© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 02-09 vom 10. Januar 2009

Grausige Funde
Wilhelm v. Gottberg: Verbrechen aufklären

Ein großes Massengrab wurde Ende Oktober bei Erdarbeiten in unmittelbarer Nähe der Marienburg gefunden. Bei Bodenuntersuchungen für einen Hotelneubau kamen die Überreste Dutzender unbekleideter Toter zutage. Im November spülten kräftige Regenfälle weitere 200 Skelette zutage, bis Weihnachten stieg die Zahl der gefundenen Schädel von Männern, Frauen und Kindern auf 1500. Wie der Internetdienst „Polskaweb“ berichtet, sprechen die zentrale Lage des Massengrabes mitten in der Stadt und Merkmale der Toten dafür, daß es sich bei den Opfern um Deutsche handelt, die hier 1945 bestattet bzw. beseitigt wurden. Im Internet ist zu lesen, daß das Auswärtige Amt – genauer dessen Rechtsabteilung und das Referat 503 (Kriegsfolgen) – sich in der Sache für unzuständig hält und nicht aktiv werden will.

Ostpreußen-Sprecher Wilhelm v. Gottberg weist darauf hin, daß offenbar die weitaus meisten der in Marienburg gefundenen Toten Ost- und Westpreußen waren. „Die Identifizierung und würdige Beisetzung dieser Toten ist ein Gebot der Menschlichkeit. Die Angehörigen verdienen Aufklärung über das Schicksal ihrer seit Jahrzehnten Vermißten.“ Er wolle in dieser Sache nicht mit dem Finger auf das Auswärtige Amt zeigen, so v. Gottberg, dafür aber um so mehr all diejenigen meist jungen Polen loben, „die heute in wahrhaft europäischer Gesinnung die volle Aufklärung dieser grausamen Ereignisse anmahnen“. Siehe auch S. 12.             K.B.


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