© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 46-08 vom 15. November 2008

Leserforum

Erste Straßenbahn fuhr bereits 1946 wieder

Zu: „Königsbergs Tram droht das Aus“ (Nr. 44)

Die Artikel Ihres Korrespondenten Jurij Tschernyschew sind immer aktuell und kompetent und deshalb für uns alte Königsberger sehr interessant und lesenswert. Seine Fotos machen das Geschriebene dazu noch anschaulich. Manches, worüber er schreibt, stimmt leider traurig. So auch das möglicherweise bevorstehende Ende der langen Königsberger Straßenbahntradition. Dabei ist ihm ein kleiner Irrtum unterlaufen, indem er schreibt: „… bis zum 7. November 1947 war ihr Betrieb unterbrochen.“ Ich weiß nicht, woher er dieses Datum genommen hat. Meine persönliche Erinnerung ist, daß die Straßenbahn, zumindest auf der Strecke vom Kaiser-Wilhelm-Platz bis zur Luisenkirche, schon seit dem Sommer 1946 wieder fuhr. Das bestätigt auch Lucy Falk in ihrem Buch „Ich blieb in Königsberg“ aufgrund von Tagebuchaufzeichnungen.

Im November 1946 benutzte ich die Bahn mehrmals für meinen Schulweg vom Steindamm bis zur Luisenallee. Einmal, als eine Schulfeier in der Johanna-Ambrosius-Schule vorzeitig beendet werden mußte, weil mehrere Kinder vor Hunger und Aufregung zusammengebrochen waren, fuhr ich als einziger Fahrgast sogar von der Haltestelle Luisenallee die lange Strecke auf der Lawsker Allee bis zur Endstation nach Juditten und wieder zurück. Den pauschalen Fahrpreis von 20 Kopeken konnte ich gerade noch bezahlen.

Klaus Plorin, Rückersdorf

 

 

Seehofers guter Einstieg

Zu: „Bayerns Uhren wieder stellen“ (Nr. 44)

Seehofer scheint auf gutem Weg, hat er doch mit Tempo eine verjüngte Regierungsmannschaft der Öffentlichkeit vorgestellt und auch für sein Ministeramt in der Bundesregierung einen überraschenden Ersatz gefunden. Das ist schon mal ein guter Einstieg, der hoffen läßt, daß auch mit Hilfe des neuen Generalsekretärs v. Guttenberg unsere lieben Bayern bald wieder mehr Gefallen an der CSU finden. Und die Stärke der CSU hilft doch allen Konservativen, die wie wir Gutes erhalten und Schlechtes verändern und bessern wollen. Und gegenwärtig gibt es doch genug Schlechtes, das nicht auf konservativem Mist gewachsen ist.

Gottfried Kronacher, Konstanz

 

 

Klopse II

Zu: „Kaliningrader Klops“ (Nr. 42)

Auch ich hatte ein ähnliches Erlebnis – aber, sogar noch einige Jahre nach dem Mauerfall.

Ich besuchte meinen Bruder in Gransee / Mark. Auf dem dortigen Marktplatz wurden am Imbißstand angepriesen: „Kaliningrader Klopse“!

Ich sprach die Verkäuferin wegen der falschen Bezeichnung an. Richtig sei doch: Königsberger Klopse. Darauf eine energische Antwort mit – Kaliningrader Klopse! Meine Gegenantwort: Dann müßte auch die „Petersburger Schlittenfahrt“ (Klavierstück) in Leningrader Schlittenfahrt umbenannt werden. Wütend entfernte ich mich. Ob diese Frau, sei es eine Deutsche oder womöglich eine deutsch sprechende Russin, eventuell in stillen Stunden über meine Antwort nachgedacht hat?

Mein Heimatort liegt im Landkreis Königsberg. Im September war ich zum sechsten Mal zu Hause.

Gertrud Schulz, Freiburg i. Br.

 

 

Im Auftrag anderer

Zu: „Eisernes Kreuz“ (Nr. 41)

So habe ich das noch nicht gesehen, aber ich kann der Argumentation folgen, daß das Eiserne Kreuz nicht für Einsätze in Afghanistan und anderswo vergeben werden kann, da unsere Soldaten nicht für unser Land kämpfen, sondern im Dienst unserer Verbündeten oder überregionaler Organisationen stehen, die dann auch für deren Auszeichnungen zuständig sind.

Allerdings lohnt sich darüber auch kein Nachdenken, denn ich halte es für ausgeschlossen, daß das Eiserne Kreuz in unserem Land wieder zu seiner verdienten Ehre kommt, solange die gegenwärtigen Politiker das Sagen haben.

Helma Vermandel, Limburg

 

 

Danke für erstmaligen Bericht

Zu: Schriftleitertagung in der PAZ

In der Ausgabe Nr. 44 der Preußischen Allgemeinen Zeitung habe ich auf der Seite 15 einen Artikel mit Foto über die vor einigen Tagen in Bad Pyrmont abgehaltene Schriftleitertagung gefunden.

Ich habe diesen Beitrag mit Erstaunen, aber auch mit Genugtuung gelesen, denn es ist das erste Mal seit Jahrzehnten, daß ein solcher Artikel in Ihrer Zeitung erscheint und die Leser über die Existenz und die Arbeit der Schriftleiter informiert.

Die Schriftleiter sind die verantwortlichen Bearbeiter der Heimatbriefe und somit die Stützen jeder Kreis- und Stadtgemeinschaft. Ihre Tätigkeit geschieht im Hintergrund und ohne öffentliche Wahrnehmung, ist aber enorm zeit- und arbeitsaufwendig. Umso mehr freut es mich, daß die PAZ/Das Ostpreußenblatt auf unser Wirken aufmerksam gemacht hat. Danke.

Gerd Birth, Hückelhoven-Baal

 

 

Verbrechen, für die sich kein Gericht zuständig fühlt

Zu: „,Völkerrecht à la carte‘“ (Nr. 42)

Wie von den deutschen Medien ist auch von den polnischen keine korrekte Information zur Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes zu erwarten, darüber daß das Gericht zur völkerrechtswidrigen Vertreibung nicht entschieden hat, sondern lediglich die Zuständigkeit abgelehnt hat. Die Vertreibungsverbrechen sind so unglaublich, daß sich zur rechtlichen Klärung in unserer gegenwärtigen Zeit niemand zuständig fühlt. Diese Lücke wird mit Desinformation von linken sowjetfreundlichen Ideologen oder Opportunisten ausgefüllt.

Jeder Ostpreußenbesucher kann sich im polnischen Fernsehen von dem dortigen niedrigen Niveau ein Bild machen. Von der polnischen Sprache braucht man nicht viel zu verstehen, Bilder und Ton reichen. Auch im Zusammenhang mit dem Straßburger Urteil wird das Ziel der Desinformation sichtbar, das weiterhin linkslastig medienbeeinflußte Volk davon abzulenken, welche unglaubliche Schuld die polnischen Kommunisten und Sowjetstalinisten mit ihren Vertreibungsverbrechen auf sich geladen haben.

Siegfried Neckritz, Osnabrück

 

 

Zu Unrecht hingerichtet

Zu: „Im Wald von Katyn blühen die Rosen“ (Nr. 42)

Röhl gebührt für seine Gedanken Dank! Doch: Gibt es seitens der Bundesregierung Aktivitäten zu der Rehabilitierung der 15 im Zusammenhang mit Katyn zu Unrecht hingerichteten Wehrmachtsangehörigen?

Günter Garve, München

 

 

Rußland reagiert nur auf die USA

Zu: „,Sieger ohne Armee‘“ (Nr. 40)

Ich möchte Otto von Habsburg, was seine Meinung über Rußland anbelangt, heftig widersprechen. Man muß nicht Peter Scholl-Latour gelesen haben, um zu sehen, was Amerika in Osteuropa vorhat. Erst die von Amerika organisierte „Orangene Revolution“ in der Ukraine, dann Saakaschwilis Krieg gegen Rußland und zu guter letzt die Stationierung von „Verteidigungswaffen“ in Polen und Tschechien. Was erwartet denn die westliche Welt an Reaktionen der Russen?

Jelzin, der das Ipatjewhaus in Jekaterinenburg (dort wurde die Zarenfamilie auf Lenins Befehl umgebracht) in den 80er Jahren hat schleifen lassen, ist sicher kein Demokrat. Der Westen hat ihn so beeinflußt, daß er seinem Land eine Demokratie nach westlichem Vorbild überstülpen wollte.

Die Folgen sind bekannt. Nicht nur Rußlands Wirtschaft, sondern auch die russische Gesellschaft wurde ins Elend gestürzt. Ich war das ganze Jahr 1993 in Moskau und konnte dem Trauerspiel zuschauen.

Dann kam der im Westen allseitig geschmähte Putin an die Macht und tat das, was man im Westen nicht begreifen will, was aber die Russen von ihm erwartet haben. Er brachte so etwas wie Ordnung und Berechenbarkeit in das am Boden liegende Land.

Der Westen will einfach nicht begreifen, daß bis auf ein paar amerikahörige Russen sonst keiner eine Demokratie nach amerikanischem oder westeuropäischem Muster haben will. Übrigens haben auch die Iraker, Iraner und Afghanen keinen entsprechenden Bedarf.

Unsere Medien lassen Persönlichkeiten wie Peter Scholl-Latour selten und Gabriele Krone-Schmalz, eine exzellente Kennerin der Situation in Rußland, gar nicht zu Wort kommen, weil deren Meinung nicht gefragt ist.

Ich fühle mich nicht von Rußland bedroht, sondern indirekt von den USA, weil die verantwortungslose Politik der Amerikaner die Welt irgendwann in eine neue Katastrophe stürzen wird.

Dr. Knut Wuntke, Milow

 

 

DW hat auch politische Aufgaben

Zu: „Deutsche Welle wird immer englischer“ (Nr. 42)

Wenn wir politische Wirkung erzielen wollen, müssen wir sehen, daß wir viele Menschen erreichen. Da ist es zwar lobend, wenn wir unsere Sprache verbreiten wollen, aber was nützt es uns, wenn sie nur wenige verstehen. So lange die DW nicht nur ein Kulturprogramm ist, sondern auch aus politischen Gründen gehört werden will, muß sie es dem Interessierten leicht machen, ihre Inhalte zu verstehen.

Martha Wallenfels, Düsseldorf

 

 

In den Müll

Zu: „Sprüche to go“ (Nr. 41)

Aus Berlin war zu hören, daß unsere deutschen Mitbürger nicht jede Sprachverhunzung mitmachen. „Be Berlin“ hieß die großartige Losung, die der noch großartigere Berliner Bürgermeister seiner Stadt zu Werbezwecken verordnet hatte. Die Zeitungen waren nett und nahmen diesen Müll kurz auf, doch dann landete der Müll beim Müll, wo er hingehört. Von „Be Berlin“ wollten die Berliner nichts wissen. Ich wünschte mir, sie würden das auch auf ihren Bürgermeister anwenden, zumal wenn sich die Berliner CDU endlich unter neuer Führung zu einer wirklichen Opposition und Alternative aufraffen würde.

Werner Voss, München

 

 

Pläne für die Übernahme der DDR gab es nicht

Zu: Helmut Kohl (Nr. 40)

Die PAZ schreibt: „Helmut Kohl – Er ist der Kanzler der Einheit, da er als einer der ersten die Zeichen der Zeit erkannt hat und die Schwäche des Kremls zu nutzen wußte ... Dabei setzte er sich ... gegen massive Widerstände im In- und Ausland durch. Die von ihm propagierten ,blühenden Landschaften‘ auf dem Boden der ehemaligen DDR sind jedoch nur in einigen Regionen entstanden.“

Helmut Kohl kam zu der sogenannten „Wiedervereinigung“ wie die Jungfrau zum Kind! In einer Feierstunde im vollbesetzten Herkulessaal in der Residenz in München sagte Herr Schäuble vor einigen Jahren, daß die Bundesregierung unter Kohl von den Ereignissen überrollt worden sei, da sie keinerlei Kenntnis von den bevorstehenden Entwicklungen gehabt habe.

Es gab ein „gesamtdeutsches“ Ministerium, wobei nur Mitteldeutschland damit gemeint war. Es gab den Nato-Doppelbeschluß. Es gab die Hochrüstung im We-sten. Das waren alles Maßnahmen, um das verbrecherische Sowjetsystem niederzuringen.

Als der Tag x kam, waren weder Pläne für eine Übernahme der DDR vorhanden, noch eine entsprechende finanzielle Decke. Die Deutschen in der DDR haben sich selbst befreit. Wenn Kohl und Genscher auf den Zug aufgesprungen sind, so war das ihre Pflicht und Schuldigkeit, resultierend aus dem Grundgesetz.

Helmut Kohl hat sich sicherlich gegen massiven Widerstand der Engländer und Franzosen durchsetzen müssen. Die USA waren aber für eine Zusammenführung von West- und Mitteldeutschland.

Wo ist aber Ostdeutschland geblieben? Hat er auch um Ostdeutschland gekämpft, so wie es die ehemalige Reichsregierung getan hat? Zum Zeitpunkt des Mauerfalls weilte Helmut Kohl in Warschau. Das Attribut „Kanzler der Wiedervereinigung“ ist zu hoch gegriffen. Es könnte heißen „Kanzler der Zusammenführung von West- und Mitteldeutschland“.

Rudolf Maywald, München

 

 

Hart bedrängter Vortrag über Meinungsfreiheit

Zu: „Terror gegen Hemden“ (Nr. 41)

Ich glaube, daß man nicht unbedingt nach Berlin, Hamburg oder Köln reisen muß, um den „spontanen“ Volkszorn der Antifa auf sich zu ziehen. Dazu ein kleiner Erlebnisbericht über ein Ereignis „aus der Provinz“ vor nicht allzu langer Zeit.

Ein Freund machte mich kürzlich auf eine Vortragsveranstaltung in einer Dorfschänke in einem winzigen Ort nördlich von Köln aufmerksam. Thema der Veranstaltung: „Meinungsfreiheit in Deutschland – die tägliche Verfolgung von Andersdenkenden“. Veranstalter war eine eher unpolitische Diskussionsgruppe (Mitglieder meist älter als 60 Jahre). Vortragender war ein NPD-Abgeordneter aus Mitteldeutschland. – Nachdem wir uns in dem Lokal versammelt hatten (die Veranstaltung war nicht öffentlich beworben worden) und etwa 50 Personen auf den Vortrag warteten, betrat plötzlich der Wirt den Saal und sagte in sehr erregtem Ton: „Die Veranstaltung kann leider nicht stattfinden. Ich bitte Sie alle, das Lokal innerhalb einer Viertelstunde zu verlassen!“ Weitere Erklärungen lehnte er ab und verschwand wieder.

Draußen entdeckten wir eine offenbar teilweise angetrunkene grölende Menge von 20 bis 30 vorwiegend jugendlichen Antifa-Leuten, die aus dem Lokal herauskommende Gäste anpöbelten. Zwei Polizeiwagen standen etwas beiseite, die Polizisten griffen jedoch nicht ein. Ich selber stand noch eine Weile im Lokal am Tresen, um mein Bier auszutrinken. Als ich meinem Bekannten neben mir sagte: „Das war doch wohl eine abgekartete Sache“, wandte sich plötzlich ein etwa 60jähriger Mann neben uns mir zu und sagte in teils wütendem, teils verächtlichem Ton: „Mit solchem Abschaum wie Sie wollen wir nichts zu tun haben!“ Draußen standen immer noch die Antifa-Leute herum; die Polizeibeamten waren nun damit beschäftigt, die Kfz-Kennzeichen der Gäste des Lokals zu notieren.

Dr. Wolfgang Bockelmann, Krefeld


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