© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 46-08 vom 15. November 2008

Sinnentleert und einfach nervig
Praktikantenroman ohne Präsent-Potential – Schon die Einleitung ist ziemlich bizarr

Wer hat nicht einen Freund, ein Kind oder Nachbarn, der früher oder später mal ein Praktikum absolvieren muß. Da wäre es doch nett, wenn man diesem Mitmenschen als kleines Geschenk zur Einstimmung ein Büchlein zu dieser Lebenserfahrung schenken könnte. „Zwölf Stunden sind kein Tag – Der Praktikanten-Roman“ heißt dann ein mögliches Präsent, das in diesem Jahr auf den Buchmarkt gekommen ist.

Schon in der ziemlich bizarren Einleitung legt Autor Boris Fust seinem Roman-Praktikanten Arne eine weise Erkenntnis in den Mund: „Früher, an der Uni, dachte ich, man müsse viel wissen. Falsch. Unkenntnis ist eine Schlüsselqualifikation. Dummheit ist überall Einstellungsvoraussetzung. Und danach gilt es als Ausweis von Professionalität: es selbst im Grunde nicht zu wissen.“

Leider ist dies der intelligenteste Satz im Buch, das über weite Strecken einfach nur nervt. Arnes Chef, der Inhaber der Werbeagentur mobserv, die in der „Handytarif-namenerfindungsbranche“ tätig ist, ist einfach zu durchgeknallt und zu bedeutungsleer, die Kollegen sind dermaßen hyperaktiv beim Nichtstun, daß einem schon ganz schwindelig wird. Sätze wie „Reinkarnation und Karma! Die Geheimwissenschaften im Umriß! Das Wesen der Farben!“ sind zwar entlarvend, lustig sind sie jedoch nicht.     Bel

Boris Fust: „Zwölf Stunden sind kein Tag – Der Praktikanten-Roman“, Piper, München 2008, broschiert, 219 Seiten, 7,95 Euro


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