© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 13-09 vom 28. März 2009

MELDUNGEN / ZUR PERSON

Türkei gegen Rasmussen

Ankara − Der dänische Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen ist nach Ansicht der Türkei nicht als Nachfolger für den aus seinem Amt als Nato-Generalsekretär scheidenden Jaap de Hoop Scheffer geeignet. Rasmussens aus dem Karikaturenstreit von 2005 herrührender schlechter Ruf in der islamischen Welt mache ihn nicht wählbar, so Ankara. Ein Veto des Nato-Mitglieds Türkei gilt allerdings als wenig wahrscheinlich, da es gute Beziehungen zum Rasmussen-Befürworter USA sucht.            Bel

 

Agent des Ostblocks?

Wien − Helmut Zilk, von 1984 bis 1994 Bürgermeister von Wien, soll ab 1965 als Journalist für den tschechoslowakischen Geheimdienst gearbeitet haben. Unter den Decknamen „Johann Maiz“ und „Holec“ habe er für Zahlungen im heutigen Wert von 30000 Euro Informationen verkauft. Da mit dem Prager Frühling 1968 drei seiner Agentenführer in den Westen übergelaufen seien, habe er später für die CIA gearbeitet, berichten Zeitungen. Freunde des im Oktober 2008 verstorbenen SPÖ-Politikers nennen die Vorwürfe absurd.     PAZ

 

Von der Flucht stets begleitet

Offiziell am 1. April bekommt Hessen eine neue „Beauftragte der Hessischen Landesregierung für Heimatvertriebene und Spätaussiedler“. Margarete Ziegler-Raschdorf übernimmt dann das Amt des aus Altersgründen scheidenden Rudolf Friedrichs. Ministerpräsident Roland Koch hatte sich im Februar entschieden, der 57jährigen, bei der Wahl im Januar aus dem Landtag ausgeschiedenen CDU-Politikerin das Amt anzuvertrauen. Die verheiratete Katholikin und Mutter dreier Kinder war während ihrer Zeit als Landtagsabgeordnete (2004−2008) Mitglied im Unterausschuß für Heimatvertriebene, Aussiedler, Flüchtlinge und Wiedergutmachung. Außerdem war die in Fulda geborene Juristin seit 2005 Vorsitzende des Rechtsausschusses. Zudem war sie Mitglied im Petitionsausschuß und der Härtefallkommission beim Hessischen Innenminister.

Ziegler-Raschdorfs Eltern stammen aus der Nähe von Breslau. Im Januar 1945 ging ihre frisch verheiratete, noch kinderlose Mutter, deren Mann an der Front war, mit einer ihrer Schwestern auf die Flucht gen We-sten. Ziegler-Raschdorfs Tante war noch geschwächt von der Geburt des jüngsten ihrer vier Kinder, so daß die Mutter der späteren Politikerin die Verantwortung für den kleinen Treck übernehmen mußte. Der Vater der beiden Schwestern, ein Dorfschullehrer, wollte sein Haus nicht verlassen und floh erst kurz vor Kriegsende mit seiner Frau. „Flucht und Vertreibung haben uns, mich und meine beiden Schwestern, stets begleitet und mich motiviert, politisch aktiv zu werden“, so die Tochter schlesischer Eltern. In ihrem neuen Amt will sie als erstes den Kontakt zu den einzelnen Vertriebenenverbänden aufbauen und erfragen, wo jeweils „der Schuh drückt“.             Bel


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