© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 13-09 vom 28. März 2009

Vorbild Schweiz
von Silke Osman und Manuel Ruoff

In der Schweiz ist jenen Landsleuten, die im Zweiten Weltkrieg als Soldaten am Kampf des Dritten Reiches gegen die Sowjetunion teilnahmen, eine Ausstellung gewidmet. Die ungewöhnliche Ausstellung zeigt diese Menschen als Opfer von Kriegsgefangenschaft. In der Bundesrepublik Deutschland werden die reichsdeutschen Kameraden dieser Schweizer hingegen sehr oft totgeschwiegen, manchmal sogar als Täter an den Pranger gestellt wie in der umstrittenen Wehrmachtausstellung. Dabei hätte  Deutschland viel größeren Anlaß, das dunkle Kapitel Behandlung der Kriegsgefangenen durch die Sowjetunion aufzuarbeiten, sind doch von seinen Bürgern fast 1,1 Millionen in sowjetischer Kriegsgefangenschaft ums Leben gekommen.

Mit Liechtenstein verhält es sich ähnlich wie mit der Schweiz. Obwohl die Liechtensteiner viel weniger von Vertreibung und Konfiskationen betroffen waren als die Ost- und die Sudetendeutschen wehrt sich dieses kleine Land konsequent gegen durch nichts gerechtfertigte Enteignungen durch die Benesch-Dekrete, während die Bundesregierung hierzu keinerlei Anstalten unternimmt.

Angesichts nicht nur dieser beiden Vergleiche drängt sich schon einmal die Frage auf, wem sich die Politik in der Bundesrepublik eigentlich verpflichtet fühlt. Diese Frage mit „wie in jedem souveränen Staat in erster Linie dem Staatsvolk“ zu beantworten, fällt zunehmend schwerer. So ist man als Bundesbürger in der traurigen Situation auf die indirekte Vertretung deutscher Interessen durch fremde Staaten wie Liechtenstein oder die Schweiz hoffen zu müssen.


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