© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 46-08 vom 15. November 2008

MELDUNGEN

Harte Auflagen für neues Geld

Washington – Im Rahmen der Finanzkrise sind einige Länder gezwungen, sich Geld beim Internationalen Währungsfonds zu leihen (IWF). Doch nur widerwillig nehmen Staatschefs die Hilfe an, da diese mit harten Bedingungen verknüpft sind. Inzwischen hat Ungarn einen Kredit in Höhe von 12,2 Milliarden Euro beantragt. Knapp 4,5 Milliarden davon werden sofort freigegeben. Dafür mußte Budapest unter anderem die Löhne der Angestellten im öffentlichen Dienst einfrieren und das 13. Monatsgehalt im kommenden Jahr aussetzen. Außerdem muß Ungarn mitteilen, wie es seinen Staatshaushalt zu sanieren beabsichtigt. Der IWF hat bereits der Ukraine mit einem Milliardenkredit unter die Arme gegriffen. Auch Island und Weißrußland hatten infolge der Finanzkrise Hilfen des Währungsfonds beantragt. Doch Island wurden die 1,4 Milliarden Euro bisher verweigert, da einige EU-Staaten blockieren. Bevor keine Einigung über Islands Verpflichtung zur Einlagensicherung ausländischer Guthaben bei den verstaatlichten isländischen Banken getroffen wird, erhält der Inselstaat kein Geld.       Bel

 

Kosovos Renten in USA versenkt

Pristina – Auch auf dem Amselfeld schlägt die internationale Finanzkrise zu: Der staatliche Pensionsfonds wurde auf Anraten des Internationalen Währungsfonds in „sicheren“ US-Banken angelegt, was bereits 60 Millionen Euro Verlust verursacht hat. Doch es drohen weitere Einbußen: Überweisungen von Auslandsalbanern und Zuwendungen internationaler Geber gehen ebenfalls dramatisch zurück. In der seit Februar 2008 unabhängigen Region sind laut Weltbank 55 Prozent der Menschen extrem arm, die Arbeitslosigkeit liegt bei 70 Prozent und wird bis 2020 kaum fallen. Jährlich drängen 28000 Berufsanfänger auf den Arbeitsmarkt, der nur 6500 aufnehmen kann.           W. O.


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