© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 24-09 vom 13. Juni 2009

Alexandraplatz in Kiel
Landeshauptstadt benennt öffentlichen Raum nach der Ostpreußin

Alexandra, die Sängerin mit der dunklen, melancholischen Stimme, deren Lieder auch heute noch – 40 Jahre nach ihrem Unfalltod – oft im Radio zu hören sind, hat in den vergangenen Jahren eine Reihe von Ehrungen erfahren: 2006 wurde auf Initiative des eingetragenen Vereins „Alexandra-Freunde“ an der Unfallstelle in Tellingstedt ein Gedenkstein gesetzt, seit 2007 gibt es in Hamburg einen Alexandra-Stieg. In der Hansestadt, wo die Sängerin von 1962 bis 1969 lebte, hatte ihre Karriere 1966 ihren Anfang genommen. Hier fühlte Alexandra sich zu Hause.

Am 19. Mai, dem 67. Geburtstag der Sängerin, benannte nun auch Kiel einen Platz nach ihr. In Kiel verbrachte Alexandra, die als Doris Treitz 1942 im memelländischen Heydekrug das Licht der Welt erblickte, nach der Flucht aus Ostpreußen mit ihrer Familie von 1947 bis 1961 im Knooper Weg 163, ganz in der Nähe des Alexandraplatzes, ihre Kinder- und Jugendjahre.

Vertreter des Ortsbeirats, Familienangehörige, ehemalige Klassenkameraden der Ricarda-Huch-Schule und Vertreter des Alexandra-Freunde-Vereins trafen sich, um an der feierlichen Straßenumbenennung teilzunehmen. Im März dieses Jahres hatte der Anwohner Aitko Thomsen bei der Stadt Kiel den Antrag hierzu gestellt. Er warb für seine Idee, indem er betonte, daß es dabei um ein Stück erlebter und erlebbarer Stadtteilgeschichte gehe. Auf seiner März-Sitzung entschied sich der Ortsbeirat einstimmig für Thomsens Vorschlag.

Dessen Vorsitzender Dr. Dieter Hartwig sagte den Anwesenden, er freue sich darüber, daß einmal ein „Mensch der leichten Muse“ geehrt werde und nicht immer nur politische Größen. Alexandras Cousin Horst Lessing war aus Neumünster angereist und sprach im Namen der Familie einige Dankesworte. Er ließ das Leben und die kurze Karriere Alexandras Revue passieren: Das talentierte Mädchen, das davon träumt, einmal Sängerin zu werden, und dem mit 25 Jahren der Durchbruch gelingt. Der kometenhafte Aufstieg, ihre zu Evergreens gewordenen Lieder „Zigeunerjunge“, „Sehnsucht“ und schließlich das heute noch oft gespielte Lied „Mein Freund der Baum“. Schließlich das jähe Ende der erst 27jährigen auf einer schleswig-holsteinischen Bundesstraße auf der Fahrt nach Sylt mit bis heute nicht restlos geklärter Unfallursache.

Im Namen des Alexandra-Freunde-Vereins hielt Michael Kallweit eine kurze Ansprache. Er wies auf die bisherigen Leistungen des Vereins hin, darunter die Gedenksteinaufstellung im Juli 2006 mit dem in Stein gemeißelten Porträt der Sängerin und die Umbennung einer Hamburger Straße in „Alexandra-Stieg“.

Zur Umbennung in Kiel waren auch ehemalige Klassenkameradinnen gekommen. Mit Stolz zeigten sie ihre Poesiealben mit den Einträgen von Doris Treitz herum. Im Herbst soll nach der Umgestaltung des Alexandraplatzes eine zweite Gedenkfeier zu Ehren der Sängerin stattfinden, bei der ein Baum gepflanzt wird. Manuela Rosenthal-Kappi

Foto: Auf dem Alexandraplatz: Alexandras Cousin Horst Lessing und Aitko Thomsen (v. l.)


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