© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 14-09 vom 04. April 2009

ZITATE

Volker Hauff, „Zukunftsberater“ der Bundesregierung, wirft den Regierenden in „Spiegel-online“ Planlosigkeit vor und erklärt die erstaunliche Ruhe in der Öffentlichkeit: 

„Die Öffentlichkeit schweigt, weil niemand im politischen Bereich die Dinge auf den Punkt bringt. Weil es niemanden gibt, der eine langfristige Strategie entwickelt. Stattdessen werden ohne Sinn und Verstand Milliarden verschleudert. Mich erinnert das an die Erdölkrise in den 70er Jahren – das damalige Zukunftsinvestitionsprogramm ist komplett verpufft. Deshalb sollte man Verantwortliche fragen, die mit solchen Entwick­lungen Erfahrungen haben und Lehren daraus gezogen haben. Stattdessen sind überall die Akteure am Werk, die die Krise verursacht haben.“ 

 

Der Historiker Michael Stürmer befaßt sich in der „Welt“ (30. März) mit der zuletzt durch die tschechische Ratspräsidentschaft verschärften Reform- und Führungskrise der Europäischen Union und nennt ein zentrales Versäumnis: 

„Die immer engere Gemeinschaft sollte irgendwie irgendwann Führung schaffen. Stattdessen entstand eine Union, die nur so heißt. Keine weiteren Aufnahmen ohne neue Lenkgeo­metrie? Das hätte spätestens 1990 kommen müssen. Jetzt ist es Ausdruck ratloser Verzweiflung. Die Zeit der Illusionen ist vorbei.“  

 

Ralf Stegner, Landeschef der SPD Schleswig-Holstein, stellt angesichts der Milliarden-Rettungspläne etwas klar: 

„Das Wort Bürger bedeutet nicht, daß die Bürger für das bürgen, was andere angerichtet haben.“


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