© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 46-08 vom 15. November 2008

MELDUNGEN

20 Millionen Euro für Castor

Gorleben – Rund 80 Stunden brauchte der elfte Castor-Transport, bis er das Zwischenlager in Niedersachsen mit einem Tag Verspätung erreichte. Aufgrund massiver Proteste waren rund 15000 Polizisten im Einsatz. „Wir als Land Niedersachsen können es uns nicht leisten, jedes Jahr an die 20 Millionen Euro für einen solchen Transport auszugeben“, klagte Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) und forderte vom Bund, sich nach der Wahl 2009 stärker der Entsorgungsproblematik anzunehmen. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel nahm die Proteste zum Anlaß, der Union vorzuwerfen, daß sie die Suche nach alternativen Endlager-Standorten in Bayern und Baden-Württemberg blockiere. Diese wiederum sieht keinen Bedarf, schließlich ist Gorleben gut erforscht.     Bel

 

Klar »ruhiger geworden«

Bruchsal – Der Leiter der Justizvollzugsanstalt Bruchsal, Thomas Müller, hat dem Ex-Terroristen Christian Klar bescheinigt, er sei „ruhiger und ausgeglichener“ geworden. Dieses Urteil ist mitentscheidend dafür, ob Klar nach Verbüßung der Mindesthaftzeit von 26 Jahren am 3. Januar 2009 entlassen werden kann. Die Bundesanwaltschaft hat die Entlassung bereits befürwortet. Offen blieb bei Müllers Stellungnahme, ob die „positive Entwicklung“ Klars schon vor längerem eingesetzt hat oder erst begann, als die Entscheidung über die Haftentlassung heranrückte. Klar sitzt wegen neunfachen gemeinschaftlichen Mordes und elf Mordversuchen in Haft. Er zeigt bis heute keinerlei Anzeichen von Reue für seine Verbrechen. Auch weigert er sich, die Namen der Schützen preiszugeben, die im Herbst 1977 die tödlichen Schüsse abgaben. (Siehe Kommentar Seite 8)             H.H.


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