© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 24-09 vom 13. Juni 2009

Geldhahn auf
Bund und Länder billigen Hochschulpakt II

Trotz Milliardenlöchern in den öffentlichen Kassen: Bund und Länder investieren „nicht nur in alte Industrien, sondern in junge Köpfe“, lobte die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Margret Wintermantel. 18 Milliarden Euro haben Bund und Länder lockergemacht, um Deutschlands Hochschulen wieder an gehobenes Pisa-Niveau heranzuführen. Unter anderem sollen damit in den nächsten zehn Jahren über 275000 neue Studienplätze eingerichtet, Eliteuniversitäten aufgebaut und Projekte der Großforschungseinrichtungen gefördert werden.

Die allseits gelobte Verabschiedung des Milliardenpakets (Hochschulpakt II, Exzellenzinitiative, Pakt für Forschung und Innovation) bedeutet für Bildungsministerin Annette Schavan einen wichtigen Etappensieg, auch mit Blick auf Personalentscheidungen nach dem 27. September.

Bundeskassenwart Peer Steinbrück hatte vergeblich versucht, die Kabinettskollegin an der kurzen Leine zu halten. Vor allem die über sieben Milliarden für neue Studienplätze hielt er für überzogen und unnötig, konnte sich damit aber nicht durchsetzen.

Denn im Superwahljahr 2009 verspüren die Ministerpräsidenten keinerlei Neigung, als bildungsfeindlich dazustehen. Zudem sehen sie sich hier in der Pflicht. Zusätzliche Plätze für Studienanfänger brauchen wir nämlich auch wegen der stufenweisen Umstellung auf das achtjährige Gymnasium („G 8“). Bis 2016 führt dies von Bundesland zu Bundesland verschieden jeweils einmal zu doppelten Abiturientenjahrgängen.

Natürlich reicht es nicht, einfach die Hörsäle und Seminarräume in den 394 deutschen Hochschulen zu vergrößern. Zugleich muß die wissenschaftliche und pädagogische Qualität erheblich gesteigert werden. Diesem „für die Erhaltung des Wohlstands in unserem Land“ wichtigen Ziel (so die Kanzlerin) dienen auch die 2,7 Milliarden Euro, die bis 2017 in die Exzellenzinitiative gepumpt werden. Bund und Länder haben, wie allgemein anerkannt wird, ihre Hausaufgaben gemacht. Nun sind die Hochschulen und die rund zwei Millionen Studierenden am Zuge.           H.J.M.


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