© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 09-09 vom 28. Februar 2009

MELDUNGEN

Globale Pleitewelle

New York – Allein in den ersten Wochen des Jahres 2009 bis zum 17. Februar gingen mehr Firmen, die von der Rating-Agentur Standard & Poor’s eingestuft werden, pleite, als in den Gesamtjahren 2006 und 2007. Zu drei Vierteln handelt es sich dabei um US-Unternehmen. Die New Yorker Agentur geht davon aus, daß die Insolvenzen weitergehen: Firmen mit einem Gesamtschuldenstand von 485,7 Milliarden US-Dollar drohe eine Herabstufung ihrer Bonität in diesem Jahr. Eine solche Herabstufung hat zur Folge, daß die Unternehmen höhere Zinsen für Kredite zahlen müssen („Risikoaufschlag“), was eine Insolvenz näherrücken läßt.  H.H.

 

Almunia über Polen verärgert

Warschau – Der Präsident der polnischen Notenbank, Slawomir Skrzypek, hat den Zeitplan seines Landes für den Beitritt zum Euro öffentlich infrage gestellt. Für einen Beitritt schon im Jahre 2012 sei Polen nicht reif, so  Skrzypek. Damit fiel er Ministerpräsident Donald Tusk in den Rücken. Tusk hatte die polnischen Medien verbreiten lassen, daß er bereits Verhandlungen über die Aufnahme seines Landes in den „Wechselkursmechanismus 2“ (WKM2) aufgenommen habe, die als Vorstufe für den Euro-Beitritt gilt. Innerhalb des WKM2 dürfen Währungen nur noch um maximal 15 Prozent gegenüber dem Euro schwanken. Daß Tusk den Verhandlungsbeginn öffentlich gemacht hat, sorgte für Verstimmung. Normalerweise geschieht dies mit Rücksicht auf die Devisenmärkte diskret. EU-Währungskommissar Joaquín Almunia gab sich verärgert und warnte mit Hinblick auf Polen davor, den Euro durch Aufnahme instabiler Staaten zu schwächen. Der Zloty hat seit August 2008 gegenüber dem Euro fast ein Drittel seines Werts verloren.                     H.H.


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