© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 09-09 vom 28. Februar 2009

Nationalismus
Prager Parlament bekräftigt Vertreibung

Das tschechische Parlament hat den Lissabon-Vertrag gebilligt, allerdings steht noch die Zustimmung des Senats aus. Außerdem beschloß das Parlament eine Begleitresolution, die auf die Bekräftigung der Vertreibung abzielt. Die beiden führenden vertreter der Sudetendeutschen, Volksgruppen-Sprecher Bernd Posselt, und der SL-Bundesvorsitzende Franz Pany haben dies als „Ausdruck des schlechten Gewissens“ zurückgewiesen. In der Entschließung werde „in rückwärtsgewandter Weise erneut versucht, die rassistischen Benesch-Dekrete für vereinbar mit den Menschenrechten und der EU-Grundrechtecharta zu erklären“. Dieser, wenn auch vorsichtig formulierte, Versuch, die Unrechtsfolgen der Vertreibung zu verewigen, zeige, „daß dieses Thema endlich im direkten Dialog mit den betroffenen Sudetendeutschen behandelt und einer einvernehmlichen Lösung zugeführt werden“ müsse, da es die die deutsch-tschechischen Beziehungen sowie die gesamte tschechische Außen- und Europapolitik immer wieder belaste. „Es ist höchste Zeit, daß der nationalistische Müll einer unseligen Vergangenheit in europäischem Geist entsorgt wird,“ betonten Posselt und Pany.      K.B.


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