© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 09-09 vom 28. Februar 2009

Donauschwabe zeigt in Wien neue Graphik

Der aus dem Banater Werschetz im heutigen Serbien stammende donauschwäbische Künstler Robert Hammerstiel zeigt derzeit im Leopold Museum 75 Zeichnungen und Druckgraphiken der vergangenen Jahrzehnte. Hammerstiels „Winterreise“ ist eine Hommage an Franz Schuberts Liederzyklus, wobei der Titel die eigene donauschwäbische Kindheit in das Zentrum der Ausstellung stellt: „Ich habe selbst eine Winterreise erleben müssen“, erinnert sich Hammerstiel.

Es war in einer Winternacht des Jahres 1945, als ihm gemeinsam mit einem Freund die Flucht aus einem der vielen Konzentrationslager gelang, die Tito im ehemaligen Jugoslawien für die Donau-schwaben errichten ließ. Hammerstiel gelang die Flucht nach Österreich. Dort begann er sich neben seiner Arbeit als Gießer mit dem Trauma der frühen Kindheit und dem Völkermord an den Donauschwaben zu beschäftigen.

Schon früh tauchen in seinen Zyklen „Kindertotenlieder“ oder „Totentanz“ die Schrecken und Grausamkeiten im mörderischen Lager seiner Kindheit auf. Der eigene Leidensweg ließ Hammerstiel bis zur Gegenwart nicht mehr los.

Immer wieder greift der Künstler das Trauma der Kindheit auf, bringt es ans Tageslicht und macht die „Winterreise“ aus Titos Tötungsmaschinerie zu einer Reise zurück ins Leben. Hammerstiels „Winterreise“ findet sich in ergreifenden Blättern eines Skizzenbuchs in einer Vitrine ausgestellt.          

Die Ausstellung im Leopold Museum, Museumsplatz 1, 1070 Wien, dauert bis 27. April und ist täglich außer Dienstag von 10 bis 18 Uhr, donnerstags bis 21 Uhr zu besuchen.          pm


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