© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 04-10 vom 30. Januar 2010

Russische Abwrackprämie
Königsbergs »Avtotor« gehört noch nicht zu den Begünstigten

Schon lange werden in Europa Altautos nach ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten verwertet. Seit Beginn der Wirtschaftskrise ist es sehr verbreitet, zur Ankurbelung des Neuwagenverkaufs einen Teil der Anschaffungskosten staatlich zu subventionieren – Stichwort „Abwrackprämie“.

Ab diesem Frühling wird diese Praxis auch im Königsberger Gebiet eingeführt. Gerade rechtzeitig für die dortige Autoindustrie, denn 2009 war deren Absatz um die Hälfte zurückgegangen. Insgesamt sollen 19 Pilotregionen an dem Projekt teilnehmen, das Königsberger Gebiet ist eine davon. Die Abwrackprämie gilt für alle Autos, die älter als zehn Jahre sind, also für etwa drei Viertel aller im Gebiet zugelassenen Pkw. Das ist weitaus mehr als in anderen Regionen der Russischen Föderation. Dieses Verschrottungsprogramm hat die russische Regierung entworfen, Premierminister Wladimir Putin stimmte ihm persönlich zu.

Zur Zeit werden Sammelstellen für die Annahme und Verwertung der Altwagen eingerichtet sowie Datenbanken für ihre Erfassung erstellt. Um die Rücknahme der Altfahrzeuge sollen sich die Autohändler kümmern. Die Regierung stellt zusätzlich Geld für die Überführung der Pkw zu den Verwertungsstellen zur Verfügung, damit diese Kosten nicht von den Eigentümern getragen werden müssen.

Das Programm sieht folgendes Prozedere vor: Wer ein mindestens zehn Jahre altes Auto verschrotten möchte, muss ein Jahr lang dessen Halter gewesen sein, um ein Zertifikat über 50000 Rubel (rund 1660 Euro) zu erhalten. Dieses kann er für den Kauf eines Neuwagens einsetzen, bei dem zumindest die Endmontage auf russischem Territorium stattgefunden hat. Auf das Zertifikat erhält er Rabatt beim Kauf des Neufahrzeugs. Gefördert werden etwa 70 Modelle verschiedener Marken. Bislang befinden sich Pkw aus der Königsberger Fabrik „Avtotor“ jedoch noch nicht auf dieser Liste, weil das Unternehmen noch auf die entsprechende Genehmigung vom Ministerium für Industrie und Handel wartet.

Zunächst ist die russische Abwrackprämie auf das laufende Jahr befristet.        J.T.

Foto: Sammelstelle für Altautos  Bild: Tschernyschew


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