© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 13-09 vom 28. März 2009

MELDUNGEN

Mazedonien vor Stichwahl

Skopje − Vergangenen Sonntag waren 1,8 Millionen Bürger Mazedoniens aufgerufen, den vierten Staatspräsidenten seit der Eigenstaatlichkeit 1991 und die Chefs und Räte der 85 Kommunen zu wählen. Mit seinen bisherigen Staatsoberhäuptern hat das Land großes Glück gehabt: Kiro Gligorov (1991−1999) hielt es weise aus dem ex-jugoslawischen Bürgerkrieg heraus, Boris Traijkovski (1999−2004) verteidigte es gegen albanische Terroristen, Branko Crvenskovski (seit 2004) führte es an die EU heran. Um die Nachfolge bewarben sich sieben Kandidaten, unter ihnen Nano Rushin, erfolgreicher Ex-Botschafter bei der Nato. Favoriten waren nach einem ruhigen Wahlkampf die Juraprofessoren Gjorgje Ivanov für die regierenden Nationalkonservativen und Ljubomir Frckovski für die oppositionellen Sozialdemokraten. Die beiden stehen in 14 Tagen zur Stichwahl an, da kein Bewerber die absolute Mehrheit schaffte.             W.O.

 

Saakaschwili unter Druck

Berlin/Tiflis − Georgien stehen neue Unruhen bevor. Die Opposition will den Sturz des Staatspräsidenten Michail Saakaschwili erzwingen. Am 9. April sollen Massendemonstrationen im ganzen Land beginnen – bis er zurücktritt. Das haben Vertreter der Opposition angekündigt. Sie behaupten, daß bei der Wahl im vergangenen Mai zugunsten der Partei von Saakaschwili (Vereinte Nationale Bewegung) manipuliert worden sei. „Neuwahl“ lautet ihre Forderung. Saakaschwili gilt als pro-westlich. Doch diese „Demokratie-Propaganda“ sei nur Tarnung, sagte der Vorsitzende der Konservativen Partei Georgiens, Swiad Dsidsiguri, der nach Berlin gekommen ist, um die Bundesregierung und die deutsche Öffentlichkeit über die geplante Protestwelle zu unterrichten. „Er wird versuchen, uns als russische Agenten darzustellen, aber das ist nicht wahr.“          M.S.


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