© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 26-09 vom 27. Juni 2009

Bärendienst

Die Arktis ist, wie meist bekannt,
nach „arktos“, griechisch „Bär“, benannt,
denn drüber thront der Große Bär
und tut dies schon von alters her.

Seit kurzem aber schrillt Alarm:
Die Arktis, heißt es, wird zu warm,
und macht den Bären auf dem Eis
den Boden unterm Fuß zu heiß.

Die Schollenschmelze im Revier,
vernichtet gar ihr Nachtquartier
und bringt somit die Eisbärschar
in wahre Existenzgefahr!

Die Robben nehmen’s gern in Kauf,
sie gehn ja oft durch Bären drauf,
und Robben-Jäger sind entzückt,
weil nun der Fang noch besser glückt.

Doch andre kommen – weit vom Schuß –
zum Schluß, daß was geschehen muß,
und überlegen im Verlauf:
Wem binden wir die Bären auf?

Berliner Zoo – das wird zu eng,
denn Bärenhorden riechen streng,
und aus wär’s mit Berliner Luft
samt ihrem ganz besondern Duft.

Die Bären braun zu färben scheint
indes nicht schwer, wie mancher meint,
und in die Alpen ab damit
als Mega-Top-Tourismus-Hit!

Es wär’ auch die Antarktis frei,
und Futter gäb’s dort vielerlei –
nur beim Transport, das ist kein Spaß,
entstünde noch mehr Treibhausgas.

Dann endlich kommt’s – so muß es sein:
Es gibt schon Sarko’s Süd-Verein
und diese Ost-Genossenschaft,
gefördert je mit halber Kraft.

Na und die dritte Hälfte steckt
man eben in ein Nord-Projekt,
das – mit Krediten ausstaffiert –
alsbald die Bärenwelt saniert!

Pannonicus


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