© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 07-10 vom 20. Februar 2010

Respektabel

Der monatelange Streit zwischen einzelnen Regierungsmitgliedern – zu nennen ist hier vorrangig der Außenminister – und den Gremien des Bundes der Vertriebenen (BdV) wegen des Mitwirkens der BdV-Präsidentin im Rat der Stiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ ist vom Tisch. Ermöglicht wurde dies durch die Entscheidung Steinbachs, ihre einstimmige Nominierung zum Stiftungsratsmitglied nicht wahrzunehmen. Damit gab sie ein vorbildliches Zeichen für die politische Klasse dieser Republik, politischen Streit durch Hintanstellen der eigenen Person auszuräumen.

Wir zollen ihr Dank und Anerkennung. Verständlich, dass der BdV für die Zurückziehung seiner Spitzenrepräsentantin Kompensation gefordert und durchgesetzt hat. Der Einfluss des BdV im Stiftungsrat der Vertriebenenstiftung wurde signifikant verbessert. Über 30 Prozent der Stiftungsratsmitglieder werden zukünftig vom BdV entsandt. Es gelang, die Gesamtgröße der Dokumentationsstätte auf 3000 m2 zu vergrößern. Größe für sich alleine ist noch kein Qualitätsmerkmal. Da aber auch Vertreibungen in anderen europäischen Ländern dokumentiert werden sollen, ist durch die Erweiterung gewährleistet, dass für die Vertreibung der Deutschen – von der Dimension her einmalig in der Menschheitsgeschichte – genügend Darstellungsraum vorhanden ist. Auch das Vetorecht der Bundesregierung zur Bestimmung der Stiftungsratsmitglieder wurde beseitigt. Nunmehr hat der Deutsche Bundestag endgültig grünes Licht für die Mitwirkung aller Entsandten im Stiftungsrat zu gewähren. Das ist angemessen.

Wilhelm v. Gottberg, Vizepräsident des BdV


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