© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 02-09 vom 10. Januar 2009

ZITATE

Einen Monat vor dem Freitod von Adolf Merckle verteidigte ein ranghoher deutscher Konzernchef den Industriellen in der „Welt“ gegen den Vorwurf, sich verantwortungslos „verzockt“ zu haben:

„Mit Kostenkontrolleuren wäre das deutsche Wirtschaftswunder der 50er und 60er Jahre  niemals wahr geworden. Mit solchen Typen wie Merckle schon.“

 

Der Kommentator der „Frankfurter Allgemeinen“ (6. Januar) bezeichnet die als Konjunkturspritze bezeichnete Anhebung des Grundfreibetrags als „Kosmetik“ und lästert:

„Rechnen wir nach: Der Freibetrag beträgt 7664 Euro. Wird er um 336 Euro erhöht, sinkt die Steuerlast bei dem gültigen Eingangssatz von 15 Prozent um 50,40 Euro. Im Jahr. Ergibt 4,20 Euro im Monat. Vermutlich machen sich die Bürger schon bereit, Kaufhäuser zu stürmen und Autos zu bestellen.“

 

Der Führer der republikanischen Opposition im US-Repräsentantenhaus, John Boehner, gab angesichts des abermals viele 100 Milliarden Dollar schweren Konjunkturprogramms des neuen US-Präsidenten Barack Obama zu bedenken:

„Das ist kein Paket, das jemals von der jetzigen Generation bezahlt werden kann. Unsere Kinder und Enkel werden dafür bezahlen.“

 

Wieder einmal hat eine Bundesregierung ihre Versprechen auf mehr Haushaltsdisziplin gebrochen. Doch beim nächsten Mal, verspricht die SPD in einer Erklärung, soll alles anders werden:

„Sobald der nächste Aufschwung kommt, muß eine langfristig orientierte Finanzpolitik, die wir vertreten, das Ruder wieder herumreißen.“

 

Haben die Sozialdemokraten dabei den irischen Dramatiker George Bernard Shaw (1856–1950) beherzigt? Der schrieb zum Thema Wahrheit und Politik:

„Für einen Politiker ist es gefährlich, die Wahrheit zu sagen. Die Leute könnten sich daran gewöhnen, die Wahrheit hören zu wollen.“


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