© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 02-09 vom 10. Januar 2009

Ideologischer Vorschlag von links
von Harald Fourier

Wenn im Fernsehen ein Bericht über unser Bildungswesen angekündigt wird, dann verfinstern sich regelmäßig die Gesichtszüge der Moderatoren. Zwar schneiden wir Deutsche bei der Pisa-Studie langsam immer besser ab, aber dennoch wird stets davor gewarnt, unser Schulsystem sei „nicht durchlässig“ genug und „zu statisch“. Das Einkommen und der Beruf der Eltern seien entscheidend für die eingeschlagene Schulkarriere – ja für den ganzen weiteren Lebensweg.

Natürlich ist da etwas dran. Wie sollte es auch anders sein? Das hohe Einkommen der Eltern ist im Regelfalle die Folge ihrer speziellen Bildung, die sie an ihre Kinder weitergeben. Natürlich gibt es akademisch gebildete Eltern, deren Sprößlinge sich viel eher für Handwerkliches prädestiniert fühlen und es daher bei Haupt- oder Realschulabschluß bewenden lassen.

Andersherum gibt es ebenso Kinder, die es zum Abitur bringen, obwohl sie nicht aus einem Haus von Abiturienten stammen. Selbstverständlich sollte die Schule solchen Bildungsaufsteigern durch Fördern und Fordern alle Türen öffnen.

Doch der Linkspartei geht es um etwas ganz anderes als um kindgerechte Chancengleichheit. In Berlin wollen die  Postkommunisten Quoten einführen, um mehr Kinder auf die Gymnasien zu kriegen, nicht weil sie dazu begabt wären, sondern weil sie „sozial benachteiligt“ aufwüchsen – Schulzuweisung nach den Maßgaben der sozialen Umverteilung also (siehe Beitrag  unten).

Die Stoßrichtung der Genossen ist klar: Sie wollen, daß alle Schulkinder gleich sind. Und wenn sie es nicht sind, dann müssen sie eben gleich gemacht werden.

Denn wenn ein eigentlich dazu nicht hinreichend begabter Schüler per Sozialquote ins Gymnasium gedrängt wird, nur weil seine Eltern ganz oder teilweise von staatlichen Transferleistungen leben, dann müssen der Lernstoff und seine Vermittlung seinen Bedürfnissen Rechnung tragen, was zwangsläufig auf Kosten der Schüler ginge, die sich (ob aus reichem oder armem Hause) durch ihre Leistungen und Neigungen für diese Schulform qualifiziert haben.

Der Vorstoß zeigt, wie tief die angeblich reformierte Ex-SED noch immer im Sumpf einer dunkelroten Ideologie steckt. Auch in der DDR wurden einst Kinder, die nicht aus der „Arbeiter- und Bauernschicht“ stammten, bei den Bildungschancen benachteiligt. Damit sollten die alten Eliten, die dem Sozialismus traditionell fernstanden, langfristig ausgemerzt werden.


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