© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 07-10 vom 20. Februar 2010

Was reimt sich auf FAZ und taz?
Die Werbebranche buchstabiert den Namen PAZ – Exklusivmeldung über eine Razzia

In konservativen Kreisen ist die Preußische Allgemeine seit langem ein Markenartikel. Wer das Blatt zwischendurch womöglich aus den Augen verloren hatte, dem brachte sich die PAZ vor einem Jahr mit dem millionenfach fälschlich Kurt Tucholsky zugeschriebenen Gedicht über die Finanzmarktkrise („Wenn die Börsenkurse fallen“), mit ihrem letztlich erfolgreichen Einsatz für ein gut ausgestattetes Zentrum gegen Vertreibungen in Berlin oder zuletzt mit dem Start des freien Verkaufs an den Kiosken wieder in Erinnerung.

Ganz anders liegen die Dinge in der schnelllebigen Werbebranche. Doch auch in dieser von unpolitischen und jungen Menschen geprägten Szene hat die Bekanntheit der PAZ nun deutlich zugenommen. Führende Internetforen und Blogs der Werbebranche berichteten Ende vergangener Woche über eine am 11. Februar von der Preußischen Allgemeinen exklusiv vermeldete Razzia in den Räumen der vielfach prämierten Werbeagentur „Zum Goldenen Hirschen“ (ZGH). Die Zollfahndung hatte zugeschlagen, nachdem Insider offenbar Belege beigebracht hatten, dass ZGH Kurzarbeit angemeldet hatte, die Zuschüsse dafür einstrich, aber dennoch einen Teil der eigenen Leute weiterhin Vollzeit arbeiten ließ.

Die Durchsuchung ausgerechnet bei den „Hirschen“ (so der Branchenjargon) ist ein Politikum, denn zu den Kunden der Agentur gehören nicht nur  große Industrieadressen, sondern auch die Grünen und die SPD, Amnesty International, der Naturschutzbund Nabu und mehrere Bundesministerien.

Während die PAZ schwieg und genoss, wie die Zugriffszahlen auf ihre Internetseite explodierten, zerbrach sich die Werbeszene den Kopf über das ihr bislang unbekannte Medium: „Wer im web 2.0 unterwegs ist, ist nicht zwangsläufig auf der Höhe der Zeit. So lernte ich heute, dass es neben der taz und der FAZ auch die PAZ gibt, die Preußische Allgemeine Zeitung ...“ wunderte sich ein Blogger auf „marketing-blog.biz“ darüber, dass diese Zeitung auf ihrer Internetseite nicht etwa mit dem Hauptmann von Köpenick aufmacht, sondern mit der Razzia bei ZGH. „Bemerkenswert“ und „interessant“ fanden „horizont.net“ und „dasauge.de“ die Exklusivmeldung der PAZ. Die „Welt“ druckte ohne Quellenangabe nach, nannte aber ein neues Faktum: Bei den ZGH-Ermittlungen geht es um immerhin rund 70000 Euro Kurzarbeitergeld.        K.B.


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