© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 04-10 vom 30. Januar 2010

MELDUNGEN / ZUR PERSON

Allein in der Taiga

Irkutsk − Zwei Tage lang irrte der Vize-Gouverneur von Irkutsk, Jurij Gurtowoj, bei einem Jagdausflug in der Taiga umher. Von einer Jagdhütte war er allein mit Polarhund und ungeladenem Gewehr – die Munition vergaß er – aufgebrochen, um die Gegend zu erkunden. Bei einsetzender Dämmerung fand er den Weg nicht mehr und marschierte einfach weiter, insgesamt 30 Kilometer. Sein Glück, so die Retter. Ohne Bewegung wäre er in der eisigen Kälte erfroren.        MRK

 

Englands Hotels am dreckigsten

London − Großbritannien hat die europaweit schmutzigsten Hotels. Das geht aus der Auswertung von 30 Millionen Nutzerbewertungen des Internetportals „Trip Adviser“ hervor, wo Reisende regelmäßig ihr Urteil über besuchte Herbergen abgeben. Unter den zehn dreckigsten Hotels in Europa sind allein acht britische, dazu je eines in Holland und Italien. Die gute Nachricht: Deutsche Häuser tauchen unter den Ekelherbergen gar nicht auf.       H.H.

 

Personalie schafft Missstimmung

Erst setzt die FDP durch, dass der Vertrag des von der Pharmabranche als zu kritisch eingestuften Leiters des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, Peter Sawicki, nicht verlängert wird, nun sorgte eine weitere FDP-Personalentscheidung für Unmut: Gesundheitsminister Philip Rösler hat den stellvertretenden Direktor des Verbandes der Privaten Krankenversicherung (PKV), Christian Weber, zum neuen Abteilungsleiter für Grundsatzfragen ernannt.

Das 53-Jährige FDP-Mitglied gilt unbestritten als Fachmann. Doch die Tatsache, dass der Volkswirt bereits in den 80er Jahren für die PKV tätig war, stellt ihn in den Geruch, in seinem neuen Amt Lobbyismus zu betreiben. Nach einer kurzen Zeit in der FDP-Bundestagsfraktion und beim Klinikkonzern Rhön kehrte er bereits 1995 als Sprecher und „Leiter Politik“ zur PKV zurück. Deshalb bezeichnet es die SPD als „unverfroren, ausgerechnet so einen auf diesen Posten zu hieven“. Und die CSU fürchtet, dass Rösler Weber gezielt geholt habe, um die von ihm angestrebte Kopfpauschale durchzusetzen. „Eine Personalentscheidung darf keine politischen Sachentscheidungen vorwegnehmen.“

Doch es gibt auch Stimmen, die betonen, wie wichtig die von Weber als Leiter des Wissenschaftlichen Institutes der PKV in Auftrag gegebenen Untersuchungen seien. Studien über die Ausgaben der gesetzlichen und der privaten Krankenversicherung sowie eine „Reform zur nachhaltigen Weiterentwicklung der Pflegeversicherung“ hätten Erkenntnisse gebracht, die ihm bei seiner neuen Aufgabe hülfen. Selbst bei der PKV löst die Personalie nicht nur Freude aus, weiß man doch, dass Weber besonders kritisch beäugt werden dürfte, so dass er sich schwertun wird, etwas für die PKV zu tun.     Bel


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