© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 09-09 vom 28. Februar 2009

MELDUNGEN

Ende einer Garnisonstadt

Tilsit – Seit 1687 war die Memelmetropole Garnisonstadt. Hier lagen die Blauen Dragoner, Infanteristen und Artilleristen der 1. Ostpreußischen ID, Aufklärer der 24. Panzerdivision und viele andere. 1945 zog die Rote Armee in die vom Krieg nahezu unzerstört gebliebenen Kasernen und bevölkerte die Stadt. Doch nun kam das Aus, die letzten Einheiten haben Tilsit verlassen. In einem feierlichen Zeremoniell verabschiedeten die Stadtoberen die angetretenen Soldaten. Der Abmarsch der Truppenfahne der 40. Garde-Panzerdivision wurde von Stadtpräsidentin Tatjana Sedych mit guten Wünschen für die Zukunft begleitet. Viele Jahrzehnte war das Militär fester Bestandteil der Stadt. Die Truppenfahne war 1918 dem Orenburger Kosakenregiment verliehen worden. Mit ihr zog das 2. Kavalleriekorps in den Zweiten Weltkrieg. 1945 wurde es in Tilsit stationiert und zu Panzergrenadierregimentern umformiert, die ab 1957 die 40. Garde-Panzer-division bildeten. Sie rollte 1968 in die Tschechoslowakei, wo sie an der Niederschlagung des Prager Frühlings beteiligt war – die Truppenfahne war immer dabei. Für die mittelständische Wirtschaft der Stadt bringt der Abzug gravierende Nachteile, dabei hat sie schon unter den Folgen der Wirtschaftskrise zu leiden. Ein Trost bleibt: Das renommierte Militärhospital in der Moltkestraße hat die Armee nicht aufgelöst, sondern der Kommune übereignet.   H.D.

 

Neuer Kessel für Fernwärme

Osterode – Etwa fünf Millionen Zloty (rund eine Million Euro) hat das Städtische Energie-Wärme-Unternehmen in einen neuen Kessel investiert. Die Investition war nötig geworden, da der alte Kessel nicht die nötige Leistung brachte, um ein neues Versorgungsnetz anzuschließen. Der Bau des neuen Kessels dauerte ein Jahr. Er soll nicht nur einfach zu bedienen, sondern auch sparsam sein. Er kommt mit drei Vierteln der Energie aus, die der alte verbrauchte. Offen ist noch, ob diese Ersparnis an den Endkunden weitergereicht wird.       PAZ

 

Privilegierte Unternehmen

Königsberg – Der Flughafen in Powunden, die Jantar-Werft und die Supermarktkette Victoria gehören zu den insgesamt fast 300 Unternehmen, die bei der Überwindung der Wirtschaftskrise staatliche Unterstützung erhalten sollen. Die russische Zentralregierung begründet diese Privilegierung damit, daß es sich um sogenannte systembildende Unternehmen handele, deren Insolvenz die gesamte Wirtschaft der Russischen Föderation in Mitleidenschaft ziehen würde.      PAZ


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