© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 04-10 vom 30. Januar 2010

Humor ist, wenn man trotzdem lacht

Otto Julius Bierbaum, alias Martin Möbius, wurde am 28. Juni 1865 im niederschlesischen Grünberg geboren. Einen Namen machte sich Bierbaum als Journalist und Redakteur sowie als Librettist und Schriftsteller. Nachdem er aufgrund finanzieller Probleme gezwungen war, sein Studium aufzugeben, schrieb er ab 1887 Feuilletons und Rezensionen. Später gab er die Zeitschriften „Die freie Bühne/Neue Deutsche Rundschau“, „Modernes Leben“, „Pan“ und „Die Insel“ heraus.

Um die Jahrhundertwende war Bierbaum einer der am häufigsten gelesenen Lyriker. Aber auch Romane und Reiseschilderungen wie das Buch „Eine empfindsame Reise im Automobil“, das als erstes Autoreisebuch der deutschen Literatur gilt, machten ihn berühmt. Der Gedichtband „Irrgarten der Liebe“ erreichte eine Auflage von über 100000 Exemplaren und ist damit das meistverkaufte Lyrikbuch der damaligen Zeit. Ebenfalls um die Jahrhundertwende kam das Kabarett auf. Bierbaum wirkte auch hieran mit. „Der lustige Ehemann“ avancierte in München seinerzeit zum Kabarettschlager. Am 1. Februar 1910 starb Otto Julius Bierbaum – noch nicht einmal 45 Jahre alt – an einer Herz- und Nierenerkrankung in Dresden. Ihm verdanken wir die Weisheit: „Humor ist, wenn man trotzdem lacht.“            Corinna Weinert


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