© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 35-11 vom 03. September 2011

Entschädigung kein Thema
Tag der Heimat: Steinbach appelliert an die Bundesregierung

Bei der diesjährigen Auftaktveranstaltung zum Tag der Heimat am vergangenen Wochenende in Berlin, an der rund 1000 Menschen teilnahmen, sprach BdV-Präsidentin Erika Steinbach klare Worte. Sie mahnte ein höheres Tempo beim Ausbau des Zentrums gegen Vertreibungen an, damit die Letzten der Erlebnisgeneration sehen könnten, „dass ihr Schicksal nicht vergessen ist und einen festen Platz in der deutschen Hauptstadt hat“. Steinbach lobte in ihrer Ansprache die Staaten, die ihren Anteil an der Vertreibung der Deutschen zumindest zugegeben hätten wie das slowakische Parlament, das am 12. Februar 1991 sein Bedauern über die Vertreibung der Karpatendeutschen zum Ausdruck brachte.

Dagegen prangerte sie beim Thema Mauerbau den geschichtsverfälschenden Umgang einiger grüner und linker Politiker mit dem sozialistischen Regime an. Steinbach stellte klar, dass der 8. Mai 1945 kein „Tag der Befreiung“ war,

Steinbachs Appell, die seit Jahren diskutierte Entschädigung für die deutschen Zwangsarbeiter endlich zu verwirklichen, prallte jedoch an der Bundesregierung ab. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU)lehnte eine Entschädigung für deutsche Zwangsarbeit im Ausland nach dem Zweiten Weltkrieg ab, weil diese als Massenschicksal gelte, für das nicht entschädigt werden könne, zumal das Ministerium nicht über die Mittel verfüge, jedem der etwa 100000 Berechtigten eine Einmalzahlung in Höhe von 5000 Euro zu zahlen. Zu den Unterstützern einer Entschädigung zählt CDU-Fraktionsvize Wolfgang Bosbach. Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU)lobte in seiner Festansprache die Aufarbeitung der Geschichte der Vertriebenen als Schlüssel zur Verständigung. MRK (siehe Seite 20)


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