© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 09-09 vom 28. Februar 2009

Kriegsmuseum
von Konrad Badenheuer

Nichts spricht gegen ein Museum des Zweiten Weltkriegs in Danzig. Wenn die Konzeption auch noch versöhnlich-übernational ist, und das Vorhaben in deutsch-polnischer Kooperation verwirklicht wird - umso besser.

Genau mit diesem Anspruch kommt das von Polens Premier Donald Tusk vorgeschlagene Projekt auch daher, und es war absehbar, daß Deutschlands politische Klasse darauf fliegen würde. Der Umstand, daß Tusk mit diesem Vorschlag das „sichtbare Zeichen“ in Berlin zum Gedenken an die Vertreibung verhindern wollte, hätte allerdings zu Vorsicht mahnen sollen. Und was nun an konzeptionellen Vorarbeiten bekannt wurde, macht erst recht skeptisch. Es ist leider damit zu rechnen, daß im Jahre 2014 in Danzig ein Museum eingeweiht wird, das durch große Weglassungen und kleine Unwahrheiten ein insgesamt falsches Bild über Vorgeschichte, Verlauf und Folgen des Zweiten Weltkriegs zeichnen wird. Nationalismus auf leisen Sohlen - bestenfalls. Schlimmstenfalls darf der deutsche Steuerzahler die Verbreitung handfester Manipulationen mitfinanzieren, wobei gerade dieses Engagement den Fälschungen sogar noch den Anstrich der Objektivität geben würde.


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