© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 35-11 vom 03. September 2011

Linke im Keller
Berlin: Umfragewerte sorgen für Unruhe

Groß war die Aufregung bei der Linkspartei, als ihr ein Berliner Meinungsforschungsinstitut am 18. August erstmals ein einstelliges Ergebnis vorhersagte. Dieser Tage billigte ihr die Forschungsgruppe Wahlen wieder 10,5 Prozent Stimmenanteil zu. In Mecklenburg-Vorpommern und in Berlin wird noch diesen Monat gewählt.

In den Medien wird der Grund für die Krise der Linken nahezu ausschließlich bei den Bundesvorsitzenden Gesine Lötzsch und Klaus Ernst verortet mit ihren Äußerungen zum Kommunismus, Mauerbau oder ihrem Glück­wunsch an Fidel Castro. Die Gründe für den Absturz sind nach Auffassung von Insidern aber vielschichtiger. DDR-Nostalgiker fühlten sich von einem Kurs abgestoßen, der „Multikulturalismus“ mit einem Ressentiment gegen Deutsche vermische. Zudem habe die Linke in der Berliner Regierungsverantwortung so ziemlich alle Ideale verraten, die einen strammen Soziallinken auszeichnen. Die linksextreme Tageszeitung „Junge Welt“ hat dies mehrfach aufgegriffen. Lediglich die Abschaffung des Religionsunterrichtes und einige Schulexperimente haben am linken Rand offenbar Punkte gebracht. Dem stehen aber Mietsteigerungen und soziale Einschränkungen durch die Sparpolitik des rot-roten Senats gegenüber.

Klaus Lederer, Chef der Linkspartei in Berlin, schimpft indes weiterhin allein auf die Bundesführung: „Es drängt sich der Eindruck auf, dass hier einige ihre sektierermäßigen Rechnungen auf dem Rücken der wahlkämpfenden Landesverbände austragen wollen.“ Hans Lody


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