der Heimat, Aufbau der EUFV, Empfang in München und vieles mehr

Die Landsmannschaft Ostpreußen hat viel erlebt in ihrer nunmehr sechzigjährigen Geschichte, aber wohl noch kein so ereignisreiches Jahr wie 2008. In seinem Lagebericht vor der Ostpreußischen Landesvertretung (OLV) erinnerte der Sprecher an den Umzug der Geschäftsstelle zu Jahresbeginn, das Deutschlandtreffen im Mai mit der Rede von Bayerns stellvertretender Ministerpräsidentin Christa Stewens, das nunmehr achte Sommerfest der deutschen Vereine im südlichen Ostpreußen Anfang August und den großen Ostpreußen-Empfang der Bayerischen Staatsregierung im September. Anlaß dafür war das dreißigjährige Bestehend der Patenschaft Bayerns über die Ostpreußen. Eine Frucht dieser Patenschaft ist der Ausbau des „Kulturzentrums Ostpreußen“ in Schloß Ellingen.

Zu den weiteren Glanzlichtern des Jahres gehöre der sechste Kommunalpolitische Kongreß der LO in Allenstein unter Leitung von Bundesvorstandsmitglied Gottfried Hufenbach (die PAZ berichtete). Ferner habe die Ende 2007 gegründete „Europäische Union der Flüchtlinge und Vertriebenen“ (EUFV) ihre Tätigkeit aufgenommen und zweimal erfolgreich getagt. Das nicht zuletzt wegen des Einsatzes der LO in der EUFV zeitweilig angespannte Verhältnis zur Spitze des Bundes der Vertriebenen habe sich zuletzt wieder entspannt, konnte v. Gottberg berichten. Zu den weiteren Ereignissen gehörten ein gutes Gespräch mit Bayerns damaligem Ministerpräsidenten Gün-ther Beckstein, der ihn ausdrück-lich ermutigt habe: „Bleiben Sie bei Ihrer Linie.“ Ausdrücklich dankte der Sprecher der Kreisvertreterin von Labiau, Brigitte Stramm, für das Forum „Zukunft braucht Vergangenheit“, das sie im nördlichen Ostpreußen mit reger russischer Beteiligung durchgeführt habe. Frau Stramm und Klaus Lunau (Fischhausen) berichteten über 86 Teilnehmer und allein drei Fernsehübertragungen.

Mit dem Goldenen Ehrenzeichen wurden die OLV-Mitglieder Heinrich Matthée (Treuburg) und Elard Stein von Kamienski ausgezeichnet, letzterer auch für seine Tätigkeit in der Preußischen Genossenschaft des Johanniterordens, die es maßgeblich ermöglicht habe, ab 1993 Sozialstationen im südlichen Ostpreußen aufzubauen.

Ein weiterer Beratungsgegenstand in Bad Pyrmont war diese Zeitung, die unter dem Strich nach wie vor Überschüsse erwirtschaftet und über deren Weg mit viel Sympathie diskutiert wurde. LO-Sprecher v. Gottberg sprach von einem „wunderbaren Zeitungsprojekt“ für dessen dauerhafte Erhaltung „alles, aber auch alles versucht werden“ müsse.

Vor der OLV kündigte Wilhelm v. Gottberg nach nunmehr 16 Jahren an der Spitze des Verbandes seinen Rückzug von diesem Amt im Herbst 2009 an. Nur den Bitten vieler Landesleute folgend habe er die oft belastende Aufgabe so lange übernommen. (Weitere Berichte über das Wochenende in Bad Pyrmont sollen folgen.)            K.B.

Foto: LO-Schatzmeister Friedrich-Wilhelm Böld präsentiert der OLV einen kerngesunden Haushalt mit weiter steigenden Rücklagen (l.). Kaplan André Schmeier, unlängst zum Domherrn „befördert“, neben Pia Lingner-Böld. Der Sprecher ehrt Dr. Elard Stein von Kamienski (2. Bild v. r.). Ganz rechts der Vorstand der Landsmannschaft.


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