© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 02-09 vom 10. Januar 2009

MELDUNGEN

Nach Mauerfall enttäuscht

Berlin – Fast 20 Jahre nach dem Fall der Mauer ist die Freude über die Wiedervereinigung bei vielen Deutschen verflogen. Das hat eine von der „Berliner Zeitung“ in Auftrag gegebene Umfrage ergeben. Dabei zeigten sich viele der 1000 Befragten in Ost und West von den Entwicklungen seit 1989 enttäuscht. Erwarteten damals 71 Prozent der Mitteldeutschen, daß sich ihre persönlichen Lebensverhältnisse verbessern würden, sagen heute nur 46 Prozent, daß dies auch eingetroffen sei. Im Westen seien es sogar nur 40 Prozent gegenüber 52 Prozent im Jahr 1989. Der Studie zufolge ist jeder vierte Mitteldeutsche der Ansicht, daß es den Menschen in den neuen Bundesländern heute schlechter gehe als vor 1989.                 idea/PAZ

 

Djerba-Mitwisser vor Gericht

Karlsruhe/Paris – In Frankreich läuft der Prozeß gegen die Drahtzieher des Terroranschlags in Djerba vom 11. April 2002. Mit auf der Anklagebank sitzt der deutsche Konvertit Christian G. Er war bald nach dem Anschlag festgenommen worden, doch die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe erhielt vom Bundesgerichtshof keinen Haftbefehl. Dieser sah in der Tatsache, daß der wegen seiner Verbindungen zu islamistischen Extremisten bereits abgehörte Christian G. wenige Stunden vor dem Anschlag mit dem Selbstmordattentäter telefoniert hatte, keinen Beleg für seine Mitwisserschaft. Zwar gab der Verdächtige sogar zu, Kontakte zu Al Kaida zu haben und in afghanischen Terrorlagern gewesen zu sein, doch damals war die Unterstützung einer „ausländischen“ Terrororganisation nach Paragraph 129a zur „Bildung terroristischer Vereinigungen“ noch nicht strafbar. Erst 2003 wurde der aus RAF-Zeiten stammende Paragraph entsprechend erweitert.                 Bel


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