© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 04-10 vom 30. Januar 2010

MELDUNGEN

Bagdad  provoziert Israel

Bagdad – Im Irak soll die Erinnerung an das Judentum ausgelöscht werden. Das berichtet die israelische Zeitung „Jerusalem Post“. Danach wollen irakische Behörden die Grabstätte des alttestamentlichen Propheten Hesekiel in Al-Kifl bei Bagdad mit einer Moschee überbauen. Das Heiligtum, das für Juden und auch Christen eine beliebte Pilgerstätte ist, enthält jüdische Inschriften sowie einen Thora-Schrein. Auch die Gräber der Propheten Esra, Nehemia, Nahum, Jona und Daniel befinden sich im Irak. Juden gibt es im Gebiet des heutigen Irak seit dem 6. Jahrhundert vor Christus, als Teile des Volkes Israel in das babylonische Exil verschleppt wurden. Muslime gibt es im Irak erst seit dem Jahr 636. 1948 lebten 135000 Juden im Land. 2003 wurden sechs der letzten 34 Juden aus Bagdad nach Israel ausgeflogen.           idea

 

Türkei fordert den Nikolaus

Ankara − Der türkische Tourismus- und Kulturminister Ertugrul Günay fordert die „Rückgabe“ der Gebeine des Hl. Nikolaus, die im süditalienischen Bari aufbewahrt und als Reliquie verehrt werden. Die sterblichen Überreste, die in einem Museum in Demre ausgestellt werden sollen, waren 1087 von italienischen Seefahrern – laut Günay von „Piraten“ − vor den anrückenden Seldschuk-Türken in Sicherheit gebracht und nach Italien überführt worden. Der in Patara an der kleinasiatischen Küste geborene Heilige wirkte im 4. Jahrhundert als Bischof von Myra, dem heutigen Demre, wo er ursprünglich begraben war. Kleinasien war damals ein Teil des Römischen Reiches und wurde von Konstantinopel aus regiert, nachdem Kaiser Konstantin im Jahre 326 seine Residenz dorthin verlegt hatte. RGK


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