© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 48-10 vom 04. Dezember 2010

MELDUNGEN

Zwei wichtige Verkehrsprojekte

Allenstein/Ortelsburg – Die Woiwodschaft Ermland-Masuren hat mit der Polnischen Bahn (PKP) einen Vertrag über die Modernisierung der Eisenbahnstrecke Allenstein–Ortelsburg unterzeichnet. Dieser Bahnabschnitt gilt als besonders kurvenreich und marode, weswegen die hier eingesetzten Schienenbusse zurzeit nur im Schneckentempo fahren dürfen. Das große Umbauprojekt ist notwendig, um den schon seit Jahren im südlich von Ortelsburg gelegenen Schimanen geplanten Flughafen verkehrstechnisch zu erschließen. Die Bauarbeiten, deren Kosten sich auf rund 190 Millionen Zloty (etwa 48 Millionen Euro) belaufen, sollen Mitte nächsten Jahres beginnen. Sie werden viele Störungen auf dieser relativ oft befahrenen Strecke mit sich bringen. Die zu erwartenden Strapazen für die Fahrgäste sollen sich jedenfalls lohnen, da die künftige Geschwindigkeit der Züge auf dieser Trasse rund 110 Stundenkilometer betragen soll, was die Fahrt zwischen den beiden Städten bis auf eine halbe Stunde reduzieren würde.

Nach der Modernisierung der Bahnlinie nach Ortelsburg soll ein Anschlussgleis bis zum Flughafen-Terminal in Schimanen gebaut werden, so dass die künftige Bahnfahrt bis zur Metropole der Region nur noch ungefähr eine Stunde betragen soll. Die Entfernung von zirka 60 Kilometern ist übrigens der Grund, warum der Regionalflughafen in Schimanen vielen potenziellen Fluggästen unattraktiv vorkommt. Die Befürworter eines anderen Flughafenstandortes plädieren eher für Grieslienen. Unabhängig davon ist zu hoffen, dass die ganze zum Teil schon vorhandene Flughafenanlage schnell saniert und ausgebaut wird. Denn für viele Allensteiner ist die Benutzung der Flughäfen in Warschau und Danzig keine Alternative. Darüber hinaus werden von der modernisierten Bahnstrecke nicht nur Reisende in die Bundesrepublik und Mallorca-Touristen profitieren, sondern auch die Einwohner der umliegenden Ortschaften wie Passenheim. Die Reisezeit mit der kürzlich wieder in Betrieb genommenen Bahnverbindung bis nach Johannisburg und Gehlenburg soll sich auch dadurch beträchtlich verkürzen. G.S.

 

Der Domhügel wird angestrahlt

Frauenburg – Seit diesem Herbst wird der Domhügel in Frauenburg angestrahlt. Die Installation hat 0,4 Millionen Zloty gekostet, umgerechnet rund 100000 Euro. Der Hügel ist ein Geschichtsdenkmal von hohem wissenschaftlichen und künstlerischen Wert. Mehrfach zerstört und umgebaut, enthält er Grundelemente der mittelalterlicher Architektur. Auf großes Interesse stieß hier zuletzt die neuerliche Beisetzung der Überreste von Nicolaus Copernicus in der erzbischöflichen Basilika am 22. Mai 2010. PAZ


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