© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 09-09 vom 28. Februar 2009

MELDUNGEN

Traumata der Kriegskinder

München – Ein weit größeres Ausmaß als bislang angenommen haben die Traumatisierungen aufgrund von Krieg und Vertreibung bei der Generation der damaligen Kinder. Wie der Münchner Psychologe Michael Ermann in der bislang aufwendigsten Studie dieser Art aufweisen konnte, ist jeder Vierte der zwischen 1933 und 1945 Geborenen in seiner psychosozialen Lebensqualität eingeschränkt. „Etwa jeder zehnte gilt als traumatisiert und zeigt deutliche posttraumatische Beschwerden“, so der 1943 in Stettin geborene Wissenschaftler im „Spiegel“. „Wenn jemand als Kleinstkind durch brennende Städte getragen wurde, dann erzeugt das Erregungszustände, an die man sich zwar nicht mehr bewußt erinnert, der Körper vergißt sie aber nicht. Wir nennen das Körpererinnerung.“ Diese Belastungen würden „wenn auch in verdünnter Form“ an Kinder und Enkel weitergegeben.         K.B.

 

Tugenden vermitteln

Dortmund – Verstärkte Anstrengungen, um Bildungsmängel bei jungen Menschen zu beheben, fordert der Präsident des Zentralverbands des deutschen Handwerks, Otto Kentzler. Nicht nur Grundfähigkeiten wie Lesen, Rechnen und Schreiben, sondern auch Tugenden wie Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Fleiß ließen bei vielen Schulabgängern zu wünschen übrig, sagte der katholische Unternehmer. Das Handwerk nehme sich seit Jahren der lernschwächeren Jugendlichen an. „Es kann aber nicht allein an den Betrieben hängen bleiben, die Defizite bei jungen Menschen auszugleichen“, so Kentzler. Alle Beteiligten seien in der Pflicht – Familien, Kindergärten, Schulen, aber auch Wirtschaft und Politik. „Wir benötigen einen ganzheitlichen Bildungsansatz, der bereits bei der frühkindlichen Bildung ansetzt“, so der Handwerkspräsident. idea


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