© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 09-09 vom 28. Februar 2009

Nur noch wenige Deutsche in Ostpreußen

Im Jahre 1989 lebten laut Bundesinnenministerium noch etwa 30000 Deutsche im südlichen Ostpreußen. Der polnische Staat leugnete bis 1990/91 jedoch die Existenz der deutschsprachigen Minderheit in Polen, diskriminierte sie und verbot den Gebrauch der deutschen Sprache. Erst der Abschluß des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrags vom 17. Juni 1991 brachte der deutschen Volksgruppe die (eher bescheidenen) Minderheitenrechte nach KSZE-Standard. Angesichts der erzwungenen Assimilation zwischen 1945 und 1990 war eine kulturelle Entwicklung der Deutschen in Ostpreußen und anderen polnisch gewordenen Gebieten  kaum möglich und sogar die langfristige Existenz der Volksgruppe gefährdet. Hunderttausende verließen als Aussiedler ihre Heimat. Doch auch nach der Wende hatten die Deutschen große Schwierigkeiten aufgrund der geringen Akzeptanz in der polnischen Bevölkerung. Zweisprachige Ortsschilder beispielsweise gibt es bisher nur ganz vereinzelt in Oberschlesien und selbst diese werden mitunter beschmiert. Die Gründung von Minderheitenorganisationen wie des „Verbands der Vereinigungen Deutscher Bevölkerung im ehemaligen Ostpreußen“, der über 20 Vereine vertritt, hat die Lage der deutschen Minderheit verbessert. Sie ist im polnischen Parlament derzeit nur indirekt durch zwei oberschlesische Abgeordnete vertreten. Innerhalb der Vereine gibt es Generationskonflikte, da die Interessen der älteren und der jüngeren Mitglieder auseinanderdriften. Die jüngere Generation ist überwiegend polnischsprachig aufgewachsen und „fast etwas zu gut“ integriert.            MRK


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