© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 02-09 vom 10. Januar 2009

Erst Berliner, jetzt Zyprioten
Deutsch-Türkin Yadé Kara versucht, an ihren Debuterfolg anzuknüpfen

2004 erhielt die deutsch-türkische Autorin Yadé Kara für ihren im Jahr zuvor erschienen Erstlings-Roman „Selam Berlin“ den Deutschen Bücherpreis und den Adelbert-Chamisso-Förderpreis. Nun versucht die 1965 geborene, im Alter von sechs Jahren nach Deutschland gekommene Journalistin mit „Cafe Cyprus“ an den Erfolg ihres Debuts anzuknüpfen. Dies gelingt ihr zwar nicht, doch wer „Selam Berlin“ liebte, wird „Cafe Cyprus“ mögen. Der Held von damals ist auch der Held von heute. Hasan Kazan, dessen Erlebnisse im Berlin zur Zeit des Mauerfalls die Handlung des ersten Romans bestimmten, zieht es im zweiten Teil nach London. 

Dort landet Hasan erst einmal im Kebab Transporter seines Cousins. Doch hier verdient er zu wenig für das kostspielige Überleben samt Sprachschule in London. In „Ali’s Supermarkt“ beginnt er einen Zweitjob. Dem Supermarkt gegenüber gelegen ist das „Cafe Cyprus“, dessen Besucher den Deutsch-Türken faszinieren. Hier treffen griechische und türkische Zyprioten aufeinander wie in Berlin Ost- und Westdeutsche.

Offenbar will die Autorin die in ihrem ersten Roman preisgekrönt geschilderten Gegensätze wiederholen, doch der Funke springt nicht über. Die im „Cafe Cyprus“ geführten Debatten über die Leiden eines geteilten Landes sind bestenfalls interessant, die Spannungen zwischen den verschiedenen Positionen in der Zypernfrage wirken jedoch nur wie Gezänk alter Männer.   Bel

Yadé Kara: „Cafe Cyprus“, Diogenes, Zürich 2008, gebunden, 374 Seiten, 19,90 Euro


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