© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 09-09 vom 28. Februar 2009

MELDUNGEN

Moskau rüstet um

Moskau - Kleiner und professioneller soll die russische Armee werden. Wie das Verteidigungsministerium bekanntgab, soll die Personalstärke der Truppe von derzeit 1,26 bis 2016 auf eine Million verringert werden, wobei der Anteil der Längerdienenden kräftig steigen soll (die PAZ berichtete). Die derzeit 22000 Panzer will man bis 2020 auf 13000 reduzieren, Kampfflugzeuge von 4400 auf 3200, Interkontinentalraketen von 500 auf 350. Das eingesparte Geld will man zur Verbesserung von Besoldung, Bekleidung und Behausung der Soldaten verwenden. Auch will Moskau sein Feindbild reformieren: nicht mehr „gegen USA und den aggressiven NATO-Block“, da ein „möglicher Konflikt mit China“ realistischer scheint.          W.O.

 

Trüber Kosovo-Jahrestag

Pristinia - Die Feiern zum ersten Jahrestag kosovarischer Unabhängigkeit verliefen eher lustlos. Erst 55 Länder haben das Kosovo anerkannt, viele auf US-Druck hin. Serbien klagt vor dem Internationalen Gerichtshof gegen die Unabhängigkeit seiner früheren Südprovinz, was Anerkennungen verhindert und in der Tschechischen Republik sogar eine Diskussion über die Widerrufung der Anerkennung zur Folge hatte. Kosovo ist seit langem ein Armenhaus Europas, das nun weiter verelendet: Die Inflation stieg auf 13 Prozent, die Arbeitslosigkeit liegt offiziell bei 45 Prozent, real aber noch weit höher. Laut Weltbank muß die Hälfte der Bevölkerung mit maximal 1,42 Euro pro Kopf und Tag auskommen. Stromsperren und Gewalt gegen Nicht-Albaner gehören zum Alltag. Die angestrebte Rückehr mehrerer Zehntausend geflohenen und vertriebenen Serben hat noch nicht einmal begonnen.             W.O.


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