© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 09-09 vom 28. Februar 2009

Multikulti lebt
von Hans-Jürgen Mahlitz

Multikulti ist tot – es lebe das Multikulturelle! Klingt paradox, ist es aber nicht. Paradox ist lediglich, was uns von ideologiebewegten Schwärmern, Weltverbesserern  und Gesellschaftsveränderern als angeblich multikulturell vorgegaukelt wird.

Da wurde ein Begriff so lange umgedeutet, bis er sich als Rechtfertigung für jede nur denkbare gesellschaftspolitische Abartigkeit herhalten ließ. Von der Diktatur kleiner, aber radikaler Minderheiten über die meist schweigende Mehrheit bis hin zur ungehemmten Zuwanderung in unsere überforderten Sozialsysteme oder die Herausbildung quasi rechtsfreier Parallelgesellschaften – im politisch korrekten Gutmenschenvokabular wurde alles zu „Multikulti“ geschönt. Immer mit dem Unterton: Wer nicht mitmacht, ist engstirnig, reaktionär, nationalistisch oder schlimmeres.

Höchste Zeit also, dieser systematisch betriebenen Begriffsverwirrung entgegenzutreten! Im ursprünglichen Sinne sollte „multikulturell“ eigentlich etwas mit Kultur zu tun haben. Was aber bei vielen Fehlentwicklungen, die sich heute mit diesem Etikett zieren, eindeutig nicht der Fall ist.

Hingegen war die abendländische Kultur, wie sie sich aus ihren jüdisch-christlichen und griechisch-römischen Wurzeln entwickelt hat, in diesem ursprünglichen Sinne multikulturell. Das Gesicht der europäischen Kultur ist geprägt von Vielfalt, nicht von Gleichmacherei. Davon zeugen auch die rund 300 nationalen Minderheiten in Europa. Sie zu schützen, zu pflegen und zu fördern ist eine zutiefst konservative Aufgabe. Auf die Segnungen pseudo-multikultureller Ideologien und Utopien hingegen können wir gern verzichten.


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