© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 14-09 vom 04. April 2009

Leserforum

»Ehrenmörder« werden sich nie integrieren

Zu: „Wenn niedere Motive zur ,Ehre‘ stilisiert werden“ (Nr. 8)

Wenn Zuwanderer die Regeln ihrer neuen Heimat nicht respektieren, sind sie auszuweisen. Dazu sind die gesetzlichen Regelungen zu schaffen, denn diese „Ehrenmörder“ sind unbelehrbar und werden sich nie in unsere Gesellschaft einfügen. Man kann sie nur schnellstmöglich aus unserem Lande entfernen. Zwangsverheirateten Frauen ist Mut zu machen, sich den deutschen Behörden mitzuteilen, damit ihre ungesetzliche Verbindung aufgelöst werden kann. Die Täter der Zwangsverheiratung haben ihr Wohnrecht bei uns verloren.

So einfach, wie solche Regelungen erscheinen, so schwierig dürfte es sein, sie bei deutschen politischen Weicheiern und Allesverstehern auch durchzusetzen.

Helmut Rohkst, Schwerin

 

 

Eine Ideologie erlaubt jeden Betrug

Zu: „Unklare These, klares Motiv“ (Nr. 9)

Wo Ideologen das Sagen haben, wird menschliche Freiheit zerstört. Die Ideologie erlaubt jeden Betrug, jede krumme Tour und jede Manipulation, denn diese dienen ja alle dem „guten“ Zweck, das ideologisch Gewollte und auch Gepriesene zum Wohle der Unmündigen durchzusetzen.

Diese Typen sitzen natürlich auch längst in Brüssel auf gut dotierten Posten und warten auf ihre Stunde, wenn sie nicht schon am Zuge sind.

Die Völker der EU sind aufgerufen, wachsam zu sein, Ideologen und Ideologien zu durchschauen und auf den Müll zu befördern, wohin sie gehören. Lassen wir uns unsere Freiheit nicht nehmen und erlauben wir niemandem, für uns zu denken.

Franz Isenberg, Berlin

 

 

Zu hoher Preis

Zu: „Pressionen gegen den BdV“ (Nr. 9)

Ich bin mit dem Konzept des „Zentrums gegen Vertreibungen“ nicht einverstanden. Aber ich bin empört, wie man mit dieser mutigen Frau umspringt. Ich empfinde das Verhalten, besonders unserer Politiker und Medien, Frau Steinbach gegenüber als niederträchtig und als eine Beleidigung der Opfer von Flucht und Vertreibung. Frau Steinbach kann zurücktreten aber nur um den Preis der Ehre, und dieser Preis ist zu hoch.

Karin Khemlyani-Albrecht, Bendestorf

 

 

Falscher König

Zu „Friedrich der Große schaffte sie ab“ (Nr. 8)

Nicht Friedrich der Große schaffte die Folter ab, sondern sein Vater, Friedrich Wilhelm I. Wenn sich doch nur endlich diese Erkenntnis allgemein durchsetzen würde. Der Soldatenkönig befahl, daß alle auf Vollziehung der Folter lautenden Urteile ihm „Zur Konfirmation“ vorzulegen seien. Da die Kirche zu diesem Zeitpunkt noch einen großen Einfluß hatte und sozusagen hinter der Folter stand, wählte der König diesen Weg und nicht eine direkte Anordnung auf Beseitigung der Folter. Da er aber diese Konfirmation niemals erteilt hat, können wir die Beendigung der Folter in Preußen bereits auf das Jahr 1714 festsetzen. Sie finden diese Order im „Mylius“ unter April 1714.

Ehrhardt Bödecker, Wustrau

 

 

... nur der Vater

Zu: „Eine große Fülle von Talenten“ (Nr. 5)

Kleine Anekdote zu Felix Mendelssohn-Bartholdy und der Formulierung „Als Sohn des Bankiers Abraham Mendelssohn ...“: Ein Herr, der erklärte, es sei ihm eine Ehre, „dem berühmten Bankier Mendelssohn“ vorgestellt zu werden, bekam zur Antwort: „Ach wat – ick bin doch bloß der Sohn eines Philosophen und der Vater eines Komponisten!“

H. J. Schmodde, Bad Soden

 

 

Rundherum toll

Zu: PAZ

Zu uns nach Brasilien kommt die Preußische Allgemeine genau eine Woche nach ihrem Erscheinen. Somit schreiben wir mit etwas Verspätung. Die Ausgabe Nr. 4 war rundherum toll gemacht. Alles super! Der Bericht über General Mauss war Balsam für die Seele, wie alle Artikel von Jan Heitmann. Mehr wäre noch besser. Abo-Erhöhung und eine Seite mehr? Sonderbeilage gegen Bezahlung?

Jürgen Ferreira da Silva, Pernambuco, Brasilien

 

 

Ein Amoklauf kann sich jederzeit überall wiederholen

Zu: „Lehren aus dem Amok“ (Nr. 12)

Heinrich Heine sagte einst von Deutschland: „Es ist ein kerngesundes Land“, womit er die geistig-sittliche Integrität meinte. Heute liegen Staat und Volk schwer krank danieder. Die Symptome sind überdeutlich: Eine Flut von Kriminalität von nie erreichtem Ausmaß ist über uns hereingebrochen; Gewalt und Brutalität feiern Orgien, Perversionen aller Art gelten als schick; Hunderttausende von Kindern werden alljährlich im Mutterleib getötet; Ehebruch und Scheidung sind für viele nur Bagatellen; Profit- und Machtgier triumphieren.

Die Ursache dieser und anderer Übel liegt meines Erachtens vor allem im Abbau vieler Normen und Werte seit den siebziger Jahren. Anstand und Fleiß, Ordnung, Sauberkeit und Pünktlichkeit wurden als Sekundärtugenden verächtlich gemacht. An ihre Stelle trat das Pseudoideal der Selbstverwirklichung des „mündigen Bürgers“, das heißt, krasser Egoismus und Materialismus, Aufhebung der Tabus und Entsittlichung des Lebens. Die Autorität von Eltern, Lehrern und Erziehern wurde systematisch untergraben. Die Kirchen, soweit sie nicht von sich aus dem Zeitgeist huldigten, wurden als reaktionär diffamiert und die Verbindlichkeit ihrer Lehre bestritten. Der Grundkonsens über gemeinsame Werte ist aufgehoben, ja, die Vorstellung von Gut und Böse ist teilweise konträr. Die Untat von Winnenden, so furchtbar sie ist, kann sich schon morgen überall wiederholen.

Adolf Frerk, Geldern

 

 

Russen hatten für mein Schicksal ein offenes Ohr

Zu: „Paria-Rolle für Deutschland“ (Nr. 11)

Als langjähriger Bezieher und aufmerksamer Leser der PAZ haben Sie erreicht, daß ich freitags den Briefträger ungeduldig erwarte. Dieses möchte ich Ihnen mitteilen, damit Sie Ihre Arbeit und auch die Themenauswahl gewürdigt bekommen. Wenn Sie vorhaben, noch besser werden zu wollen, können Sie es ruhig versuchen. Für mich sind Sie heute schon „sehr gut“.

Ich, Jahrgang 1934, erlebte die schwerste Zeit meiner Kindheit in den Jahren 1944 bis 1947. Mein Heimatort an der ostpreußischen Ostseeküste war ein Ort mit hoher militärischer Präsenz und somit auch ein Ziel der unaufhaltsamen Kriegsmaschinerie. Im Frühjahr 1945 wurde unser Ort von der Roten Armee eingenommen.

Ich wurde mit meiner Familie durch die Russen vertrieben, dennoch habe ich bei meinen vielen Heimatbesuchen bei den Russen ein offenes Ohr für die traurigen Erlebnisse in meiner Kinderzeit gefunden. Ich habe auch immer ehrliche Anteilnahme gespürt. Sie haben eine andere Denkweise: Sie denken mehr an die Opfer und dann kritisch über die Schuldfrage der politischen Führer damaliger Zeit. Die Schuldfrage des „Kleinen Mannes“ wird bei den älteren Russen sehr differenziert betrachtet. Hätten einige Russen an der Sendung bei Anne Will über das in Berlin geplante Zentrum teilgenommen, sie hätten bestimmt gerätselt, aus welchem Land Frau Künast kommt. Die Erlebniswelt meiner Kindheit und die Erlebnisse der meisten Flüchtlinge und Vertriebenen mit ihren Opfern wird sie nie nachempfinden können. Ich hoffe, Vertriebene und deren Nachkommen wissen bei der kommenden Wahl, welche Partei ihre Interessen vertreten wird. Ich frage mich, welche Seite bewußt Konflikte schürt und von einer bestimmten Jugendbewegung Aktionen erwartet, um im Ausland ein verzerrtes Deutschlandbild zu erzeugen oder im Inland ein Parteienverbot zu fordern. Es kann doch nicht nur um Erika Steinbach gehen. Meine Hochachtung muß sich Erika Steinbach nicht erst erwerben, sie hat sie sich schon lange redlich verdient.

Kurt Maibaum, Kiel

 

 

Als alter Soldat der 7. PzDiv widerspreche ich!

Betr.: Leserbrief „Weitere Massengräber auch bei Elbing“ (Nr. 10)

Der Verfasser der obigen Zuschrift schreibt: „Es ist anzunehmen, daß beim Ausbruch aus dem Elbing-Kessel am 10. Februar noch Tausende Soldaten das Leben verloren; verbürgt ist, daß zirka 2000 Mann von der Artillerie der deutschen 7. Panzerdivision zusammenkartätscht wurden.“

Als Soldat der 7. Panzerdivision (Leutnant d. R. in einer Heeres-Fla-Kompanie) habe ich an den Abwehr- und Durchbruchskämpfen um Elbing teilgenommen. Beim Durchbruch aus dem russischen Kessel auf einem schmalen Damm im Nogatdelta fand ich zu meinem Entsetzen die von dem Herrn Holl so verleumdete Divisionsartillerie von offenbar großkalibriger Feindartillerie größtenteils vernichtet vor. Der Anblick der etwa acht umgestürzten, gepanzerten Selbstfahrlafetten mit den daneben liegenden toten Besatzungen war schockierend. Daß durch Artilleriebeschuß fehlerhaft auch eigene Soldaten ums Leben gekommen sind, ist historisch leider erwiesen, doch nie wurden „zirka 2000 Mann von der eigenen Artillerie zusammenkartätscht“.

Verständlich ist, daß Herr Holl um seinen in Elbing gefallenen Vater trauert und hierbei alle Maßstäbe vergißt. Der Kommandeur der 7. Panzerdivision, General Dr. Karl Mauss, der den Ausbruch aus dem Elbing-Kessel leitete, wurde in der Preußischen Allgemeinen Zeitung vom 7. Februar ehrend mit der Überschrift „Der Kommandeur ist da, wo seine Männer sind“ in memoriam hoch geachtet und steht außerhalb allen Verdachts, die Vernichtung eigener Soldaten in Regimentsstärke befohlen oder geduldet zu haben.

Und so drängt sich die Vermutung auf, daß die in der PAZ geschilderten großen Soldatentugenden des Kommandeurs der 7. Panzerdivision herabgewürdigt werden sollen. Die alten Veteranen, zu denen ich mich auch zähle, dulden das keinesfalls.

Günther Dannapfel, Hamburg

 

 

Keine rein deutsche Eigenschaft: Alle Ideologien verblenden

Zu: „Titos dunkles Vermächtnis“ (Nr. 12)

Es ist gut, daß Sie sich dieses Themas angenommen haben. Für die Nachkriegsgenerationen ist die Aufarbeitung dieser Vorkommnisse von größter Wichtigkeit, einmal um aufzuzeigen, daß Kriegsgrausamkeiten keine rein deutsche Eigenschaft sind und zum zweiten zu zeigen, wozu ideo-logische Verblendung fähig ist.

Ich kam in den 60er Jahren zum ersten Mal geschäftlich nach Slowenien und habe über viele Jahre dort zu tun gehabt, eine Zeit, an die ich gerne zurückdenke und aus der viele private Freundschaften bis heute geblieben sind. Zwangsläufig wurde natürlich die Ära des Krieges diskutiert, und wenn man im kleinsten Kreise war, wurde auch über Massaker gesprochen, die die als sonst so edelmütig hochstilisierten Partisanen an der eigenen Bevölkerungsgruppe verübt haben sollten. Genaues wußte man nicht, aber man sprach von Massengräbern im Karst, und man wußte zu berichten von Exekutionen in den Tunneln der ehemaligen Bahnlinie zwischen Lavamünd, Drauburg (Dravograd) und Velenje.

Gerade hier sollten, wie erzählt wurde, viele Angehörige der Wlassow-Armee, die im Gebiet um Cilli (Celje) gelegen hatte, umgebracht worden sein.

Später hörte ich dann, daß der Rest dieser russischen Wehrmachtsteile sich nach Kärnten, zu den Engländern, gerettet hatten, nicht ahnend, daß sie von diesen wieder an die Russen ausgeliefert worden sind. Viele dieser russischen Wehrmachtsangehörigen waren von ihren Familien begleitet. Bei der Auslieferung von einem Lager im Drautal, unweit Spittal, müssen sich unvorstellbare Szenen abgespielt haben. Ein russischer Künstler, der dem entkommen ist, kam später zurück und hat dieses Elend in einem Gemälde in einer Kapelle in der Nähe dieses ehemaligen Lagers festgehalten.

So sehr sich England in diesem Fall mitschuldig gemacht hat, so konsequent ist es den kommunistischen Partisanen Titos entgegengetreten, als diese 1945 das Südkärntner Gebiet okkupieren wollten. Man hat sogar deutsche Kriegsgefangene, die sich freiwillig gemeldet haben, wieder bewaffnet. Diese konnten dann, nachdem diese Angelegenheit ausgestanden war, direkt in die Heimat.

Wie lobenswert muß man da das kleine Liechtenstein erwähnen, welches heute als Synonym für Steuerflucht und Geldhinterziehung herhalten muß. Einer Einheit aus ungefähr 600 Leuten der Wlassow-Armee, unter Führung von General Holmston, wurde von Liechtenstein Asyl gewährt, und dieses kleine Land hat allem Druck widerstanden, diese Leute auszuliefern. Einige erlagen den Schalmeienklängen der sowjetischen Propaganda und ihrem Heimweh, aber der Großteil konnte in die USA und nach Argentinien auswandern.

Erwähnenswerte Themen wären auch die Vernichtung der deutschen Minderheiten in den Balkanstaaten, insbesondere der Banater Schwaben, der Siebenbürger Sachsen, der Bessarabien-Deutschen. Und eigentlich sollten wir auch das Schicksal der Wolgadeutschen nicht vergessen, die zum Teil rückgewandert zu uns zwischen den Kulturen stehen.

Die objektive Aufarbeitung aller dieser Geschehnisse hat nichts mit Revanchismus oder Relativierung zu tun – um diese abgenutzten Worte zu gebrauchen –, sondern sie dient einer für alle Beteiligten gerechten Vergangenheitsbewältigung.

H. Walter Boecker, Schwelm

 

 

Nur Papier

Zu: „Ihrer Allmacht Einhalt gebieten“ (Nr. 6)

Einen guten Beitrag hat Frau Bellano geschrieben. Sie zeigt auf, wie wir von den Amerikanern vorgeführt werden. Bei den Ratingagenturen üben die USA ein Monopol aus, da haben Konkurrenten keine Möglichkeiten. Die Ratingagenturen versuchen mit allen Mitteln, US-Interessen zu vertreten, wobei sie auch den Euro im Visier haben. Für mich hat der Dollar keinen echten Wert mehr. Er ist nur bedrucktes Papier. Die Druckerpresse läuft immer schneller. Mich wundert, daß immer noch Firmen Niederlassungen in den USA suchen. Sie müssen doch damit rechnen, daß der Dollar stark abgewertet wird.

K. Goerke, Hamburg


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