© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 02-09 vom 10. Januar 2009

MELDUNGEN

Pionier der Missionsarbeit

Goch/Steyl – In Goch, einer an der deutsch-niederländischen Grenze gelegenen Kleinstadt am Niederrhein, wurde dem tiefreligiösen katholischen Ehepaar Gerhard Johannes und Anna Katharina Janssen am 5. November 1837 mit Arnold ein zweites Kind geschenkt. Neun weitere folgten. Arnold Janssen machte Abitur und studierte Theologie. 1861 wurde er zum Priester der Diözese Münster geweiht, anschließend arbeitete er als Lehrer und Seelsorger. Doch fühlte er sich der weltweiten Verbreitung des Wortes Gottes verpflichtet, in deren Dienst er sich nun stellte. Er gab die volkstümliche Monatsschrift „Der kleine Herz-Jesu-Bote“ heraus, in der er mehr Engagement für die Mission verlangte. Was Janssen von anderen forderte, tat er auch selbst. Er gründete eine Ausbildungsstätte für Missionare, und da zu Zeiten des Kulturkampfes (1871–78) im Deutschen Reich ein antikatholisches Klima herrschte, tat er dies jenseits der Grenze im niederländischen Grenzstädtchen Steyl. Mit bischöflichem Segen weihte er dort 1875 ein von ihm erstandenes Wirtshaus zum Mutterhaus der ersten deutschen Missionsgesellschaft, der „Gesellschaft des Göttlichen Wortes“. Sankt Michael, so der Name des Hauses, fand bald segensreiche Helferinnen, die sich ebenfalls der Mission verpflichtet fühlten. Für sie und zur Gewinnung weiblicher Hilfskräfte der Missionare in der Fremde gründete er 1889 die Kongregation der „Dienerinnen des Heiligen Geistes“. 1896 wählte Janssen einige der Schwestern aus, um einen kontemplativen Zweig zu gründen, die Kongregation der „Dienerinnen des Heiligen Geistes von der ewigen Anbetung“. Sie sollten mit ihrem Gebet die beiden anderen von Janssen gegründeten Missionsgemeinschaften unterstützen. Janssens Werk ist nachhaltiger Erfolg beschieden, der über seinen Tod hinausgeht. Vor 100 Jahren, am 15. Januar 1909, starb Arnold Janssen in Steyl, wo er auch begraben ist. Papst Johannes Paul II. sprach ihn 2003 heilig, zwei Jahre später wurde seine damals zu Preußen gehörende Geburtsstadt zum Wallfahrtsort erhoben. In jenem Jahr 2005 zählte die Steyler Ordensfamilie 6075 Missionare, 3738 Missionsschwestern und 397 Anbetungsschwestern aus insgesamt 68 Nationen, die in ungefähr gleich vielen Ländern ihren Dienst verrichteten.      M. R.

 

Fridericianisches Symposion

Rheinsberg – Der Kunst- und Kulturverein Rheinsberg e. V. führt am 9. und 10. Mai 2009 sein 18. Symposion zur Fridericianischen Zeit durch. Nähere Informationen erteilt Prof. Dr. Jürgen Ziechmann, Telefon (04486) 9209080, E-Mail: info@juergen-ziechmann.de.   PAZ


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