© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 02-09 vom 10. Januar 2009

Die Lage der Stadtwerke

Eigentlich sind sie die Mehrheit, denn von über 900 Strom- und Gasversorgern sind rund 700 kommunale Unternehmen. In ihrer Stadt oder Gemeinde versorgen sie die meisten Haushalte und betreiben vor allem die Stromnetze auf ihren letzten Kilometern zum Endverbraucher, doch gegenüber den vier Großen im Stromgeschäft ist ihre Marktmacht trotz der großen Zahl gering.

Zwar beträgt der Anteil der kommunalen Unternehmen an der Stromversorgung in Deutschland rund 40 Prozent (47 Prozent bei der Gasversorgung), doch bei der Stromerzeugung sind sie abhängig von E.on, Vattenfall, EnBW und RWE. Diese vier bestimmen mit zwischen 80 bis 90 Prozent Marktanteil die Erzeugung des Stroms. Also kaufen die Kunden der Stadtwerke zu einem beachtlichen Teil den Strom der Energiegiganten. Zwar unternehmen die Stadtwerke große Anstrengungen, um ihre Eigenerzeugung auszubauen, doch der Bau von Kraftwerken kostet Milliarden. Und nicht nur hier hat der  Kunde der heimischen Stadtwerke die vier Großen mit im Boot. Die Hälfte der 700 kommunalen Versorger hat eine private Rechtsform, die es den Großen möglich macht, sich auch hier einzukaufen. Dies ist bei über 300 Stadtwerken der Fall.

Obwohl die Erlöse vieler kommunaler Stromerzeuger attraktiv sind, manche Stadtwerke ihren kommunalen Eigentümern sogar Einnahmen in ihre eher klammen Haushalte spülen, ist die Betreuung der regionalen Netze aber auch kostenintensiv. Der Verband der kommunalen Unternehmer e. V. beklagt, daß die Bundesnetz-agentur die Netzentgelte gesenkt hat, so daß die Rendite leide. Doch nur Gewinn ermöglicht neue Investitionen in die Netze und den Kraftwerkbau.                 Bel


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