© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 26-11 vom 02. Juli 2011

Mit dem »Blauen Pfeil« an die Ostsee
Neue Vorortbahn bietet Königsbergern eine schnelle Verbindung nach Rauschen

Der langersehnte Sommer ist endlich da und alle Bewohner Königsbergs zieht es hinaus an die Ostsee. Oft ist der Andrang in den öffentlichen Verkehrsmitteln so groß, dass die Passagiere im Bus oder in der Bahn die gesamte Fahrt über stehen müssen. Die meisten Badegäste ziehen den Bus vor, weil die Zahl der Züge nach Rauschen oder Cranz sehr begrenzt ist und es spät abends gar keine Zugverbindung mehr gibt. Die einzige Möglichkeit, abends noch nach Königsberg zurückzukehren, ist die Fahrt mit dem Bus oder einem Großraumtaxi.

Mit Beginn der diesjährigen Badesaison hat die Königsberger Eisenbahn die Fahrt ans Meer komfortabler gemacht. Seit dem 5. Juni wird der „Blaue Pfeil“, eine schnellere und modernere Vorortbahn, eingesetzt. Die neue „Elektritschka“ fährt dreimal täglich an die Ostsee, um 12.21 Uhr, 14.40 Uhr und um 17.28 Uhr. Als erste konnten sich Passagiere in Rauschen bei der feierlichen Saisoneröffnung von den Vorzügen des „Blauen Pfeils“ überzeugen. Dieser Zug ist der ganze Stolz der Eisenbahn. Die Fahrtzeit beträgt vom Südbahnhof lediglich 45 Minuten nach Rauschen, und vom Nordbahnhof 38. Der Zug fährt ohne Zwischenstopp bis zur Küste. Angesichts der schlecht ausgebauten Straßen, auf denen sich im Sommer regelmäßig kilometerlange Staus bilden, durch die eine Fahrt ans Meer mindestens anderthalb Stunden dauert, ermöglicht der Schnellzug eine enorme Zeitersparnis.

Der Zug besteht insgesamt aus einem Waggon erster und drei Waggons zweiter Klasse, wobei in der ersten Klasse drei Sessel in einer Reihe und Tische angebracht sind und der Waggon mit Fernsehern und Musikanlagen ausgestattet ist. Außerdem gibt es ein Café, das heiße und kalte Getränke sowie kleine Mahlzeiten anbietet. Im „Blauen Pfeil“ gibt es auch eine Toilette, ein Luxus, den die bisherigen Vorortzüge nicht haben.

In der zweiten Klasse gibt es keine Tische und die Waggons sind insgesamt sparsamer ausgestattet. Insgesamt macht der Zug einen sauberen und gepflegten Eindruck. Der niedrige Fahrpreis von umgerechnet 1,80 Euro für 40 Bahnkilometer, zur Zeit für beide Klassen geltend, trägt zur Attraktivität der neuen Bahnverbindung bei. Die Fahrkarten kann man entweder im Bahnhof am Schalter oder im Zug beim Kontrolleur kaufen, dann kosten sie allerdings 60 Cent mehr. Der größte Vorteil des „Blauen Pfeils“ liegt in seiner Schnelligkeit. Zwar ist die Fahrt mit einer gewöhnlichen Elektritschka deutlich billiger, aber dafür benötigt sie über eine Stunde für die Fahrt nach Rauschen.      J.T.


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