© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 26-09 vom 27. Juni 2009

Revolution im Iran
von Hinrich E. Bues

Im Iran zeichnet sich derzeit nichts Geringeres ab als eine Revolution ab. Daß Politiker und andere vorsichtige Naturen dies nicht klar äußern, mag seine Gründe haben, aber die Fakten liegen klar zu Tage. Wer an die Revolution im Jahr 1989 hierzulande zurückdenkt, dem fallen schnell die Schuppen von den Augen.

Revolutionen kündigen sich nicht auf großen Transparenten an. Sie entstehen eher aus einer kaum greifbaren Unzufriedenheit des Volkes. Schließlich bringt ein Tropfen das Faß zum Überlaufen. Die Fälschung der Wahlergebnisse bei der DDR-Kommunalwahl im Mai 1989 gab der Bewegung der Bürgerrechtler Auftrieb – wenige Monate später genügte die Grenzöffnung in Ungarn, um der Unzufriedenheit über die Montagsdemonstrationen entscheidenden Schub zu geben. Bis die Mauer fiel.

Ähnlich könnte sich die Lage im Iran entwickeln. Die Fälschung der Wahlergebnisse, die selbst die Mullahs im kleinen Umfang einräumten, dient als Auslöser. Doch anstatt eine Stichwahl anzusetzen, reagieren die Theokraten mit Gewalt. Damit riskieren sie, 30 Jahre nach der Islamischen Revolution hinweggefegt zu werden.

Was oder wer dann kommt, weiß bisher aber noch keiner zu sagen.


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