© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 04-10 vom 30. Januar 2010

Leserforum

Ostpreußen, ein deutscher Mythos

Zu: Ostpreußen

Wer über die Landkarte der verlorenen Ostgebiete schweift, wird wie aus einer fernen Lockung  nach Ostpreußen gezogen. Ostpreußen hat erst als verlorene Provinz wirkliche Bedeutung erhalten, eine Bedeutung, die es als östlichste Provinz Deutschlands kaum jemals hatte. Ostpreußen ist dabei, ein deutscher, sogar europäischer Mythos zu werden. In einer uns seelisch weithin entfallenen östlichen Landschaft steht Ostpreußen wie ein mythischer Pfeiler. Auf diesem ruht die Brücke zwischen Deutschland und dem Osten, dem Baltikum und weiter nach Russland. Über diese Brücke, welche so viele halb vergessene Gemeinsamkeiten zwischen Deutschland und Russland überspannt, sollten wir heute beherzt und zuversichtlich gehen und uns gegenseitig ein gutes Neues Jahrzehnt wünschen. Russland und Deutschland – wir haben es beide nötig.

Prof. Dr. Menno Aden, Essen

 

 

Vertrauen der Vertriebenen missbraucht

Zu: „Warschau zeigt schweigend die Instrumente“ (Nr. 2)

Jetzt kommt die Infamie, mit der die causa Steinbach in Berlin behandelt worden ist, schrittweise ans Tageslicht: Offenbar sind von dem Staatsminister im Kanzleramt Neumann bereits am 5. Februar 2008 in Warschau Erklärungen abgegeben worden, die – ohne den Namen Steinbach zu erwähnen – auf polnischer Seite die Erwartung begründen konnten und wohl auch sollten, dass die Bundesregierung eine Mitwirkung von Steinbach in der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung verhindern werde.

Dieser Vorgang wurde offenbar bisher geflissentlich unter der Decke gehalten – man ließ den BdV weiter an der Beiratsbenennung von Frau Steinbach stricken und dafür eintreten. Der Sinn dieses infamen Manövers ist meines Erachtens eindeutig: Die Wähler aus dem Vertriebenenbereich sollten vor der Bundestagswahl 2009 nicht irritiert, nicht vergrault werden. Aber für die nächste Bundestagswahl werden viele Wähler aus dem Vertriebenenbereich den Vorgang in Erinnerung halten.

Außenminister Westerwelle, auf den sich die Kritik wegen seiner Haltung – Ablehnung der Kandidatur von Frau Steinbach für den Stiftungsbeirat – in Warschau zunächst konzentrierte, hat, das wird nun klar, bei seinem Antrittsbesuch in Warschau nur die Linie weiterverfolgt, die von Staatsminister Neumann schon 2008 angelegt worden ist.

Dr. Friedrichkarl Janert, Wiesbaden-Hessloch

 

 

Mutige PAZ

Zu: „Tageszeitungen in der Krise“ (Nr. 51)

Ihren Ausführungen zur Zeitungskrise kann ich nur zustimmen: Subvention von Staats wegen wäre das Ende des kritischen Journalismus. Überhaupt hat mir in Ihrer Zeitung gut gefallen, dass Sie dem CO2-Wahn entgegentreten. Ihren Mut, mit dem Thema Preußen eine solche Zeitung zu machen, bewundere ich!

Dirk Ippen, Verleger, München

 

 

Ammenmärchen

Zu: „Eine andere Welt“ (Nr. 1)

Mit dem vollendeten 14. Lebensjahr konnte man Hitlerjunge werden. Mit dem 10. Lebensjahr wurde man Pimpf. Herr Glorius konnte also gar nicht im April 1945 mit der Panzerfaust in der Hand in die Schlacht um Berlin als Hitlerjunge eingegriffen haben. Als Pimpf, zu denen auch ich, Jahrgang 35, gehöre, wurde man nicht mit derartigen Waffen in den Krieg geschickt, auch nicht im Endkampf. Herr Harald Fourier ist bei der Kaffeetafel sicher einem Ammenmärchen aufgesessen.

Christoph Glantz, Tensbüttel-Röst

 

 

Luises Wirken in Königsberg

Zu: „Luise – Königin der Herzen“ (Nr. 52/53)

Es war eine gute Idee des Fernsehsenders Arte, anlässlich des 200. Todestages der Königin Luise von Preußen einen Film über sie auszustrahlen. Auch die schauspielerische Leistung der 30-jährigen Hauptdarstellerin Luise Bähr ist durchaus anerkennenswert.

Doch der Dokumentationsfilm auf Arte wird nur wenig dem Titel gerecht. Statt des langen Vorspiels mit historischem Hintergrund, den erdichteten Kindheitsdarstellungen der Königin und relativ vielen handschriftlichen Dokumenten, wäre es wünschenswert gewesen, mehr auf das Thema einzugehen. So fehlt bedauerlicherweise gänzlich Königin Luises Wirken in Königsberg, wo sie kurz 1806/07 und dann von Januar 1808 bis Dezember 1809 mit ihrer Familie lebte.

Gerade in dieser Zeit, insbesondere nach dem Tilsiter Frieden, erwarb sich die Königin in der größten Not Preußens den Ehrentitel „Königin der Herzen“, in dem sie durch ihr vorbildliches Verhalten dem Volk Mut machte, nicht zu verzagen.

Sie war es auch, die es hier in ihrer diplomatischen Art verstand, die beiden Staatsmänner Freiherr vom Stein und von Hardenberg entscheidend zu unterstützen, die preußischen Sozialreformen durchzuführen.

Ferner hätte es dem Titel des Films erntsprochen, auf ihren bahnbrechenden Einsatz für die Höhere Mädchenbildung in Preußen einzugehen, zu dem sie durch den Schulrat Busolt in Königsberg angeregt wurde. Die Bildungsreform konnte bereits 1811 in Königsberg realisiert werden, wofür heute noch viele Königin Luise dankbar sind.

Brunhild Roschanski, Münster

Foto: In Königsberg: Luise, Königin von Preußen, betend am Altar, umgeben von ihren Kindern    Bild: BpK

 

 

Auch in Detmold kein »Agnes-Miegel-Weg« mehr

Betr.: Agnes Miegel

Der „Lichtblick für Agnes Miegel“, wie Sie meinen Leserbrief von 2009 in Ihrer PAZ so positiv überschrieben hatten, ist nicht mehr!

Auch in Detmold ist der dortige „Agnes-Miegel-Weg“ der Umbenennungswelle zum Opfer gefallen und heißt nun „Am Sonnenhügel“.

Ich hatte noch eine schriftliche – angeblich die einzige – Eingabe dagegen gemacht, doch ohne Erfolg.

Eine „linke“ Antifa-Vereinigung hatte den Antrag gestellt, da Miegel eine „NS-Poetin“ gewesen sei. Ihre beste Schaffenszeit hatte sie aber lange vorher. Sie wurde bereits 1916 mit dem Kleist-Preis und 1924 mit der Ehrendoktorwürde der Universität Königsberg geehrt.

Inge Schmidt, Hamburg

 

 

Glockengeläut zeigt nicht die Tageszeit an

Zu: Leserbrief „Angst vor dem Islam? Nein, Widerwille, sich etwas überstülpen zu lassen“ (Nr. 1)

In einer Passage irrt der Briefschreiber. „Das Geläut christlicher Kirchen, das lediglich als akustisches Signal die Tageszeit oder einen bevorstehenden Gottesdienst andeutet“, ist so nicht ganz korrekt. Ein Gottesdienst wird allerdings durch ein Geläut angezeigt, jedoch nie die Tageszeit. Vielmehr wird morgens, mittags und abends „der Engel des Herrn“ geläutet, zur Erinnerung an die Botschaft des Engels an Maria.

Bernhard Erdmann, Leverkusen

Anm. der Red.: Zu ergänzen wäre, dass das allgemeine Zwölf-Uhr-Läuten bei seiner Einführung im Jahre 1456 durch Papst Calixtus III. die Christenheit zum Gebet gegen die Türkengefahr aufrufen sollte. Anlass waren die damaligen schweren Abwehrkämpfe bei Belgrad.

 

 

Kleinliche Widerstände

Zu: Leserbrief „Antwort der FDP-Geschäftsstelle“ (Nr. 52/53)

Ich hoffe, dass der Geist der Formulierung im Antwortbrief der FDP-Geschäftsstelle an Herrn Ziemer nicht bestimmend sein wird bei der Entscheidung, ob Erika Steinbach in den Stiftungsrat berufen wird oder nicht: „Niemand kann in den Kopf von Frau Steinbach sehen oder ihre Absichten eindeutig feststellen.“ Diese unglaubliche Formulierung ist, gelinde gesagt, völlig inakzeptabel. Im Brief der FDP wird ausdrücklich betont, dass „wir“ (und nicht die Polen) die Besetzung entscheiden. Unter „wir“ wird dabei die Bundesregierung als Gesamtorgan verstanden. Die Frage ist, ob Herr Westerwelle in Polen die Meinung der gesamten Bundesregierung bereits kannte und sie dort vorab verkündete. Natürlich wird jeder den allgemeinen politischen Ausführungen im Brief der FDP zustimmen (zum großen Leid der Vertriebenen, zur Aufarbeitung, zur Ausrichtung der Politik auf die Zukunft), aber seit Kenntnis der meines Erachtens kleinlichen Widerstände mancher Stellen und Personen gegen Frau Steinbach beginnt man schon am gesunden Menschenverstand zu zweifeln, ganz zu schweigen vom verdienten Dank an die Initiatorin der Stiftung. Frau Steinbach gehört in den Stiftungsrat.

Dr. Günther Schmidt, Jena

 

 

Klimakritiker werden als »Geisterfahrer« stigmatisiert

Zu: „Dramatisch“ (Nr. 52/53)

Seit Monaten erleben wir in den deutschen Medien eine von vielen als hysterisch bezeichnete Kampagne: Angeblich bedrohe die Menschheit eine Klimaerwärmung mit katastrophalen Folgen. Hinz und Kunz in den Medien, aber auch in großen Teilen der Bevölkerung schwingen sich zu Klimaexperten auf und reden und schreiben hinterher, was sie sonst wo gelesen oder auch gehört haben.

Ein bekannter Journalist beschrieb mir dieses Phänomen mit den Worten: „Trägheit spielt da eine große Rolle, aber vielleicht auch etwas Angst, weil alle in die andere Richtung rennen und die anderen als Geisterfahrer stigmatisiert werden.“

Viele dieser Experten können es möglicherweise noch nicht mal erklären, warum es denn im Winter kalt wird. Da viele Redaktionen im Fernsehen und in den Printmedien von Anhängern grüner Ideologien mehrheitlich besetzt sind, werden Argumente von Skeptikern nicht gesendet oder gedruckt.

So wurde ich Zeuge, wie der Moderator einer Sendung auf NDR Info einen Gesprächsteilnehmer, der Zweifel an den Argumenten der Klimaretter vorbringen wollte, glatt abwürgte und ihm das Wort entzog.

Offensichtlich wird die Klimadebatte von Interessenten mit politischem oder wirtschaftlichem Hintergrund angeheizt. So tat sich Al Gore erst dann als Klimaschützer hervor, nachdem seine politische Karriere durch eine klare Wahlniederlage beendet worden war. Und der SPD-Vor-sitzende Gabriel fand wieder Zugang zu politischem Einfluss, nachdem er sich als „Klimaretter“ etablieren konnte. Klimaforschung wird heute offensichtlich vorrangig mit statistischen Methoden betrieben.

Aktuelle Daten werden zusammengestellt und hochgerechnet in der Annahme, man habe alle relevanten Daten erfasst und es gäbe etliche Konstanten darunter. Und da liegen meist schon die ersten Fehler.

Wenn man seine so erzielten Ergebnisse als Hypothesen vorstellen würde, ginge es noch. Ein Gebäude auf unsicheren Fundamenten ist immer einsturzgefährdet. Deshalb ist es gut, bei Texten zu diesem Thema immer von Möglichkeiten zu schreiben und Sätze wie: „Die globale Erwärmung ist eine gefährliche Tatsache“ zu vermeiden und stattdessen zum Beispiel ersatzweise: „Eine globale Erwärmung wird von vielen Forschern als gefährlich eingestuft“ oder so ähnlich zu formulieren.

Dieter Dziobaka, Hamburg

 

 

Klimawandel findet nicht statt – außerdem würde er uns nützen

Zu: „Kein bisschen weise“ (Nr. 51)

Herr Dr. Thüne hat bereits mehrfach in dieser Zeitung über das Thema „Klimawandel“ geschrieben und sich dabei ausführlich über den Unterschied zwischen Wetter und Klima ausgelassen.

Ich stimme mit ihm überein, dass das „Klima“ von sehr vielen Parametern abhängt, die wissenschaftlich noch wenig oder nur unzureichend quantifiziert sind. Es ist daher vermessen, mittels dieser unzureichenden Daten durch Computermodelle, deren „Input“ nur wenige „Eingeweihte“ überblicken, ein Szenario der Klimaentwicklung für Jahrzehnte im Voraus zu prognostizieren.

Es ist noch vermessener, auf Grund solcher Szenarien, die man sich aus den verschiedenen Computersimulationen nach Belieben aussuchen kann, politische Aktionen abzuleiten, die das Wohlergehen – insbesondere der „westlichen Welt“ – auf Jahrzehnte beeinflussen wird.

Unabhängig von den Fakten wird beim „Klimawandel“ Ursache und Wirkung ignoriert. Ich weiß nicht, ob ich der einzige Mensch auf dieser Erde bin, der beides unterscheiden kann.

Der globale Verbrauch von Energie ist definiert durch die Energie je Mensch und die Anzahl der Menschen. Der menschliche jährliche Energieverbrauch wird steigen. Jeder Inder oder Chinese wird einen Kühlschrank, eine Waschmaschine, ein Auto haben wollen. Der globale Energieverbrauch ist also nur beeinflussbar über die Anzahl der Menschen. Das ist übrigens die billigste Beeinflussung der „Erd-erwärmung“.

Die zweitbilligste ist der Erhalt beziehungsweise die Wiederaufforstung des Regenwaldes. Die dritte ist die Erhöhung des Wirkungsgrades thermischer Prozesse in Kraftwerken und Wärme-Kraft-Kopplung. Die vierte ist der Einsatz von Kernkraft, trotz des H2O-Ausstoßes mit Wärme-Kraft-Kopplung. Die fünfte ist die Förderung der Forschung der Kernfusion. Die sechste ist, alle Lobbys, Nichtregierungsorganisationen (NGO), Subventionsabstauber zum Teufel zu jagen.

Inzwischen verdienen, und das hat Kopenhagen gezeigt, hunderttausende Mitläufer an dem „Klimawandel“, der nicht stattfinden wird, vor allem die NGOs, die davon hervorragend leben, und die sogenannten „Entwick-lungsländer“, die hier eine einmalige Möglichkeit sehen, ihr Clan-Einkommen bei der UBS anzulegen.

Es ist außerdem Fakt, dass Nordeuropa von Auswirkungen der Horrorszenarien nicht betroffen wird. Aber über Vorteile spricht man nicht, da abträglich fürs Geschäft. Durch Erhöhung des CO2-Pegels werden die Ernten bei uns nach dem Massenwirkungsgesetz größer, wir brauchen weniger zu heizen, Urlaub an der Ostsee ist so schön wie auf Mallorca.

Dr. H.-W. Wittmeier, Rösrath

 

 

Hitzerekorde schon 1932

Zu: „Klimawandel und kein Ende“ (Nr. 51)

Es ist erfreulich, dass Klaus Rainer Röhl der aktuellen Klimahysterie historische Fakten aus den vergangenen 700 Jahren entgegensetzt.

Wie die folgende, ergänzende Zeitungsmeldung von 1932 („Die Rekordhitze ... und ihre Folgen“) zeigt, hat es damals bereits Tornados in Deutschland gegeben, von denen in den letzten Jahren immer behauptet wurde, dass so etwas in unseren Breitengraden bislang völlig unbekannt war:

„Im Laufe des Sonntags entlud sich über dem Elbegebiet ein schweres Unwetter, das an verschiedenen Stellen von einer Windhose begleitet war, durch die schwere Verwüstungen in zahlreichen Orten angerichtet wurden. In Hitfeld bei Hamburg wurden allein 40 Häuser durch die Windhose zum Teil zerstört und in allen Fällen abgedeckt ... Am Sonntagnachmittag und -abend gingen über Stettin und Vorpommern schwere Gewitter nieder, die teilweise von Wolkenbrüchen und orkanartigem Sturm begleitet waren“ (23. August 1932). Am Tag zuvor hatte es noch geheißen, dass mit 34,3 Grad in Hamburg ein neuer Hitzerekord gemessen worden sei, und in Berlin zeigte das Thermometer sogar 36,5 Grad, was zuletzt im Juli 1865 verzeichnet worden war.“

Wolfgang Reith, Neuss


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