© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 02-09 vom 10. Januar 2009

Party für RAF-Klar
Sympathisanten feiern Freilassung

Als Christian Klar aus der Haft entlassen wurde, stand die RAF-Sympathisantenszene schon Gewehr bei Fuß, um mit dem Ex-Terroristen das Ende seiner 26jährigen Strafhaft und seinen Umzug nach Berlin zu feiern. Am 29. Dezember gaben RAF-Freunde (Motto: Antifaschistisch, antikapitalistisch, revolutionär) eine kleine „Willkommensparty“.

Es erschienen etwa 30 überwiegend junge Personen, berichtet die „Bild“-Zeitung. Klar selbst war nicht dabei. Er hatte zuvor erklärt, er wolle nicht öffentlich in Erscheinung treten. Gegen Medien, die Bilder von ihm veröffentlichen, will er vorgehen.

Aber das Abtauchen ins Privatleben wird der Entlassene nicht durchhalten, da inzwischen ganz Berlin weiß, daß er demnächst am Berliner Ensemble (BE) ein Praktikum antritt. Intendant Claus Peymann hatte Klar dies angeboten. Der BE-Betriebsratschef hat sich deswegen schon zehnmal mit dem Serienkiller getroffen.

Die linksradikale Szene ist erfreut über den Zuwachs. Es herrscht Aufbruchsstimmung. Erst in der Silvesternacht kam es neben einem mysteriösen Angriff auf eine Polizeiwache im Prenzlauer Berg (siehe Beitrag links) auch wieder zu Brandanschlägen gegen Autos. In den Innenstadtbezirken wurden sieben Wagen angezündet. Acht weitere wurden dabei schwer beschädigt.

Seit Jahren brennen in Berlin immer wieder Pkw, Busse und Lastkraftwagen. Vor allem Nobelkarossen und Firmenwagen, die sie in Zusammenhang bringen können mit der „Globalisierung“ (Sicherheit, Kommunikation, Logistik), haben die Täter im Visier. Insgesamt zählte die Berliner Polizei im vergangenen Jahr 92 Anschläge, immerhin ein leichter Rück­gang gegenüber 2007 mit 113 Übergriffen.                          M.S.


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