© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 07-10 vom 20. Februar 2010

MELDUNGEN / ZUR PERSON

Recht auf Scheiterhaufen

London – In Großbritannien dürfen Leichen nach hinduistischem Ritus auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden. In einem Revisionsverfahren setzte der 71-jährige Hindu Davender Kumar Ghai sein Anliegen durch, nach den Vorschriften seiner Religion auch in Großbritannien verbrannt werden zu dürfen. Der Inder hatte Zugeständnisse gemacht: Der Scheiterhaufen könne in einem von Wänden umgebenen Raum und unter einem mit Rauchabzug versehenen Dach abgebrannt werden.             Idea

 

Ladendiebe haben Konjunktur

Moskau – Die Wirtschaftskrise hat die Zahl der Ladendiebstähle in Russland stark ansteigen lassen. Allein die großen Handelsketten, bei denen noch Wächter patrouillieren, meldeten 2009 bereits 240000 (2008 waren es 182000). Offenbar schrecken auch die drastischen Strafen nicht ab: Bis zur Schadensumme von 1000 Rubel gibt es 15 Tage Arrest, darüber ist es eine schwerwiegende Straftat. Da kann eine gestohlene Flasche Whisky bis zu fünf Jahren Haft einbringen.   W. Oschlies

 

Politik und Geschäfte

Die Verbindung von Wirtschaft und Wissenschaft zieht sich wie ein roter Faden durch die Biographie des indischen Vorsitzenden des UN-Weltklimarates. Nach dem Besuch des renommierten La Martiniere College im indischen Lakhnau ging Rajendra K. Pachauri als Manager in eine Lokomotivenfabrik in Benares. Nach einem Studium in den USA arbeitete er ab 1975 am Staff College of India in Haiderabad. 1981 übernahm er den Vorsitz des Instituts für Energie und Ressourcen (TERI), dessen Generaldirektor er seit 2001 ist. Ein Jahr darauf übernahm er den Vorsitz im Weltklimarat (IPCC), ohne dass er deshalb die Leitung des von wirtschaftlichen Interessen nicht freien TERI aufgegeben hätte.

Das 1988 gemeinsam vom UN-Umweltprogramm UNEP und der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) eingerichtete IPCC hat die Aufgabe, wissenschaftliche Arbeiten zur Erderwärmung und zum „Klimawandel“ zu sammeln, zu analysieren und verständlich darzustellen, ohne dabei selbst zu forschen. Hatte es dies anfänglich auch geräuschlos-seriös gemacht, ging es 2007 mit einem ganzen Katalog von Katastrophenszenarien an die Öffentlichkeit. Die Folge waren für den IPCC-Vorsitzenden noch im selben Jahr die Verleihung des Friedensnobelpreises und des Titels „Nachrichtenmacher des Jahres“.

Objektivität und Seriosität sind weniger Pachauris Markenzeichen. Augenscheinlich macht er lieber Politik und Geschäfte. Da stört es den IPCC-Vorsitzenden trotz Rück­trittsforderungen wenig, dass sich das Horror­szenario seines Hauses, die Himalaja-Gletscher würden schon bis 2035 wegschmelzen (was für sein TERI ein lukratives Forschungsprojekt zur Folge hatte), als wissenschaftlich unhaltbar erwiesen hat.            M.R.


Artikel per E-Mail versenden
  Artikel ausdrucken Probeabo bestellen Registrieren