© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 46-08 vom 15. November 2008

Premier und Preußenfreund

Am 15. November 1708 wurde der 1. Earl of Chatham, William Pitt, in Boconnock (Cornwall) geboren. Pitt war zunächst Soldat, wurde dann aber 1735 zum Mitglied des Parlaments. 1746 wurde er Vizeschatzmeister von Irland und Generalschatzmeister der Armee. Preußens König Friedrich der Große war auf Pitt durch überragende Reden aufmerksam geworden, in denen dieser politische Ideen über die Rolle Englands in Übersee und auf dem europäischen Kontinent vertrat, die den Überzeugungen des Preußenkönigs sehr entgegenkamen. Schon nach dem Ende des Zweiten Schlesischen Krieges 1745 hatte der König daher seinen Botschafter in London angewiesen, Pitt, der damals noch gar kein bedeutendes Regierungsamt innehatte, mitzuteilen, wie sehr der König eine Verbreitung der Ansichten des Briten wünsche. Später wurde Pitt dann tatsächlich „Secretary of State for the Southern Departement“ und führte ab Juni 1757 die Staatsgeschäfte Londons in einer Weise, die Preußen sehr entgegenkam. Er sorgte dafür, daß Preußen in seinem Siebenjährigen Krieg gegen Englands Hauptrivalen in Übersee, Frankreich, und dessen Verbündete mit jährlich umgerechnet vier Millionen Reichstalern unterstützt wurde. Aus diesen Subsidien machte Friedrich durch Münzverschlechterung im Laufe der Jahre noch mehr Geld. Am 5. Oktober 1761 trat Pitt wegen regierungsinterner Differenzen zurück. Und damit wurden auch die Zahlungen Londons an Preußen eingestellt. Pitt starb am 11. Mai 1778 auf seinem Landsitz in Hayes (Kent).     J. Z.


Artikel per E-Mail versenden
  Artikel ausdrucken Probeabo bestellen Registrieren