© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 38-10 vom 25. September 2010

Hans Joachim Ilgner gestorben

Eine mutige und unbeugsame Stimme für Schlesien ist für immer verstummt. Am 16. September 2010 verstarb Hans Joachim Ilgner, Herausgeber und Chefredakteur der Wochenzeitung „Der Schlesier“. Geboren am 28. Mai 1933 im schlesischen Saarau, fand Ilgners Familie nach der Vertreibung 1951 eine neue Bleibe in Recklinghausen.

Damit zog auch der von Ilgners Vater bereits 1949 in Bayern gegründete Verlag nach Recklinghausen, den sein Sohn Hans Joachim nach dem Tode seines Vaters im Jahre 1973 weiterführte. Mit preußischem Fleiß und Sparsamkeit machte er die Zeitung für die Vertriebenen zu einer beliebten Informationsquelle. Einst die offizielle Zeitung der Landsmannschaft Schlesien, trennten sich die Wege im Jahre 1985. Grund war der dezidiert nationale Ton des „Schlesier“, der auch vor antisemitischen Stereotypen nicht zurückschreckte. Damit war für den damaligen Vorsitzenden der Landsmannschaft Schlesien, Herbert Hupka, die Grenze des Akzeptablen erreicht – aus politischen Gründen ebenso wie aus persönlichen, denn ein Teil von Hupkas Familie war selbst Opfer der nationalsozialistischen Judenverfolgung geworden. Die schroffe Tonlage führte das Blatt, dessen Eigentümer Ilgner war, politisch ins Abseits – und in den Verfassungsschutzbericht. Doch in den letzten Jahren mäßigten sich Ton und Argumentation wieder, der „Schlesier“ wurde auch nicht mehr im Verfassungsschutzbericht genannt.

Damit kann auch die Preußische Allgemeine Zeitung ihren Respekt vor der Lebensleistung Ilgners bekunden, der bis zuletzt am Ziel der Gerechtigkeit für seine schlesische Heimat und für alle Vertriebenen festgehalten hatte. Inwieweit sich das Ableben des Herausgebers auf den „Schlesier“ auswirkt, ist offen. Die Zeitung hat derzeit etwa 3500 Abonnenten und vier feste Mitarbeiter.       PAZ


Artikel per E-Mail versenden
  Artikel ausdrucken Probeabo bestellen Registrieren